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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1920-01-01 · 2 (1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
21 (1920)
Issue
2 (1920)
Date
1920-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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i wie ein Helfer des Volksheims in Berlin einmal berichtet, das Erlebnis eines Sonnenunterganges auf einem Spaziergang im Freien als bis dahin unbekannter Vorgang massloses Erstaunen auslöste. Eine Verschiebung der Vorstellungsreihen, die die traurigen Erlebnisse der letzten Zeit mit ihren auf die Erhaltung des Lebens gerichteten Einstellungen zugunsten freier neuer Eindrucke aus dem weiten Umkreise menschlichen Erlebens in Zusammenhang mit den Erscheinungen weitester Umwelt zurückdrängt, wird die Jugend von Bindungen loszulösen vermögen, die ihnen keine frischen Säfte zuführen (können, sondern sie mit einer Dickflüssigkeit in der Bewegung belasten, welche die zarte Wandung der Lebensadern ihres Alters nicht ohne Schaden zu tragen vermag. Dass eine starke Beeinflussung auf die körperliche Verfassung der durch Entbehrungen und stärkste Anspannung aller Kräfte im zehnfach erschwerten wirtschaftlichen Existenzkampf unsagbar geschwächten Ostjuden durch die Berührung mit der durch Wandern und Sport gesundeten jüdischen Jugend in Deutschland stattfinden wird, ist um so selbstverständlicher, als ja das jüdische Wesen empfänglich für die Reize der Natur und für das Wohlempfinden der Stählung des menschlichen Körpers ist. Mit der ungewohnten Uebung der Körperkräfte wird nicht nur die Widerstandskraft bei der Eingewöhnung in neue, unbekannte Verhältnisse wachsen, der verkümmerte Körper wird allmählich wieder die Gesundheit und Schönheit entwickeln, die der jüdischen Rasse ureigentümlich ist. Und noch ein drittes Moment wird bei der Verbindung der west- und ostjüdischen Jugend von nicht zu unterschätzender Bedeutung sein. Durch die Möglichkeit auf natürlichem Wege schnell eine Lebensgemeinschaft zu finden, die, ohne eine Trennung von jüdischer Art zu verlangen, Lebensfreude und Lebensgenuss zu bieten vermag, wird die ostjüdische Jugend, die in den nächsten Jahren nach! Deutschland einwandert vor der V e r s u c h u n g bewahrt bleiben, menschenwürdige Lebensgewohnheiten nur um den Preis der Vereinsamung oder der Aufgabe eigener Wesensart erlangen zu können. Dadurch kann die zukünftige Periode vor dem traurigen Schauspiel vergangener Jahrzehnte bewahrt bleiben, edelste Eigenrasse durch eine auf falschen Kulturvoraussetzungen entwickelte Assimilation eine Talmikultur aufsaugen zu sehen, die sie der Gefahr des Unterganges« näher brachte, als die Zeitgenossen auch nur entfernt zu ahnen vermochten. Die Einwirkung bei der Berührung der Ost- und Westjuden mu** natürlich aus den Umständen heraus eine gegenseitige sein und (wird der jüdischen Westjugerid unwillkürlich so viele Gelegenheiten Erlebens urjüdischer Art und Kultur bieten, wie s»e es sich in ihrer Sehnsucht nach Erfüllung ihres Daseins! mit jüdischer Vo 1 k s s i 11 e und jüdischerVolkskultur nur wünschen mag. Und die enge Berührung mit den Lebenserscheinungen jüdischen Volkstums wird vielleicht in der gesunden schaffensfreudigen jüdischen Jugend die schöpferischen Kräfte entwickeln, welche die neuen Formen

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