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Jüdische Turnzeitung · 1904-04-01 · 4/5 (4.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
4/5 (4.1904)
Date
1904-04-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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90 No. 4 Hermann König, des Präsidenten des Jüdischen Volksvereines Herrn Richard Rappaport, des Rabbiners Dr. Gelbhaus und Frau, zahlreicher Vertreter der zionistischen Landes- und Distriktsorganisation, sowie fast sämtlicher zionistischen Vereine und studentischen Verbindungen. Die turnerischen Vorführungen selbst wurden programmgemäß unter der strammen Leitung des bewährten ersten Turnwarts Herrn Rudolf Pollak und unter grossem Beifall der Zuschauer ausgeführt. An den Freiübungen der Herren beteiligten sich gegen 60 Turner, also fast doppelt so viel als im Vorjahre. Besonderen Anklang fand der Stabreigen, den 20 Turnerinnen in geschmackvoller Turnkleidung mit viel Grazie und besonderer Präzision zur Ausführung brachten. Desgleichen erzielte der von 16 Turnern exakt ausgeführte Keulenreigen grossen Beifall. Das allgemeine Geräteturnen, das unter Musikbegleitung von 5 Riegen vorgeführt wurde, legte Zeugnis ab von den Fortschritten der Turner an den verschiedenen Geräten und erntete besonders die erste Riege, welche am breiten Pferd übte, starken Applaus. Die Riege der alten Herren zeigte am hohen Barren, dass sie hinter den jungen Kräften noch keineswegs zurückstehe. Den Schluss des turnerischen Programms bildete ein Sektionsturnen, welches an drei in Y-Form aufgestellten Barren ausgeführt wurde. Je drei Turner vollführten auf Kommando die gleiche Übung und zwar derart, dass zuerst einfache Übungen und dann von den nächsten drei Turnern immer schwierigere und kompliziertere Übungen zur Ausführung gebracht wurden. Besonders die Übungen der letzten Stufe, welcher die besten Turner des Vereins angehörten, fand stürmischen Beifall. — Nach kurzer Pause wurde der Tanz eröffnet, dem sich auch die Turner und Turnerinnen trotz der vorhergegangenen Anstrengungen mit echt turnerischer Ausdauer bis in die frühen Morgenstunden widmeten. Der Abend brachte dem jungen Vereine einen vollen Erfolg und es steht daher zu hoffen, dass die Bestrebungen des Vereines nach Schaffung einer in jeder Hinsicht entsprechenden Turnhalle kräftige Unterstützung in allen jüdischen Kreisen finden werden. Schon heute lässt das stete Wachsen der Mitgliederzahl die baldigste Vergrösserung der Übungslokalitäten unbedingt notwendig erscheinen. Mögen daher alle Juden, denen der Wert der körperlichen Kräftigung unserer Volksgenossen am Herzen liegt, durch moralische und materielle Unterstützung die gute Sache des Vereines fördern! (Jüd. Volksblatt, Wien). Wien. Erster Wiener jüdiacher Turnverein. Sonntag, den 17. April fand im Deutschen Volkstheater die Nachmittagsvorstellung statt, die der 1. Wiener jüdische Turnverein zu Gunsten des Turnhallenbaufonds veranstaltet hatte. Gegeben wurden Schnitzlers „Lebendige Stunden." Die Freunde der jüdischen Turnsache füllten das Haus vollständig, so dass dem rührigen Komitee, um das sich besonders der Präsident des Vereines und Herr Siegfried Beer bemüht hatten, gewiss ein hübscher Reinertrag bleiben dürfte. Nach der Vorstellung versammelten sich viele Turner und Turnerinnen und Freunde des Vereines im Cafe Ronacher, wo das Komitee «ine kleine Unterhaltung improvisierte. Frl. Kohn als Sängerin und die Herren Bodlansky und Rothschild machten sich um die Unterhaltung verdient. Mit einem flotten Tänzchen schloss die sehr gemütliche Zusammenkunft. In Halle, Aachen, Stanitlau (Galizien) und Parle besteht die Absicht, jüdische Turnvereine zu gründen.

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