Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 5 (1904)
- Issue
- 1 (1.1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 19 wo dem heurigen Oktober mit 162 Turnerinnen in 17 Riegen der vorjährige Oktober mit 93 Turnerinnen in 8 Riegen gegenübersteht. Sehr traurig sieht es noch immer mit der Vorturnerfrage aus. Unser 2. Turnwart, Herr Dr. Jerusalem, ist gegenwärtig bemüht, durch Abhaltung eines Vorturnerturnens, welches jeden Donnerstag nach dem regelmässigen Turnen stattfindet, gegen den ständigen Mangel an Vorturnern Abhilfe zu schaffen. Ich kann nur wünschen, dass er seine Kräfte nicht erfolglos verschwendet, sondern dass diese Bemühung im Interesse des Vereines von den besten Resultaten begleitet sei; ich will es auch an dieser Stelle nicht unterlassen, bei der Wichtigkeit, welche die Vorturnerfrage für den Verein hat, die Mitglieder dringendst aufzufordern und zu bitten, dieses Vorturnerturnen zahlreich und regelmässig zu besuchen. Einen vollen Erfolg brachte uns in turnerischer Hinsicht unser am 4. April d. J. stattgehabtes Schauturnen. Ich glaube die Berechtigung, hierüber ein Urteil abzugeben, mir nicht erst nnmassen zu müssen. Es wurde schön und graziöse geturnt; sämtliche Ueb.ungen ohne Ausnahme wurden exakt ausgeführt. Das Programm war reichhaltig genug, einen ganzen Abend zu füllen. Von den zahlreichen Zuschauern, die unserer Vorführung beiwohnten, dürfte kaum einer den Saal unbefriedigt verlassen haben. Der Zulauf zum Vereine war nach dem Schauturnen ein gewaltiger. Anders sieht sich die Sache an, wenn ich die Vorgeschichte jenes Turnens ins Auge fasse. Wohl ist die Einübung zu jedem Schauturnen für den Leiter desselben eine schwierige und mühevolle Arbeit. Noch viel schwieriger war die Sache bei uns, da wir, ein ohnedies junger Verein, noch dazu mit so vielen unzuverlässigen Elementen zu rechnen hatten. Die Ehre, die jedem einzelnen Turner aus einer solchen Vorführung erwächst, wird den Mitgliedern wohl erwiesen haben, dass es sich verlohnt, aus diesem Anlasse seine Kräfte ein wenig über das gewöhnliche Mass anzuspannen. Ich bitte alle Mitglieder aufs dringendste, zum Gelingen des Schauturnens, das heuer ja selbstredend wieder stattfinden wird, mit all ihrem Können beizutragen. Eine Fechtabteilung hatten wir im Vorjahre wohl eröSnet; wegen Mangel an genügend starker Beteiligung wurde dieselbe nach zweimonatlichem Bestände wieder geschlossen.