Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 12 (12.1905)
- Date
- 1905-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 12 223 des weiblichen Geschlechtes und auf die durch den Anstand vorgeschriebenen Grenzen möglich ist. Es ist schlechterdings nicht einzusehen, warum bei entsprechender Kleidung die Turnerin sich nicht überdrehen, nicht hocken, nicht spreizen und nicht grätschen soll! Wir nehmen diese Übungsarten an Reck, Barren, Pferd, auch Bock durch, finden, dass die Turnerinnen mit Lust, Liebe und Schneidigkeit arbeiten und es ist festzustellen, dass auch nicht einmal durch diese Art des Turnbetriebes eine Verletzung oder Schädigung einer Turnerin herbeigeführt wurde. Der Eifer, mit welchem die weiblichen Turner an die Erlernung gerade schwieriger Übungen herantreten, ist der Bewunderung wert und es ist nicht genug hervorzuheben, dass zur Lernbegierde sich auch die Ausdauer gesellt, die nicht ruhen lässt, bis der Turnerin die Ausführung der betreffenden Übung gelingen ist. Von besonderer Wichtigkeit ist die Auswahl der Vorturner bezw. Vorturnerinnen. In erster Linie müssen dieselben vollkommen vertrauenswürdigen Charakters, untadeligen Benehmens, dann aber a«ch treffliche Turner und besonders gewandt in der Hilfeleistung sein. Die Vorturner müssen es verstehen, die Übungen in richtiger Folge auszuwählen, zu entwickeln und den Turnerinnen zum Eigentume zu machen. Eigene Vorturnerstunden und öftere Besprechungen mit dem Platzleiter werden da, wo es noch mangeln sollte, Rat schaffen. Die Hilfeleistung selbst muss in delikater Weise, dabei so sicher und geschickt erfolgen, dass in der Turnenden nie das Gefühl der Unsicherheit entsteht. Der Vorturner verlangt die Ausführung jeder Übung mit höchster Präzision und geht nicht eher weiter, ehe das Vorhergegangene in korrekter Weise geübt wurde. — Alle für das Männerturnen dem Vorturner gegebenen Regeln sind auch hier voll und ganz durchzuführen. Wird das Turnen in dieser Weise betrieben, dann bringt jede Stunde einen wirklichen Nutzen und fördert mit dem Fortschritte die Lust der Turnerinnen zur Turnsache. Dem Geräteturnen folgt in der Regel ein Küren, doch kann statt desselben, wo der Raum es gestattet, ein Reigen eingeübt °der es können Turnerinnen zu einem Spiele vereinigt werden, ^as Spiel erheitert die Gemüter, erhöht Gewandtheit und Geistesgegenwart und hebt nicht unwesentlich die Lust zum Turnen. Als