Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 12 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 die der betreffende Fechter erklären muss. Dadurch wollen wir erreiche», dass die Angriffe und Deckungen nicht intuitiv, gefühlsmässig gegriffen werdend sondern klar Vorgestellt und üoerlegr: Fechten im Körper- und üdstespflege zugleich! Es ist ein Schachspiel der Körperbewegung. Um Idas alles zu erreichen, mussten wir viel persönliche Erziehungsarbeit leisten. Scharfe Trainingsbestimmungen (z. B. Rauch- und Alkohoiverbot) stelle^ den Einzelnen mit seinem ganzen persönlichen Leben in den L>ienst der gemeinsamen Sache. Aber nicht nur als Sportsmann. Dazu braucht er uns nicht; das kann er in jedem anderen Fachverein auch. Er mus^ die Gemeinschaft kennen fernen, sie persönlich erleben und an ihr mitarbeiten, damit er auch weiss, was sie wert ist, um für ihren Bestand und ihre Ehre sich so mannigfache Beschränkungen seiner persönlichen Liebhabereien und Bequemlichkeiten aufzuerlegen. So wurde der Beschfuss gefasst, dass jedes Mitglied verpflichtet ist, im Laufe eines Jahres einen Vortrag über ein jüdisches Thema zu halten. Es kam uns dabei nicht auf rethorisdhe Leistungen an, sondern vielmehr auf die intensive Beschäftigung mit jüdischen Fragen. In der Diskussion wird Kritik geübt. Kritik von Freunden ist wirksamer aSs von Fremden.' Noch eine Bestimmung haben wir. Sie klingt sehr hart, ist aber sehr heilsam: wer seine Verpflichtungen unbegründet vernachlässigt, der soll es auch im gesellschaftlichen Verkehr mit uns fühlen, bis er alles, nachgefelt und gutgemacht hat. So kommen wir zur Auslese. Der noch Erziehungsfäihige wird den Willen haben, in solcher Gemeinschaft zu verweilen, der Abtrünnige mag nur gehen. Die Oesdhkhte de* Volker wird stets nur von einer kleinen aber hingebungsvollen Schar beeinflusst. Ich schreibe Euch das, liebe Turnschwestern und -brüier, am Vorabend unseres Turniers, weil ich glaube, dass uns ein Wort aus der Praxis tinendfidri viel weiter bringt, als alle jene Schlagwprte von der „Reivolutionierung der jütischen Seele", „Abkehr vom Materialismus" usw. Beridit der BoAey-Abteilung des 3. T. 17. Bar-KoAba Berlin. i . J"1 SeP*cm,bcr diesen Jahres begannen wir mit der Aufnahme des Sai'souhetiieoes Durch das Anwachsen .unserer MitgliederzaM auf mehr alä; das Hoppelte konnten, wir dem Verbände Berliner Hockeyvereine, dem wir angehören, gleich bei Beginn der Spielzeit zwei volle Mannsdhaften melden, im Laute des Oktober stellten wir dlann eine dritte auf, die sich in Gesellschaftsspielen betätigt. „«,-1. ™LEKgf'?n.i?se unsc,rcr bisherigen Spiele (s. unten) können uns natürlich noch nicht befriedigen. Man mmss nur, um unsere jetzige Spielstärke zu entschuldigen und um die Entwicklungsfähigkeit unserer Mannsdtaften richtig ein; zuschatzen, verschiedene Umstände berücksichtigen.. Unsere Leute waren bei ncgimi der Saison zum grossen Teil noch völlige Neulinge auf dem Gebiete des Hodkeysports, so dass die kurze Zeit, die uns der Verband bis zu seine« spielen Hess, keineswegs genügen konnte, um ihnen ein ergiebiges Training ertei cn. Auch die alteren und erfahrenen Spieler waren durd.i den Krieg «n<l1 die lange Ruhepause zu sehr ausser Uebung, als dass die wenigen möglidf>c" Iraimngstage sie wieder auf ihre alte Spielstärke hätte bringen können. Als wir uns durch die Ungunst der Witterung gezwungen sahen, beinahe ■cine" wllen Monat auszusetzen, benutzten wir die freien Sonntagvormittage zur Wiederaufnahme unserer Waldläufe. Neben den Verbandsspielen haben wir jetzt an einem jAbend in der WoChe abwechselnd sportlkftc Gymnastik i» der Halle und der Waldläufe eingeführt. An einem zweiten Abend gibt ein Klubkamerad bei den wöchentlichen gemütlichen Zusammenkünften einen .Kurs iincr „Gegenwartsfragen im Judentum". Die Ansätze zu einer günstigen Entwicklung unserer Abteilung sind son"' vorhanden. Das Hauptproblem bleibt jedoch das Training, besonders im Sommer.