Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 12 (12.1904)
- Date
- 1904-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 12 m verbindert war. Derselbe wies auf die steigende Frequenz auf dem Turnboden hin, erwähnte auch des gelungenen 5 jährigen Stiftungsfestes und verschiedener Veranstaltungen des Vereins. Dem scheidenden Ausschusse wurde hierauf von der. Versammlung das Absolutorium erteilt und über Antrag dem 2. Turnwarte Herrn Stapler für seine hervorragende Mühewaltung und Arbeitsleistung im abgelaufenen Vereinsjahre der besondere Dank votiert. Hierauf wurde der Voranschlag für das kommende Verwaltungsjahr genehmigt; über den Vorschlag des Herrn Dr. Max Beer wird sich der Verein mit den anderen jüdischen Vereinen ins Einvernehmen setzen, um über die Möglichkeit der Erbauung eines eigenen Heimes zu beraten. Es wurde noch beschlossen den Posten eines Archivars neu zu schaffen und gleich durch die Hauptversammlung besetzen zu lassen. Hierauf wurde zur Wahl des Gesamtati sschusses geschritten. Bei derselben gingen als gewählt hervpr: 1. Obmann Herr Dr. S. Neumanu, 2. Obmann Herr Louis Lanyi, l.Turowart Herr Josef Lichtenstern, 2. Turnwart Herr Louis Stapler, Kassier Herr Alfred Wechsberg, 1. Schriftführer Herr Sie#f. Wechsberg, 2. Schriftführer Herr Siegfried Sax, Zeugwart Herr Siegfried Löbl, Fechtwart Herr Prot 0. Frankl. Archivar Herr Emil Spitzer, Revisoren die Herren A. Lerchenfeld, Dr. I. Ehrlich und T. Tislowitz. Mit der nochmaligen Aufforderung an die Turner, die Turnabende recht fleissig zu besuchen, wurde hierauf die Versammlung geschlossen. Josef Lichtenstern, Turnwart. Konstantinopel. (Eigener Bericht.) Origineller Umzug 4f» UraelltlscltenTurnvereins. Schon lange hatten wir sehnsüchtige Bocke nach einem bequemeren und besseren Turnsaale geworfen, nämlich nach der, wenn auch etwas weniger geräumigen, so doch passenderen Halle der Deutsch - Israelitischen Schule „Fondanon Goldschmidt1, welche ausser anderen Annehmlichkeiten auch noch den Vorteü besitzt, neben einem ¥rossen, mit schattigen Bäumen bepflanzten Hofe zu liegen, der rüstigen urnern einen bequemen Tummelplatz bietet. Ist in kühler Jahreszeit das üeben im Freien unmöglich, so muss die frische Jugend sich eben im Saale zurecht finden, im Frühling und Sommer dagegen und selbst im späten Herbst dröhnt im Hofe das Sprungbrett und knarren die Säulen des Recks unter den muskulösen Jüngern des alten Vaters Jahn. Kurzum, der Umzug ward beschlossene Sache. Der ehrwürdige alte Turnsaal, der schon seit Jahren unserm edlem Sporte Obdach, verlieh, sollte auf würdige Wetee verlassen und die anmutigere neue Halle ebenso eingeweiht werden. Wie man aber einen derartigen Abschied am richtigsten feiert, das war nun unserer Turner grosse Sorge, denn, dass hier nur eine Manifestation im grossen Stile dem Zwecke genügen werde, darüber waren wir uns längst schlüssig. Eine Einigung wäre beider Mannigfaltigkeit der Einfälle sicherlich unmöglichgewesen, hätte nicht unser löblicher Herr Präsident eine köstliche Idee gehabt: Ein Kommandowort des Turnwarts, und in Reih' und Glied steheu die wackeren Turner da; ein zweites zaubert die Schlachtordnung hervor. Vier kräftige Tarner ergreifen den Barren, der, eh' man sich dessen versieht, in die Höhe gehoben und unter Jubel- und Hochrufen zum Tore hinausgetragen wird. Den Reigen eröffnet natürlich der Turnwart, die beiden Sprungpfeiler in den Händen; ihm folgen die vier mit dem. Barren, drei weitere schleppen den Bock und die Nachhut bildet ein noch die Anfangsgründe der edlen Turnkunst übender Recke, auf dem Rücken das mächtige Sprungbrett. Bei derartiger Deckung war man allerdings gegen jedweden Ueberfall genugsam geschützt. Ein solcher hätte jedenfalls' von