Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 6 (1905)
- Issue
- 8 (8.1905)
- Date
- 1905-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 8 165 stösst die Ausbildung von tüchtigen Bauern insofern auf grosse Schwierigkeiten, da hiezu eine grosse agrarische Versuchsstation nötig ist, die hinwieder mit immensen Kosten verbunden ist. Um aber doch auch auf diesem Gebiete vorwärts zu kommen, hat nun die Generalversammlung beschlossen, in der nächsten Zeit das Augenmerk auf einen bestimmten Teil der Agrikultur zu richten, und zwar die Gartenbauwirtschaft. Laut Beschiuss der Versammlung soll eine grössere Kolonie für Gartenbau errichtet werden, in welcher berufsgemösse Gärtner ausgebildet werden sollen. Unter den vielen Arten der Gartenkultur soll der Gemüse- und der Blumeukultur die grössere Aufmerksamkeit zugewendet werden. Es 'st auf diesem Gebiete ein Erfolg wohl zu erwarten und zu erzielen, da diese Art Gärtnerei durch intensive Kultur auf verhältnismässig kleinem Areale möglich ist. Des weiteren ist der Bedarf an den durch diese Gärtnerei zu erzielenden Produkten sowohl im Lande im Steigen begriffen, w'e auch der Export an diesen Artikeln von Jahr zu Jahr wächst. Im Jahre 1904 betrug die Ausfuhrziffer an Gartenprodukton 34% Milt. Kronen. Es ist dieser Beschiuss von Wichtigkeit zu einer Zei, da die Juden speziell die auf dem Lande — durch die Macht der Verhältnisse, wie auch durch den Geschäftsantisemitismus aus ihren Lebenszweigen expropriiert werden. Intensive Arbeit auf diesem Gebiete könnte einigermassen er 'nimer mehr zunehmenden Landflucht vorbeugen, die weder den in 'e Städte ziehenden Juden npch dem Judentum im allgemeinen von Vorteil ■st- Die Zunahme der Beschäftigung mit allen Arten und Zweigen der odenarbeit, zu welcher die Juden Ungarns auch Eignung und Neigung esitzen, würde ihnen zum grösslen Segen gereichen. Der General - Anzeiger für die gesamten Interessen des entum« brachte unsern Artikel von Dr. Auerbach über die Selbstverteidigung der Juden in Russland. Warum ist aber die Adresse des enfer Comites zum Schluss fortgelassen? ^•e Stimme der Wahrheit. Jahrbuch für wissenschaftlichen Zionismus. Erster Jahrgang. Unter Mitwirkung von Autoritäten aller Konfessionen herausgegeben von Lazar Schön, Würzburg. Verlag N. Phiiippi. Würzburg 1905. Preis broschiert Mk. 6.—, vornehm gebunden Mark 7>50, Luxus-Ausgabe auf Kunstdruckpapier Mk. 10,—. tii ^8S 'm erslen Janrgang vorliegende, die „Stimme der Wahrhett" beelte Werk soll der erschöpfenden wissenschaftlichen Behandlung zionisticher Fragen dienen und eine Tribüne werden für die völlig unabhängige nd unbehinderte Diskussion des Zionismus. Das Prinzip des Herausu j6fs' Jeden' (ler eine beachtenswerte Ansicht über den Zionismus hol " sie in logischer Form begründet, zu Wort kommen zu lassen und plner, offenen Kritik von Parteischäden durch kühl abwägende zionistische arteigänger freie Bahn zu schaffen, verdient hohes Lob. Das Bestreben, urch derartige uneingeschränkte Erörterungen auf die Versöhnung des jü °nismus mit der Gesamtjudenheit hinzuwirken, muss jeder Freund des J dischen Volkes freudig begrüssen. Keine Verkleisterung. sondern Erkenntnis der Gegensätze. Kampf jener kleinlichen Gesinnung, die kritiklos 6 eigene Richtung verhimmelt und jede andere prüfungslos verwirft!