Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 7 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 nach aussen hin ein Bild unsres Lebens und unsrer Arbeit geben soll, wird garnicht verlangt, dass es all das bringt, was bei uns überhaupt getrieben wird. Multum non multa. Wenig, aber das was geboten wird, vollkommen. Man kann daher garnicht vorsichtig genug in der Auswahl und Länge des Programms sein. Es ist zu erwägen, ob derartige Kompromisse, wie sie hier geschlossen werden, gut sind. Es ist vielleicht doch richtiger, man veranstaltet n u r ein Turn- oder ein Sportfest. Es bleibt dabei immer noch dem Veranstalter unbenommen, eine oder die andere leichtathletische (turnerische) Konkurrenz einzuschalten. Es wird dann auch möglich sein, die einzelnen Vorführungen besser zur Geltung zu bringen. Um ein Beispiel zu geben, sind die Leistungen der Reckmusterriege des J. T. V. Bar Kochba so um ihre verdiente Würdigung gekommen. Das Auge des Zuschauers konnte sich bei all dem, was gleichzeitig noch geboten wurde, nicht auf diese eine Sache konzentrieren. — Die Disziplin der Zuschauer war gut. Die Ordner im Zuschauerraum taten durchaus ihre Pflicht. Umso weniger gefiel die Disziplin eines Teiles der Teilnehmer. Es wirft gerade kein gutes Licht auf einen Verein, wenn solche Dinge, die nur auf Mangel an Unterordnung und Disziplin zurückzuführen sind, vorkommen. Es trägt auch nicht zum Gelingen der Veranstaltung bei, wenn sich die Teilnehmer, die genau wissen, dass sie den Innenraum nur zu betreten haben, sobald ihre Konkurrenz an der Reihe ist, durch nichts bewegen lassen, sich dieser Anordnung zu fügen; oder wenn es sich einige Teilnehmerinnen plötzlich einfallen lassen, während eines Sportfestes für sich Privatwettbewerbe zu veranstalten und hierzu die Laufbahn zu benutzen. Es ist bezeichnend, dass gerade die, deren Disziplin man immer als Kadavergehorsam verschreit, hiervon eine rühmliche Ausnahme machten. Ein Zeichen, dass für diese Gruppe die Disziplin keine willenlose, stumpfsinnige Unterordnung, sondern bewusste, selbstverständliche Einfügung ist. Der turnerische Teil brachte zuerst Freiübungen. Man hatte darauf verzichtet, mit der Masse zu wirken und man hat gut daran getan. Es ist immer besser, wenn wenige gut, als wenn viele schlecht üben. Dies ist natürlich nur eine Frage der Vorbereitung. In der diesmal zur Verfügung stehenden Zeit war es unmöglich, eine grössere Gruppe genau einzuüben. In Zukunft sollte man, besonders wenn reichlich Zeit zur Verfügung steht, besonderen Wert darauf legen. Ausserordentlich wirksam sind auch Freiübungen nach Musik, die natürlich gründliche Vorbereitung voraussetzen. Die Leichtathletik brachte interessante Wettkämpfe. Um den Sieg im 100-m-Vorgabelaufen stritten sich allein über 40 Mann. Sieger blieb schliesslich der noch sehr junge Isenburg (2 m Vorgabe) vor Bock (1 m) und dem Malmann Friedländer. Isenburg zeigte sich auch im 50-m-Jugendlaufen seinen Mitbewerbern überlegen. Das interessanteste Rennen blieb die 4xl00-m-Stafette!. Der Sport V. J. St. war nach seinem überlegenen Sieg im Vorlauf