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Jüdische Turnzeitung · 1904-10-01 · 10/11 (10.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
10/11 (10.1904)
Date
1904-10-01
Page
[Seite] (sequence 48)
Language
German
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204 No. 10/11 David Pinski: Eislk Scheitel. (Ein jüdisches Arbeiterdrama.) Vorrede und autorisierte Uebersetzung aus dem jüdischen von Martin Buber. — Jüdischer Verlag, Berlin. Gebunden 8,— Mark, broschiert 2,— Mark. Die drei Werke, mit denen der jüdische Verlag seine neue Subscriptions - Serie eröffnet, stammen sämtlich aus der Feder 'ostittdischer Schriftsteller. Drei der hervorragendsten Vertreter des modernen jüdischen Schaffens werden uns in ihren charakteristischen Darbietungen vorgeführt. Der feine Poet der seltsamen chassidischen Welt und zugleich der erste Interpret der erwachenden Moderne, J. L. Perez, wird den Weg zum westeuropäischen Leser leicht finden. Sein Ruhm war im Westen schon nach den wenigen Proben gegründet, die ab und zu in deutsch-jüdischen Blättern erschienen sind. Nun lernen wir ihn in einer Auswahl, die der feinsinnige Uebersetzer Mathias Acher vortrefflich getroffen hat, ganz kennen und sind stolz darauf, uns dieser wundervollen «Blumen des Ghetto", die bisher — für das westeuropäische Publikum — im Verborgenen blühten, mit vielen Verstehenden und Geniessenden freuen zu dürfen. Die Vorrede und die erklärenden Noten des Uebersetzers führen rasch und sicher über die kleinen Hemmnisse hinweg, die sich sonst dem Verständnis für das eigenartige Milieu bei manchen entgegen gestellt hätten. Ein ernstes Buch Uber unsere ernstesten Fragen ist das Werk Ach ad Ha-am's. das eine ausgezeichnete Vorrede Prof. Friedländer's einleitet, dem neben dem Danke für die ausserordentlich sorgfältige Arbeit das grosse Verdienst angerechnet werden muss, die erste Uebersetzung aus dem Neuhebräischen in einer des klassischen Stilisten Acliad Ha-am würdigen Weise besorgt zu haben. Es ist vielleicht jetzt, wo man auf allen jüdischen Gebieten eine Revision der Ideen vornimmt, mehr denn je an der Zeit, der vielgeliebten, vielangefeindeten, jedenfalls bedeutsamsten Persönlichkeit des jüdischen Ostens mit Objektivität näher zu treten. Es gibt niemand, der aus dem vorliegenden Werke, das die Entwicklung der letzten 20 Jahre jüdischen Lebens mit ihrem Sturm und Drang vor uns aufrollt, nicht sehr viel Belehrung und reiche Anregung empfangen wird. Mit Staunen wird dabei der Leser bemerkeu, wie der „jüdische Tolstoj des Ostens" seine Zeit beeinflusst und befruchtet hat, wie viele seiner Gedanken Tat wurden, Tat durch solche sogar, die den Viel verkannten, oft Ungekannten befehdeten, indess die Wellen seiner Ideen bereits bis zu den Geistern des Westens sich fortgepflanzt hatten. Jedenfalls — wer sich ernstlich mit der jüdischen Bewegung befasst, muss dieses Buch gelesen und gründlich gelesen haben, und es ist gut, dass jetzt durch die deutsche Uebersetzung weiteren Kreisen Gelegenheit dazu geboten ist. Ausserordentlich überraschend wirkt das dreiaktige Arbeiterdrama Eisik Scheftel des jetzt in Amerika lebenden David Pinski, gleichfalls vortrefflich Übersetzt von Martin Buber. Wir wissen nicht, worüber wir mehr staunen sollen, über die dramatische Wahl oder das urwüchsige Talent des Dichters, der den Modernsten nichts nachgibt. Dabei ist Vorwurf und Milieu in diesem ersten jüdischen Proletarierdrama durchaus eigenartig und von einer tiefen, beredten Tragik erfüllt. Mit Recht bemerkt Buber von Pinski: Rosenfeld sagt das Leid, Pinski stellt es dar. Und mit seiner Plastik dient er zugleich dem — man muss sagen — ererbten sozialen Gefühl der Juden, dessen kraftvollster Vertreter in der modernen Jargon-Poesie er ist. Wir möchten unsere Besprechung nicht «chliessen, ohne die äusserst geschmackvolle und vornehme Ausstattung rühmend .hervorzuheben. Besonders der Einband des Achad Ha-am und der des Perez mit dem prächtigen chassidischen Alten sind geradezu mustergiltig: Es ist wahrhaft erfreulich, die Höhe zu sehen, auf die der »Jüdische Verlag" das moderne judische Buchwesen gebracht hat. —n. Der alte Präger Judenfriedhof. Das Werk ist von Dr. L. Jerabek (übersetzt von A. Major und Dor. Sp. Wukadinovic) und repräsentiert sich in seiner einfachen, aber ebenso

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