Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 6 (6.1904)
- Date
- 1904-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 5 111 fristete, ist durch die Bemühungen der Mitglieder des „Vereins jüdischer Studenten" wieder zum Leben erweckt worden. Es wurde schon seit einiger Zeit Montag abends in der schon früher vom Verein benutzten Turnballe der Lessingschule von dem V. J. St'ern fleissig geturnt, doch haben sich infolge einer starken Propaganda auch andere Herren zum Turnen eingefunden, so dass der Gedanke einer Rekonstruktion des Turnvereins Aussicht auf Erfolg haben . konnte. Am 15. Juni hat nun, wie uns eine eigene Mitteilung berichtet, eine Agitationsversammlung stattgefunden, in der Herr stud. iur. Erich Herzberg einen Vortrag über die „Notwendigkeit jüdischer Turnvereine" hielt. Im Anschluss an diesen Vortrag meldeten sich 80 aktive Turner zur Aufnahme in den Verein, dessen Reorganisation nunmehr beschlossen wurde und der sich laut einem weiteren Beschluss der „Jüdischen Turnerschaft" anschliessen will. Wir wünschen den Freiburger Turnbrüdern, dass ihre Bemühungen von dauerndem Erfolg gekrönt sein mögen. Der „Verein jüdischer Studenten" hat seinen Mitgliedern das Turnen im Turnverein officiell gemacht. Halberstadt. Der hiesige Jüdische Turnverein unternahm am Sonntag, den 5. Juni eine Turnfahrt in den Harz, an der sich 32 Mitglieder beteiligten. Wir reisten am Mittag nach Gernrode und marschierten von dort über Magdesprung nach Alexisbad. Von Alexisbad gingen wir nach Victorshöhe und Suderode und kehrten von dort mit der Bahn hierher zurück. Die Tour war ziemlich anstrengend, von mittags 37s bis etwa 9 Uhr waren wir unterwegs. Das Wetter war herrlich, und so verlief auch der Ausflug in bester Stimmung und Heiterkeit. Halle a. 8. In einer am 11. Mai d. J. stattgefundenen Versammlung wurde die Gründung eines jüdischen Turnvereins beschlossen. Ausgehend von dem bekannten Satze: mens sana in corpore sano, dass ein gesunder Geist nur in einem gesunden Körper wohnen kann, bezweckt der Verein die Pflege des Turnens unter seinen Mitgliedern. — Eine besondere Betonung des nationaljüdischen Gedankens wurde aus rein praktischen Gründen zunächst fallen gelassen. Die zirkulierende Liste zum Einzeichnen gab das überraschende Resultat von 40 aktiven Mitgliedern, darunter eine Anzahl der Studenten der hiesigen Universität. Der Verein wählte den Namen: „Hallescher Turnklub 1904." Der wesentlichste Paragraph des darauf beschlossenen Statuts lautet: „Der Hallesche Turnklub 1904 bezweckt das Turnen unter den Juden; Mitglied kann jeder unbescholtene Jude werden." In den Vorstand wurden gewählt die Herren: Assistenzarzt Dr. Frommholz (1. Vorsitzender), Kantor L. Wolf (2. Vorsitzender), Lehrer L. Hofmann (Schriftführer), M. Rothschild (Kassenführer), A. Koschminsky und O. Alexander (l.u.2. Turnwart). Die Turnübungen sollen wöchentlich