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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 4 (1920) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
4 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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28 auch jemand mit geringen Anlagen zu etwas bringen, wenn er die nötig« Konzentration und Energie besitzt. Und dies macht eben den besonderen Wert des Sportes. Der zweite Faktor ist die Technik. Unter Technik einer Uebung-versteht man die zweckmässigste Ausführung, um mit der eingesetzten xJcfi grosshnoglidiste Leistung zu erzielen. Aber nur dem kann eine bestimmte Technik von Nutzen sein, der sich vollkommen in sie hineingedacht und[ steh von ihrer Zweckmässigkeit für seine eigene Person theoretisch wie praktisch uberzeugt hat. Denn die Anlagen des Einzelnen sind zu verschieden, als das man von irgendeiner Methode sagen kann, sie sei allgemein gültig Der Bau des menschlichen Körpers ist so individuell und dam» u u .H,ebeverhältnisse, dass auch die Technik in jedem Falle individuell zu behandeln ist Man kann natürlich Regeln aufstellen, die für das Training eine Grundlage bilden. Das Training selbst aber muss immer den speziellen Anlagen des einzelnen angepasst sein. In der Erkenntnis der Individualität liegt eine der wichtigsten Aufgaben, die an den Sporttreibenden selbst sowie an den Trainer gestellt werden. .... .E.in Masstab für die Vollkommenheit einer Technik ist die sinngemässe Mitarbeit sämtlicher Muskeln des Körpers. Um auf irgendeinem Gebiete des Sportes etwas zu leisten, ist daher eine harmonische Durchbildung ganzen Korp er s erstes Gebot. Der Anfänger hat daher hierauf besonderen wert zu legen und es wäre gänzlich falsch, wenn man ihn, weil er für irgendeinen bpezialzweig Anlagen zu haben scheint, auch auf diesem Gebiet auch schon spezialisieren wollte. Ferner hat jeder, der schon längere Zeit Sport treibt, und auf einem Gebiet sich spezialisiert hat, jederzeit Ergänzungsübungen zu pflegen. Nur auf diesem Wege kann wirklich etwas erreicht ü ~TÜ; . Manner wie C r a i g und M e r r e" d i t h sind auch erst zu ihren Höchstleistungen gelangt, nachdem sie sich in der Jugend auf allen Gebieten ausgebildet haben. 2. Das Training. Das Training .muss von Anfang an systematisch sein. Es soll dem Sportsmann die Technik vermitteln und ihn in den Stand setzen, im Wettkampf sein Bestes herzugeben. Ohne Training an den Start zu gehen» ist unsportlich. Auch vom ärztlichen Standpunkt kann nicht dringend genug davor gewarnt werden. Dem Durchtrainierten schadet es nichts, wenn er sich im Wettkampf vollkommen ausgibt, wer aber ohne Vorbereitung oder ohne genügende Vorbereitung an einen Wettkampf teilnimmt, kann sich mitunter an einem einzigen Lauf Schädigung für sein ganzes Leben hol««- Das Training ist jedoch Vorbereitung und nicht Wettkampf selbst. Es'wäre u er J.a,!Fh« .wenn man jm Training bis zur Höchstleistung geht, da die allzu häufige Anwendung der äussersten Anspannung an Energie und Kraft eine Schwächung herbeiführen würde. 3. Die gesundheitliche Förderung. Hierher gehört die Frage, wer überhaupt fähig ist, Sport zu treiben- Der gewohnliche Arzt, der sich gar nicht über den Wert; des Sportes klar ist, wird leicht zu falschen Schlüssen kommen. Kompetent ist hier nur das Urteil des Sportarztes, der aus eigener praktischer Erfahrung sprechen kann. Dieser wird in vielen Fällen von organischen Erkrankungen und Fehlem, w° ein anderer Arzt den Sport als eine Schädigung ansehen würde, gerade raten, Sport zu treiben, da dies die beste Therapie ist, um eine Besserung Ae* Erkrankung herbeizuführen. Es ist natürlich selbstverständlich, dass in diesen Fallen eine ganz besondere Vorsicht geboten ist. Der Sportwart eines Verein« muss also ziemlich genaue Kenntnisse in der A n a t o m i e und P h y s io Iogj? besitzen, und er muss von Zeit zu Zeit durch einen Sportarzt seine Trainjinff; mannschaft kontrollieren lassen. Ueberhaupt wäre es zu raten, das» jeder Neuaufgenommene durch einen Arzt untersucht wird, und dass der Spon' wart über diese Untersuchung genau Buch führen lässt

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