Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 8 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6492385-5965061-5965391--206-4923123- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
38 Mitte Mai konnten wir zur Gründung einer Sportabteilung schreiten, die zurzeit aus 15 aktiven Turnern und Sportsleuten und etwa ebenso vielen K. J. V.er besteht. Auch hier macht sich der grosse Mangel an geeigneten Leuten schwer fühlbar, so dass die Abteihing noch etwas in den Kinderschuhen steckt und darüber noch nicht viel berichtet werden kann. Düdisdier TumDerein, Stettin. Die Stärke unseres Turnvereins hat sich bisher nicht verändert, und zwar mag als Erklärung hierfür folgendes gelten: Wir hatten bis vor kurzem keine Sportabteilung und das Leben auf dem Turnboden leidet natürlich in der Sommerzeit sehr unter schwacher Beteiligung. Trotzdem haben sich die Leistungen gebessert. Seit es uns gehingen ist, einen Sportplatz zu bekommen, wird fleissig trainiert, und wrr haben Orund zu der Hoffnung, dass wir bei unserm, sportlich besonders guten Menschenmaterial es baM zu Leistungen bringen wierden. Unsere Tennisabteilung' spielt regelmässig einmal wöchentlich unter guter Beteiligung. Die Jüdische Arbeit ist bei uns sehr gering, doch hoffen wir, dass siel» dies im Winterhalbjahr bessern wird, wenn geeignete Kräfte hier sind. Hier in Stettin arbeitet jetzt der von assimilantischer Seite gegründete und unterhaltene Wanderverein „Die Kameraden". Da die jüdische Gesellschaft von Stettin grösstenteils auf jener Seite steht, hat er einstweilen auch zahlenmässige Erfolge. 3. T. 17. „Bar Kocbba", Katfoirüz. Am 221 6.19 trat unser Verein das erstemal mit einer Turnauffüh r ujn & an die Oeffentlichkeit und durfte mit seinem Erfolge wohl zufrieden sein. J-~? obwohl die hiesige Gemeinde sowie auch die Loge uns vollkommen im st.'^" liess, füllte doch eine vielhundertköpfige Menge den Festsaal. Wir hatten?,nJ Bücher- und Bilderverkauf zugunsten des National-Fonds eingerichtet, der r]rj£n^_ Ertrag hatte. Im ganzen wurden ca. MI. 2200.— umgesetzt, und etwa M. uw.— fielen dem Bar Kochba als Reingewinn zu. Das sorgfältig zusammengestellte Programm war reich an Abwechslung- Ganz prächtig wirkte ein allgemeiner Aufmarsch mit Freiübungsgruppen Vidier Riegen, der dem Zuschauer unsere Arbeit in den einzelnen Abtei zeigte. Auf die wirkungsvolle Ansprache unseres 1. Vorsitzenden, des mit Rechtsanwalt Ehrlich, folgte ein Bockspringen der 1. Knabenriege, das m Freude von unseren Gästen begrüsst würde. Lieder zur Laute, Rezitationen u Reigen wechselten mit turnerischen Vorführungen. Durch ihre Exaktheit ge? die Musterriege der Damenabteilung am Barren. Doch der Oipfef der * te führungen war das Kürturnen der 1. Männerriege am hohen Reck. "iel ^z^a% man die Kraft und sichere Eleganz unserer Turner am besten sehen, *^\iaBlS man die Früchte unserer Erziehung, deren Ziel die Regeneration des ' iSade ist, und konnte stolz sein auf die jüdische Jugend1. Der nicht eiiaeiiwoi'» Beifall bei der Schluss-Massen-Pyramide belohnte unsere verdienstvollen » warte Siegbert Riesenfeld und Willy Fuss für ihre Mühe und Arne^ Zahlreiche Neuanmeldungen zeigen uns den Erfolg; unseres Fe8*?chaft geben uns die Zuversicht, immer neue Kreise der national-jüdischen Turners zu gewinnen. E. n-