Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 10 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JUGENDBEILAGE, der Jüdischen Turn- und Sport-Zeitung für unsere herangewachsenen Turnbrüder und Turnschwestern Nummer 1. (von U-18 Jahren)._OKtober 1920. INHALT: Vom VIII. Taratag der Jüdischen Turnerschaft. — S. Muntner: Talmudischer Gelehrtensaal. — K. Glaser: Davids Tod. — Mehrkampf. — Der Deutsche Kreis der jüdischen Turnerschaft, — Hebräischer Teil. — Schriften zur Jugendbewegung. — Bücherschau. Wir eröffnen dieses monatlich jeder Turnzeitung beigefügte Blatt in der Erwartung, daß die hier gebrachten Beiträge Widerhall finden werden, bei denjenigen, an die es gerichtet ist und in der Hoffnung, daß sich recht viele an der Mitarbeit und besseren Ausgestaltung dieser Neueinführung beteiligen werden. Manche von den hier abzudruckenden Artikeln sollen auch Stoff und Unterlage zu den entweder bereits bestehenden oder schleunigst einzuführenden „Heimabenden" oder Kursen bilden, in denen über sie gesprochen oder auch kritisiert werden soll. Dem besten Kritiker will ich immer gebührenden Dank und Anerkennung zollen. Vom VIII. Turntag der 3üdiscfien Turnersdhaft. Das Turn- und Sportfest, das der Berliner „Bar Kochba" dem Turntag zü Ehren veranstaltete, begann morgens mit turnerischen Wettkämpfen. Zahlreiche Turner und Turnerinnen aus vielen unserer Verbands-Vereine hielten ihren Einzug in die Halle, wo alsbald ein Teger Turnbetrieb an Barren, Reck und Pferd begann, während gleichzeitig auf dem Schulhof der Wettbewerb im Kugelstossen und Springen ausgefochten wurde. Die turnerischen Leistungen waren zum großen Teil gut, einige sogar ganz vortrefflich, zu wünschen übrig liess nur die Turndisziplin. Das Letztere zeugt von einem Mangel an Selbstbeherrschung, der bei uns Turnern besonders hässlich auffällt. Am Nachmittag fand sich dann ein zahlreiches Publikum auf dem Teutonia-Sportplatz ein. Das Programm war so reichhaltig, daß lange vorher schon Ausscheidungskämpfe stattfinden mußten, um nur die Besten aus jedem Verein an der Entscheidung teilnehmen zu lassen. Um 4 Uhr erfolgte dann der Einmarsch aller Teilnehmer — etwa 400 an der Zahl. Sie marschierten zum Klang einer furchtbaren Blechmusik, viel besser wäre es gewesen, wenn sie ein Lied dazu gesungen hätten. Aber der Anblick war umso schöner. In kurzem Abstand folgten einander, nach Vereinen geordnet, erst die Turner und danach die Turnerinnen, von den ganz Großen, die Gardemaß hatten, bis zu den ganz kleinen sechsjährigen Mädelchen, die immerzu Trab laufen mußten, um nicht den Anschluß zu verlieren. 1 o