Mannheim
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Jüdische Turn- und Sportzeitung · 1919-01-01 · 6 (1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turn- und Sportzeitung
Volume
20 (1919)
Issue
6 (1919)
Date
1919-01-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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Bericht des Rnder~tf.3.St.-Berlin. Die vergangenen Wochen waren für unseren Verein in jeder Beziehung entscheidend- Es galt, die zahlreich aus dem Felde zurückkehrenden Mitglieder in den Betrieb einzureihen, nnd diesen selbst wieder auf friedensmäßige Grundlagen zu stellen. Beides gelang vollständig. Ebenso beginnt unsere Werbetätigkeit ihre Früchte zu zeitigen, sodaß wir in letzer Zeit 9 neue Mitglieder aufnehmen konnten. Da außerdem jetzt die Frage der Zusammenarbeit mit dem Jüdischen R. C. Ivria zu einer beide Teile befriedigenden Lösung gekommen ist, so sehen wir dem kommenden Sommersemester mit großer Zuversicht engegen und hoffen auf einen durchaus erfolgreichen Verlauf. Bericht des Jüdischen Rnderclnbs „Ivrla" Wir haben den Uebergang in den Friedensbetrieb dazu benutzt, unser altes Statut durch ein neues zu ersetzen, das der anders als vor dem Krieg gearteten Zusammensetzung des Clubs Rechnung trägt. Durch die große Zahl der zurückkehrenden Mitglieder und durch zahlreiche Neuaufnahmen hat sich unsere Mitgliederzahl derart «rhöht, daß wir durch schleunigste Bestellung neuer Boote dem sich schon bemerkbar machenden Mangel an Bootsplätzen abhelfen mußten. Während der Wochen, die wir durch Eisgang am Rudern verhindeit waren, sorgten wir durch Geschichts- und Palästinakurse für die jüdische Weiterbildung unserer Mitglieder. Diese Kurse haben sich so bewährt, daß wir sie auch im Sommer beizubehalten gedenken. Die sportliche Ausbildung unserer Mitglieder ist soweit fortgeschritten, daß wir schon Anfang Juni offiziell mit der Rudersaison werden beginnen können. Scbttler-flbreflDDfl. In unserer Schülerabteilung beteiligen sich am Betriebe z. Zt. zehn Leute ln> Alter von 14 Jahren. Wir haben aber Aussieht, in der nächsten Zeit die Schülerabteilung erheblich vergrößern zu können. Donnerstag und Sonnabend wird Sport, Stafettenlaufen, Spiel usw. getrieben. Alle 14 Tage wird ein Heimabend in der Wohnung eines Schülers veranstaltet. Bericht des «indischen Tarnnnd Sportvereins mannheim* In Mannheim ist während des Krieges von /Turnbruder Markhoff der Grundstock zu einem jüdischen Turnverein gelegt worden; jedoch konnte der Betrieb wegen Einberufung der meisten Mitglieder nur in beschränktem Maße aufrecht erhalten werden. Nach deren Rückkehr aus dem Felde konnte unsere Tätigkeit erst in vollem Umfinge wieder begonnen werden, uud zwar es unser Erstes, eine völlige Reorganisation vorzunehmen. Leider hat unser lieber Turnbruder Markhoff Mannheim verlassen müssen; dafür haben Herr Dr. Adolf Katzenstein, als Leiter, und Herr Eugen. Seelig, als Tttflileiter die Führung übernommen. Die Mitgliederzahl hat schon jetzt eine erfreuliche Höhe angenommen, und dadurch daß wir auch die Leichtathletik in ausgiebigem Maße betreiben wollen, erhoffen wir eine noch regere Beteiligung. Diese suchen wir andererseits auch durch intensivste Propaganda zu erreichen, teils durch Versand von R"n<1" schreiben an alle jüdischen Einwohner, andererseits durch Zeitungsannoncen und Notizen über unsere Veranstaltungen. Einen vollen Erfolg erzielten wir durch einen Unterhaltungsabend mit Schauturnen und Rezitationen, der von mehr als 200 Personen besucht war, und uns eine ganze Reihe von Neuanmeldungen brachte. Unsere innere Arbeit haben wir nun folgendermaßen ausgestaltet. Die einzelnen Abteilungen turnen jede Woche einmal, und halten außerdem ebenfalls wöchentlich einmal Riegenabende ab. Nebenher gehen gemeinsame Vortragsabende, bei denen Re'erf über einzelne jüdische Fragen gehalten werden, um unsere Mitglieder mit «en modernen Problemen im Judentum bekannt zu machen und ihnen Kenntnisse der Jüdl»cnen Gegenwart und Vergangenheit zu übermitteln; außerdem hat sich einer unserer Turn* brüder, der vor dem Kriege In Palästina war, erboten einen hebräischen und einen Palästinakurs zu geben. Wie denn überhaupt die Leitung der einzelnen Riegenabenae in Händen zionistisch gut durchgebildeter Turnbrüder bezw. Turnschwestern Hegt. Die Früchte unserer Arbeit erblicken wir darin, körperlich ertüchtigte und von der Liebe zu ihrem Judentum erfüllte junge Menschen heranzubilden. 24

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