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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 8 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
8 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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8 Die Jüdisdie Turnbeiaegung in der Welt a) Palästina. Von Ernst Herrmann, Gross-Lichterfelde. Als ich meinen letzten Artikel für die „Turnzeitung" ^schrieb — gerade vor einem Jahre — sass ich auf dem Bahnhofe von Merchawja und wartete auf ein Transportmittel nach Nazareth. Damals stand die deutsche Front in Palästina noch unerschüttert. Mit der Eroberung Samarias und Galiläas durch die Engländer, die kurz darauf erfolgte, wurde die Befreiung des jüdischen Volkes von der türkischen Herrschaft in Palästina besiegelt. Durch die ein halbes Jahr später stattfindende Anerkennung des zionistischen Programms durch die Friedenskonferenz in Paris wurde die Zukunft der Juden Länder entscheidend beeinflusst. Die von Herzl geforderte „öffentlichrechtlich gesicherte Heimstätte" ist im Entstehen begriffen. Zum letzten Male werden wir jetzt aus Mizrajim ziehen, um das „grossei, wohnliche Gebäude" der jüdischen Zukunft in Palästina zu erbauen. Die Hoffnung, die ich vor einem Jahre aussprach, dass die jüdische. Jugend bereit sein wird, dem an sie ergehenden Rufe zu folgen,, scheint sich zu erfüllen. Ueberall entstehen Jugendgruppen zur Vorbereitung der Uebersiedlung nach Palästina — die Blau-Weissen, die Chaluzim sind im Begriff, nicht nur ins Land der Väter, sondern auch zur Bearbeitung des Bodens, zur Urproduktion zurückzukehren. Welches sind in diesem Moment die Aufgaben der Jüdischen Turnerschaft? Sie muss die Organisation der jüdischen Jugend werden — hier und in Palästina —, die Zusammenfassung aller an der körperlichen Ertüchtigung interessierten Verbände, der Turn-, Wander-,. Sport-, Studenten- und sonstigen Jugendvereine. Als Vorbilder können uns die tschechischen und polnischen Sokols dienen, die, von der Begeisterung der Massen getragen, als die politische Organisationen der nationalen Jugend, grossen Einfluss auf die Geschicke ihrer Volksgemeinschaften erwarben. Die Jüdische Turnerschaft muss so bald als möglich die direkte Verbindung der Galuthvereine mit Palästina wiederaufnehmen, die sie in so glücklicher Weise durch die Turner- und Studentenfahrten der Jahre 1913 und 1914 hergestellt hat Als Elias Auerbach und ich im Frühjahr 1909 als die ersten Vertreter der Jüdischen Turnerschaft im Jaffa er Turnverein begrüsst wurden, war die Turnerei in Palästina noch in ihrem Anfangsstadium. Aber die von den Turnern bei dem kurz darauf stattgehabten Sportfest in Rechoboth an den Tag gelegte Haltung bewiess schon, dass Palästina ein ganz anderes Feld für unsere Bestrebungen ist, als die Länder des Galuth. Die Fortschritte der jüdischen Turnerei, seit der Begründung des Jaffaer Vereins durch Dr. Leo Kohan, sind in der Hauptsache dem unermüdlichen, durch seinen mehrmalige«11 Studienaufenthalt in Europa auch hier bekannten Jaffaer Turnlehrer Orloff zuzuschreiben, dem ausgezeichnete Kräfte in den Einzelver-

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