Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 21 (1920)
- Issue
- 7/8 (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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54 Büchersdiau. Prof. Dr. Rudolf Gasch: Handbuch des gesamten Turnvvesens und der verwandten Leibesübungen. Verla?: A Pichlers Witwe u. Sohn, Wien-Leipzig. 8 Das Werk ist nach der Art des im selben Verlage vor mehreren Jahren erschienenen „Enzyklopedischen Handbuches des Turnwesens" von Dr E. Euler, das schon seit langer Zeit vergriffen ist, bearbeitet, ist aber an sich vollständig neu und selbständig. Der Herausgeber, der die bedeutendsten Fachleute zu Mitarbeitern heranzog, ist selbst durch seine Tätigkeit als Wett- und Vorturner, als Turnlehrer und durch seine anatomischen Arbeiten und Tätigkeit als Herausgeber der Deutschen Volksturnbücher und des Jahrbuches der Turn- H.kWu bekanntv - D"'e Arbeit a" dem einzigartigen Deutschen Turn- Handbuche wurde noch einige Jahre vor dem Kriege begonnen Wir dürfen uns daher nicht wundern, wenn einzelne Angaben, besonders Statistiken und Zahlenangaben heute nicht mehr zutreffen, sie passen etwa auf das Jahr 19»<I, dem Höchststand der turnerischen Entwicklung vor dem Kriege Am sachlichsten af ef ,u h?t„slch seit dama|s kaum etwas geändert. I >as Werk als Handbuch aufgefaßt erfüllt seine Aufgabe in der besten Weise. Die verhältnismäßig zahlreichen Abbildungen und Farbendrucke tragen zur Vervollkommnung des ßuenes bei. Wir empfehlen es unsern Turnbrüdern und Turnschwestern zur Anschaffung sie werden eine Menge Material zur Belehrung und Anregung aus ihm entnehmen können. In den Bibliotheken unserer einzelnen Vereine ist es heute unentbehrlich! Wir werden in späteren Nummern kurze Abschnitte aus diesem Buche 'Wiedergeben. ^. Adolf Donath. Judenlieder. Wien 1920. Preis ß. 3,50 Im (Verlage von R. Löwit erschien vor kurzem ' eine Sammlung von „Judenhedern" eines der ersten Dichter jungjüdischer Lyrik. Seine formvollendeten Verse mit ihrer an Heines Strophen erinnernden Rythnik eignen sich großartig zum Vortragen auf jungjüdischen Heimabenden. Dr. Majer Balaban, Die Judenstadt von Lublin. (Jüdischer Verlag, Berlin 1919; 112 S.) - Preis gebd. M. 12.— Das Buch ist, wie der Verfasser selbst in dem Vorwort sagt, eine Oelegenheitsschnft, entstanden während des Krieges, als er in Lublin militärisch tatig war. Der Ausgangspunkt für die Arbeit war eine Beschreibung des Lubliner Ghettos mit seinen historischen Bauten und Erinnerungen (Kap. 12) Zur rechten Würdigung und zum besseren Verständnis schickt er einen geschichtlichen Teil voraus, in dem er von der Entstehung der Judenstadt und der Verfassung und den Schicksalen der Lubliner Gemeinde (ihrer Blütezeit wahrend dem letzten Drittel des 16. und der ersten Hälfte des 17. Jahrhundertsals Lubhn der polnische Handelsmittelpnnkt war und dort die Judenreichstage — Vierlandersynode, Waad arba ha Arazoth — abgehalten wurden, und ihrem allmählichen Verfall während der zweiten Hälfte des 17. um' des 18. Jahrhunderts (seit dem Kosackenaufstand und dem schwedisch - P0'- nischen Kriege) erzählt. Die Schrift bringt eine Fülle interessanter und teilweise n e u e r Einzelheiten, die das Verständnis und die Liebe für das Ostjudentum erwecken Bezw. starken werden und die das Leben und die Einrichtungen der Jude» Polens m einem wesentlich günstigeren Lichte zeigen, als es in deB meisten Werken der Fall ist. Dadurch, daß die Darstellung vielfach unbekanntes Quellenmaterial*) verwertet, füllt das Buch eine fühlbare Lücke aus, die darin besteht, daß für die ältere Zeit die Quellen zum großen Teil noch nicht gesichtet sind. Die eigentümlichen Fehler einer wissenschaftlichen Gelegenheitsarbeit sind jedoch nicht "erwischt worden: Es fehlt die richtige Ordnung und die innere Geschlossenheit. Besonders stört im geschichtlichen Teil die Unübersichtlichkeit und der vielfach ungenügende Zusammenhang der einzelnen Kapitel.