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Jüdische Turnzeitung · 1904-04-01 · 4/5 (4.1904) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
5 (1904)
Issue
4/5 (4.1904)
Date
1904-04-01
Page
[Seite] (sequence 27)
Language
German
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85 Wir bitten unsere Brudervereine um Einsendung interessanter, künstlerischer Photos von ihren Turnfahrten oder sonstigen turnerischen Veranstaltungen zwecks Reproduktion in unserem Blatte. Die Redaktion. Aus der jüdischen Turnerwelt. Berlin. Der jüdische Turnverein „Bar Kochba" hat gegen Ende dieses Winterhalbjahres noch eine sehr lebhafte Tätigkeit entwickelt. Wegen der Fülle des Stolfes wollen wir über die einzelnen, zum Teil sehr wertvollen und wichtigen Veranstaltungen nur ganz kurz berichten. Am Sonntag, den 6. März, fand das diesjährige Schauturnen in der Halle des Dorotheenstädtischen Real-Gymnasiums vor einer wie immer ausserordentlich zahlreichen Schar von Gästen statt, die tdie gezeigten Leistungen häufig durch ihren Beifall auszeichneten. Hervorzuheben ist die zum ersten Mal vorgeführte Mädchenabteilung. Die Festrede hielt Herr M. Baum. Eine grosse Zahl neuer Mitglieder meldete sich sofort oder in den nächsten Turnstunden in allen Abteilungen. Acht Tage darauf, am 12. März, fanden sich die meisten Mitglieder unseres Vereines und sehr viele Gäste zu dem in Form eines Sommerfestes veranstalteten grossen Balle im Oberlichtsaale der Philharmonie zusammen. Die Reichhaltigkeit des Dargebotenen, worunter besonders die Vorträge mehrerer beliebter Mitglieder hiesiger Theater und die Polonaise, die die zwölf Stämme Israels symbolisieren sollte, sich aber leider etwas zu lange ausdehnte, hervorzuheben sind, befriedigte alle Erschienenen aufs beste. Am Sonntag, den 8. April, besuchten einige dreissig unserer Mitglieder die jüdische Arbeiterkolonie in Weissensee, wo sie Herr Inspektor Behrend aufs liebenswürdigste empfing und ihnen die interessanten Räumlichkeiten, Werkstätten und Einrichtungen des Institutes zeigte. Einer der bedeutsamsten' Vorträge, die der Bar Kochba bisher geboten hat, war der des bekannten Bodenreformers Adolf Damaschke, der am Sonnabend den 28. April über „Bodenreform in Israel" vor einer Zuhörerschaft von über dreihundert Personen, darunter distinguierte Gäste, unter grossem Beifall aller Anwesenden sprach. Der Redner schilderte die bodenreformerische Bewegung der Gegenwart und stellte dann eingehend die mosaische Bodengesetzgebung des jüdischen Volkes dar. Seine Worte klangen in den ernsten Mahnruf aus, dass es Pflicht der Juden sei, für diese alten Ideale ihres Volkes auch heute überall einzustehen. Aus der nachfolgenden Diskussion sind die Ausführungen der Herren Dr. Tuch und Dr.

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