Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 12 (12.1904)
- Date
- 1904-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 12 229 nun auch einige von diesen im Laufe der Zeit auf die gleiche Stufe der Ausbildung geführt, so wird doch niemals jemand für einen geschickten Turner gelten wollen, wenn er nicht auch am Pferd ein geschickter Springer ist." Notizen. Am 21. Dezember feierte Herr Gustav Tuch in Hamburg seinen 70. Geburtstag. Nach einer von grossen Erfolgen begleiteten, höchst ehrenvollen politischen und kaufmännischen Lautbahn hat Gustav Tuch erst im späteren Alter, aber mit jugendlicher Frische und Begeisterung sich eine weitverzweigte Förderung judischer, und vor allem jüdisch-sozialer Interessen angelegen sein lassen. Gustav Tuch ist der geistige Führer der deutschen B'ne Brith Logen, der jüdischen Ackerbaubestrebungen, er steht an der Spitze des jüdischen Komitee zur Bekämpfung des Mädchenhandels und vieler andrer lebensvoller Organisationen. Er bildet überhaupt eine der markantesten Persönlichkeiten der europäischen Judenheit. Fremd allem Parteigetriebe und den Tageskämpfen war Gustav Tuch doch stets ein freimütiger Bekenner seiner jüdischen Stammeszugehörigkeit, und das allein kennzeichnet schon — zumal nach seiner politischen Vergangenheit — seinen Charakter und seine „Richtung". Auch unserer jüdischnationalen Turnbewegung hat er von Anbeginn warmes Interesse entgegengebracht. Indem wir seiner in Dankbarkeit und Verehrung gedenken, wünschen wir dem Jubilar einen noch recht langen und reichen Lebensabend. Aus der jüdischen Turnerwelt. Berlin. Jüdischer Turnverein „Bar Kochba". Unter Leitung «es Turnwarts der IV. Männer-Abteilung, Herrn Ingenieur Katzky, tand am 16. November eine Turnfahrt sämtlicher Männer- Abteilungen statt. Die Makkabäerfeier am Sonnabend, den »• Dezember, war sehr gut besucht und nahm einen recht harmonischen Verlauf. Die Festrede hatte liebenswürdigerweise Herr yr- Heinrich Löwe übernommen. Die m. Männer-Abteilung gierte am 17. Dezember im Cafe Gärtner ihr 1. Stiftungsfest. Herr eand.phil. Baum hielt die Tendenzrede. An demselben Abend veranstaltete auch die II. Männer-Abteilung ihr Stiftungsfest, zu dem sich fast sämtliche Mitglieder dieser Abteilung eingefunden hatten. Die Verhältnisse der Abteilung haben sich innerhalb kurzer ^eit wesentlich gebessert. Zu verdanken ist dies vor allem «er eifrigen Propaganda der Herren Herrmann und Georg und wraor Wolff und der energischen Leitung der Turnwarte Herren Edmund Blum und Gustav Ehrenberg. Während die Abteilung «ch früher fast ausschliesslich aus Studenten rekrutierte, gehören Vr*zt aucn Kaufleute und Handwerker an, die mit grosser Lust und Liebe sich dem Turnen widmen, wodurch ein reger Betrieb m*u Abteilung herrscht. Die DL Abteilung turnt jetzt Sonnabend, wahrend die I. Abteilung ihren Turnabend auf Montag verlegt hat.