Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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mit der Bekämpfung des Snobismus eine ungeheure Fülle von geistiger Tätigkeit zu entfalten und Erziehungsarbeit zu leisten und entlastet durch Uebernahme dieses Teilproolemes nationaljüdischer Erziehungsaufgaben die zion. Organisation. Mit jüd. Turnergruß ergeb. I s i H e p n e r, Posen. Posadowskystr. 3. Kattowitz, den 9. April 1919. Zvef Briefe. i. An die Redaktion der jüdischen Turn- und Sportzeitung. Sehr geehrter Herr Simon! Ich möchte mich auch gleich über einen Punkt mit Ihnen auseinandersetzen, den bie in ihrem Schreiben berührt haben, und in dem ich nicht völlig mit Ihnen übereinstimme. Es handelt sich da um den Unterschied zwischen Turnverein und jüdischem Turnverein. Die Frage, ob Turnzeitung oder jüdische Turnzeitung richtet sich wohl nach der Beantwortung der ersten Frage und braucht nicht" besonders behandelt zu werden. a .Gew'ß auch ich Ihrer Ansicht, daß wir unseren Turnvereinen das Gepräge ulS-*«Ili¥a,t iüdischer Yer*ine geben müssen, doch glaube ich, daß man dazu in den meisten Fällen gar keine besonderen Anstrengungen zu machen braucht, da das 1« einem Verein, in dem ausschließlich jüdische junge Leute sich befinden, ganz von selbst ,i u ... Wir haben heut in al,en Städten, wo sich jüdische Turnvereine befinden, gleichzeitig eine solche Menge von jüd. Vereinen, die die Pflege des nationaljüdischen Ueistes allein betreiben, daß wir in den Turnvereinen es gar nicht nötig haben, uns auch in diesem Smne zu betätigen. Ich erinnere Sie nur an die ungeheure Menge vo* rein geistigen Veranstaltungen, die durch die zion. Ortsgruppen, lugendbünde. Herzl- Clubs, Mädchenclubs, sowie die Heimabende des Blau-Weiß hervorgerufen ist. Auch bie werden doch sicher schon bemerkt haben, daß wir Juden unseren alten, unselige" renler, die Vergeistigung auch heut noch nicht überwunden haben. Oerade davon so« uns doch die Arbeit in der Turnhalle und auf dem Sportplatz freimachen, und ich würde es für einen grundlegenden Fehler der Turnerschaft halten, wenn auch sie wieder m» der geistigen Beeinflussung beginnen wollte. Es ist ja doch selbstverständlich, daß man nach dem Turnen, wenn man, wie es üblich ist, noch eine Zeitlang bei einem ülase Bier zusammensitzt, auf jüdische Fragen, die uns doch heut alle bewegen, zu sprechen kommt und nicht auf irgend ein gleichgiltiges Thema. Unsere jungen Leute müssen sich schon die Abende für das Turnen mühsam genug von ihren Vortrags- und Heimabenden absparen, und meiner Ansicht nach liegt die Qefahr sehr nahe, daß sehr viele sich vollständig von der Turnerschaft zurückziehen werden, wenn man ihnen noch mit Heimabenden und allerhand Kurser, kommt, die sie schon in anderen jüd. Vereinen zur Genüge genießen. Auch gibt es in den jüd. Turnvereinen dank den Bemühungen der Turnwarte heut schon eine große Menge von neutralen Teilnehmern, die man nur SL. u T,V/nen U1?d das schon erwähnte gemütliche Beisammensein nach dem Turnen in iüdischpolitischer Hinsicht langsam beeinflussen kann, die aber sicher durch rein iiationaljüdiscne geistige Arbeit zum Austritt aus der jüd. Turnerschaft bewogen werden würden. Und das würde sicher durch ein. Veranstalten von Heimabenden und Kursen im Turnverein geschehen. Einer, der im Turnverein schließlich Nationaljude geworden '«J bfgnügt sich sicher nicht mehr mit dem Turnverein sondern tritt« in einen andere« jüd. Verein ein, in dem er dann genügend geistige Beschäftigung hat. _ Um auch die Frage Turnzeitung oder jüdische Turnzeitung hier kurz zu berühren, so.muß ich bei meiner Ansicht stehen bleiben, daß in eine Turnzeitung in erster Linie furntechnische Artikel hineingehören Auch bei der jüd. Turn- und Sportzeitung W das meiner Ansicht nach das einzig richtige, denn ich weiß aus eigenster Erfahrung «* mir selber, daß ich bis jetzt fast regelmäßig die Turnzeitung ungefcsen und sehr enttäuscht beiseite gelegt habe, da ich niemals das, was ich suchte, nämlich technische Mr regung, darin gefunden habe, sondern wie schon gesagt immer nur Artikel, die mit der Turnsachc nicht das geringste zu tun hatten und mich daher in der Turnzeitung g»f nicht interessierten. Und Ich weiß es positiv, daß es dem größten Teil von "nferen Turnern ebenso ging. Ich behaupte auch gerade das Gegenteil von dem, was Sie Ihrem Schreiben sagen, nämlich: Die jüd. Turn- und Sportzeitung ist kein wahrer Aufdruck unserer Bewegung, sondern sie wäre es gerade dann, wenn man den technfoenen