Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 12 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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39 sdtaft angeschlossenen Vereine zu allen sportlichen und turnerischen Wertkämpfen von vornherein zugelassen. Wenn wir die gegenwärtigen Verhältnisse unserer Vereine zu den anderen deutschen Turntfnd Sportorganisationen betrachten, so sehen wir in einer wieviel günstigeren Lage sich die dortige judische Turnerschaft befindet. Wir lernen aber auch gleichzeitig daraus, daß nur das öffentliche und bewußte Auftreten als nationaljüdische Turnerschaft zum Erfolge führt, und daß es zweifelsohne weitaus richtiger ist, auf Wettkämpfe mit jenen Vereinen zu verzichten, deren Verbände uns um unserer offiziellen jüdischen Firma willen ablehnen, als diese Firma ihnen zu Gefallen offiziell oder offiziös zu ändern (vergl. hierzu den letzten Turntagsbeschluß). Eine Regelung der Frage, iwie sie In der Tschechoslovakei erfolgt ist, scheint für Deutschland noch In sehr weite Ferne gerückt zu sein. Würde sie aber eintreten, — und wir werden uns bemühen, den vorliegenden Fall zur Grundlage von Verhandlungen zu machen, — so würde hier der interessante Fall eintreten, daß die deutschnational und zugleich jüdischen Turnvereine von Amts- und Rechtswegen gegen mren Willen und ihre Ueberzeugung vom Staate darüber belehrt 'werden, daß ihre zugehörige Organisation der Natur der Dinge nach, die jüdische Turnerschaft, und nicht ein deutscher Verband ist. Manche Leute wissen immer erst dann, wohin sie gehören, wenn sie von den anderen hinausgeworfen werden. blebe Turobrüder! . Vor meiner Abreise insErez Israel sage ich hiermit und auf diesem Wege allen Turnbrüdern und Tuntschwestem, insbesondere aber jenen des Kreises M a k a b i der Czechoslowakei, ein herzliches Lebewohl. Lehitraoth bearzenu 1 Hedad! 21. Npvember 1920. Paco. BüAerschau. EHas Auerbach: Die Prophetie. — Jüd. Verlag, Berlin 1920. Es liegt schon ein schlechtes Urteil darin, daß ich das Buch für pädagogische Zwecke empfehle und es der guten Literatur für die „reifere" Jugend zuzahle. L)enn Auerbach wollte mehr, ihm „war der psychologische, refigionsK geschichtliche und der religionsphilosophische Gesichtspunkt der leitende." Das philosophische Problem der Prophetie bleibt aber unklar. Bei der Stellungnahme der Propheten zum Kultus und zum Gesetz, bei ihrer unbedingten, naturgesetzlichen Verknüpfung von Schuld und Strafe, bei ihrer ««mystischen, ethischen Einstellung ist Auerbach über die Resultate der so sehr vorläufigen Bibelkritik nicht hinausgekommen. Hinter der Bibelkritik beginnt e/« das philosophische Problem des Prophetismus mit dem ebenso wichtigen Problem des Spatjudentums, zu denen sich aber Auerbach selbst den Weg verbaut hat durch notwendig einengende Werturteile. So erklärt er z. B. Jeremias rar den größten Propheten (mit unzureichenden Gründen) und degradiert txechiel ebenso grundlos. . Der Jugend aber kann man das Buch empfehlen, da es durch die Beschränkung auf eine Biographie des Helden Jeremias den Tatbestand, (der dem Problem der Prophetie unterliegt, auf glückliche Art an die beiden- * Si&£n d e Ju8en<l heranbringt. So werden die Propheten unserer fugend endlich Heroen werden und ihr so späterhin auch Problem, was leider bis Jetzt noch nicht sehr häufig vorkommt. Eine neue jüdische Gememdebibltothek und Lesehalle in Berlin. Die .Judische Lesehalle und Bibliothek" ist von dem gleichnamigen Verein imtt allen Bücher- und Zeitschriftenbeständen der Berliner Jüdischen Gemeinde uberlassen worden; diese bilden den Grundstock einer dieser Tage eröffneten 1 2