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Jüdische Turnzeitung · 1905-09-01 · 9 (9.1905) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
6 (1905)
Issue
9 (9.1905)
Date
1905-09-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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180 No. 9 an dem notwendigen Verständnis für diese wichtige Frage, die von Seiten der Stadtverwaltungen gelöst werden müsste. Angelo Mosso hat recht, wenn er sich über die Gesellschaft beklagt, die traurige Zeiten für die vom Schicksal Minderbegünstigten und die Kinder der Arbeiterklasse heraufbeschwört. Freie Plätze in den Städten werden immer seltener und die gesunde Luft wird immer teuerer. -— Alle Volksfreunde müssten sich dieser Sache annehmen und Propaganda für die Schul- und Volksspiele machen. Sie müssten verhindern, dass die wenigen in den Städten vorhandenen Plätze Eigentümern in die Hände fielen, die Gebäudekomplexe darauf entstehen lassen, wodurch die schon jetzt durch den Rauch und die Ausdünstungen der Fabriken verdorbene Stadtluft noch mehr verpestet würde. Die Begüterten können aufs Land und an die See flüchten oder die reine Luft der Berge einatmen, wenn ihnen der Aufenthalt in der Stadt drückend wird; der Minderbegüterte muss bleiben. Man würde gerecht gegen die Arbeiterklasse, gegen den Beamten- und Mittelstand, aus denen doch die Haupteinwohnerschaft der Städte besteht, handeln, wenn man ihnen und ihren Kindern einigen Raum gönnte, wo sie sich erholen könnten. Unser Strassenbild würde uns weniger rachitische und skrophulöse Kinder zeigen, unsere Krankenhäuser würden nicht mehr so erschreckend viel Schwindsüchtige bergen, unsere Frauen und Mädchen würden nicht mehr in Bleichsucht und Blutarmut aufwachsen, wenn wir den beiden Lebenselementen Luft und Licht mehr Beachtung schenkten. Die Spiele im Freien sind der erste Schritt auf diesem Wege und der vorläufige Notbehelf für die Lichtluftbäder, die Volkssache werden m ü s s e n, wenn sie dem Volke, der Volksgesundheit nützen sollen. Die Schule mit ihrem Endziel der harmonischen- Ausbildung von Körper und Geist müsste sich diese Neuerung der Leibespflege zu nutze machen. Hier ist auch der Punkt, wo sie den Hebel anzusetzen hat, um das leider so geringe Interesse der Schüler für das Turnen, das ihnen allerdings nicht selten in wenig geschmackvoller Form geboten wird, zu beben. Der Schüler wird sein Vergnügen daran haben, lichtumflutet und sonnendurchwärmt seinen Leib in ungezwungener, natürlicher Art zu stählen — und er wird auch den Nutzen davon haben. Dass wir mit dieser Einrichtung dem Schüler entgegen kommen, ist bei seiner Vorliebe für das Spiel im Freien klar. Und wer von Jugend auf das wohlige Gefühl körperlicher Müdigkeit nach Leibesübungen im Lichtluftbade und deren Einfluss auf

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