Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 9/10 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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48 alten Helden und Dichtern wollen wir uns begeistern. Wir Turner wollen uns eine eigene Jugend erziehen, keine Blau - Weisse, keine Herzl - Club - Leute, die nur Turnen oder Sport treiben wollen bei uns und uns sonst fremd bleiben. Helft aixer mit Ihr Grossen und drescht nicht nur Phrasen auf Versammlung*"- Nun erzählt mal Ihr Berliner, Mfindiener und Frankfurter Jungen von Eucft und Eurer Arbeit, damit wir uns näher kennen lernen. Südisdier Tum-Uerein Köln, Wir empfehlen den Bericht des vorbildlichen Kölner Turnvereins der besonderen Beachtung unserer Leser. Die Redaktion. Die Schwierigkeiten^ mit denen bei der Wiedereröffnung des Turnbetriebe* jeder Verein zu kämpfen hatte, dürften nirgends grösser gewesen sein a» beim Jüdischen Turn-Verein Köln. Denn bei uns kamen zu den allgemeine" Schwierigkeiten — dem Verlust eines grossen Teils der Turnbrüder im Felde und der so langsamen Sammlung der Heimgekehrten — noch die besonderen durch die Besatzung hinzu, deren Anordnungen lähmend auf das yirn- und Sportleben Kölns wirkten. Da fast alle Schulen, Turnhallen, öffentucne Spielplätze usw. von der Besatzung belegt waren und nach den wenigen "tfgebfiebenen unter den Turn- und Sportvereinen die Nachfrage um so £f°?f« war, haben wir uns mannigfache Be»chräJnkungen auferlegen müssen. Wir »awn mit einer kleineren Turnhalle als früher voriieb nehmen, Wir haben den viöierseits gewünschten und schon beschlossenen Schwimmabend ausfallen lassen un wir haben uns schliesslich mit einem einzigen Turnafaentt (in den sich Dante» und Herren teilten) begnügen müssen. Unangenehmer noch als die raumliche war die zeitliche Begrenzung. Da in Köln seit der Besatzung Polizei" stunde besteht (in den Wintermonaten war sie bis 9, seit Aprif auf 10, se Juli auf 11, und nunmehr auf 12 Uhr festgesetzt) und die. Turnhallen J» öffentliche Räumlichkeiten bereits eine Stunde vorher geschlossen werden müssen» kann man sich denken, mit welchen Schwierigkeiten unsere Turnabende ve - bunden waren, besonders im Winter, wo die Angestellten der Geschäfte ers um 7 Uhr frei wurden und wir .bereits um 8, später um 9 Uhr die Hai» schliessen mussten. Unter diesen Umständen konnten wir mit einem '-,J.<LJ schnittsbesuch von 30 Damen und 30 Herren zufrieden sein. Das ge?ei'jL Beisammensein, das früher nachi der Turnstunde immer stattfand!, und bei <j* Vereinsangelegenheiten sowie allgemeine Fragen jüdischen Inhalts besP^c„Jrh wurden, musste unter diesen Umständen leider ausfallen und wurde ersetzt dwc Vorstands, Vorturner- und Kommissionssitzungen, die jetzt allwöchentlich sta finden. Das ungenügende HaHenturnen konnte im Sommer g-Iiidklicfierwe^^ durch regelmässiges Spielturnen, das an zwei verschiedenen Tagen s*8^!?!^,,' ausgeglichen werden. Es wurden hier verschiedene Gruppen gebildet,. de\~.e Mitglieder sich aufeinander einspielen und die als Stammtruppe für — unShat und die allgemeinen — Sportfeste in Betracht kommen. Das Spielturnen allgemein zugesagt, die Ergebnisse waren recht befriedigend und wir dun hoffen, mit den so ausgebildeten Mannschaften der jüdischen OeffentlictiKe Kölns alle Zeit zeigen zu können, d'ass unser Verein auf der Höhe ist. Die ungünstigen Zeitverhältnisse haben naturgemäss neben der ^UTVr^K sportlichen Betätigung auch die geistige beeinflusst. Es ist hier dasselbe w oben zu sagen; wenn die Geschäfte um 7 und wir um 8, später 9 lm schliessen mussten, durften wir nicht auf allzu grossen Besuch rechnen. u" doch waren die Aufgaben des Vereins gerade auf diesem Gebiete, da o übrigen nationaljüdischen Vereine nur im engeren, internen Kreise arbeltetj.g besonders grosse, und wir glauben sie auch erfüllt zu haben. Wir mussten o heimgekehrten Turnbrüder wieder mit dem nationaljüdischen Gedankenkreis traut machen und die neugeworbenen in ihn einführen. Diesem Zwecke dien ein Vortragscyklus, in dem alle uns gegenwärtigberührenden Fr*Acr ausgiebig erörtert wurden. Es sprachen hier Tbdr. Arthur Cahn UD