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Jüdische Turnzeitung · 1904-09-01 · 9 (9.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
9 (9.1904)
Date
1904-09-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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N'o. V» "U Majorität erforderlich: im vorliegenden Falle hätten also 4t) Mitglieder für die Aenderung stimmen müssen. Die Abstimmung ergab folgendes Resultat: 22 Mitglieder erklärten sich für, 20'gegen die vorgeschlagene Aenderung, ausserdem wurden 2 weisse Zettel abgegeben. Somit war der Name geblieben. Als das Resultat verkündet wurde, war tosender, nicht endenwollender Beifall das Zeichen, dass die Mehrheit freudig den Namen beibehalte und dass sie sicn ihre eigene Meinung auch nicht durch Drohungen von Seiten ber Repräsentanten nehmen lasse. Nur mit vieler Mühe konnte sieh der Vorsitzende Gehör verschaffen. Mit Bedauern erklärte er, sein Amt niederlegen zu müssen, da er mit der Gemeinde in Frieden leben wolle. Gleichzeitig demissionierten noch 4 Mitglieder des Turnrats, nämlich der 2. Vorsitzende, der Schriftwart, der 2. Turnwart und der Beisitzer. Ja, die Herren wollten sogar ihren Austritt anmelden, da ergriff Herr Rechtsanwalt Gronemann nochmals das Wort: er würdigte die Verdienste, die sie sich erworben und bat sie eindringlich, jetzt nicht die Fahnenflucht zu ergreifen, sondern auszuharren und mitzustreiten, wenn es gelte etwa nochmals mit den Vertretern der jüdischen Gemeinde in den Kampf einzutreten. Der 2. Vorsitzende erklärte hierauf, dass die Herren nach einer 14tägigen Bedenkzeit ihre Entschlüsse mitteilen würden. — Der §2, der hierauf zur Sprache kam, wurde gleichfalls beibehalten. Vorläufig ist damit innerhalb des Vereins der Kampf entschieden und so wenigstens im Innern der Friede eingekehrt. Jetzt kann der Verein seine Kraft auf den inneren Ausbau verwenden. Möge die jüdische Turnerschaft Hannovers, die bis jetzt von Seiten der „Judenso heftigen Angriffen ausgesetzt war, blühen, wachsen und gedeihen. H. S. Herzlichen Glückwunsch zu dem guten Erfolg! Soll er aber nicht nur vorübergehend, sondern von Dauer sein, dann muss unablässig und nachdrücklich dahin gewirkt werden, dass der Verein sich nicht nur jüdisch nennt, sondern auch jüdische Tendenzen sich zu eigen macht und seine Mitglieder mit starkem jüdischen Nationalbewußtsein erfüllt. Darin liegt die sicherste Bürgschaft für einen endgültigen Sieg. H. J. Bücherbesprechunfc. Karl Affilier, Der Vorturner. 2. Auflage. R. Voigtlander's Verlag in Leipzig. 1904. Dieses vortreffliche Buch ist vor kurzem, völlig neu .bearbeitet, in 2. Auflage erschienen. Der Verfasser nennt es einen wegweiter für Turnwarte, und Vorturner. Sehr mit Recht Dem Leiter und seinen Vorturnern wird nicht nur ein bestimmter in drei Schwierigkeitsstufen geordneter Turastoff geboten, sondern es wird ihnen in sehr eingehender Weise fezeirt. wie sich ihre Wirksamkeit Oberhaupt zu gestalten Int, falls ihre rben eine gedeihliche sein soll. Das gut ausgestattete Buch zerfallt in drei Hauptteile. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Vorturnerautbildung und giebt in anschaulicher und lebendiger Darstellung Auskunft darüber, wie Vorturner anzuleiten sind, nach welchen Grundsitzen ihre Ausbildung zu erfolgen hat und was in den Vorturnerstunden gelehrt werden muss. Beachtung verdient des Verfassers Ansicht über die Turnsprache. Sehr zutreffend ist Seine

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