Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Ertrag des Bodens, insbesondere an Pachtzins, steigt aber deshalb ständig, weil mit wachsender Menschenzahl die Nachfrage nach dem Boden wächst, und weil mit sich besserndem Verkehr der Boden wertvoller wird. Diese Wertsteigerung schafft nicht der Einzelne, sondern die Gesamtheit, und daher ist es nur gerecht, wenn sie der Gesamtheit wieder zufällt. Und zwar in der Form des vom Einzelnen an die Gesamtheit entrichteten Pachtzinses. Wird nämlirh der Boden nicht zu freiem Eigentum, sondere nur zur Benutzung überlassen, so muß mit der Wertsteigerung des Bodens natürlich auch ein wachsender Zins bezahlt werden, und zwar eben an die Gesamtheit, als die Eigentümerin des Bodens. Diese Benutzung geschieht in der Form der „Erb- Ea£«L'.d- , der Pächtet hat den Grund und Boden nicht nur für kurze Zeit, sondern behält ihn für sich und seine Erben, kann also ruhig Kapital in den Boden stecken, da er und die Seinen die Früchte genießen. Nur so, wenn der Ansiedler den Bode nicht zu kaufen, sondern nur zu pachten braucht, ist die Möglichkeit für eine Ansiedelung großen Stils gegeben, da auf diese Weise auch die kapitalsschwachen Elemente zu Boden gelangen. Für diese in der Zukunft weiter durenzuführende Bodenpolitik ist der Jüdische Nationalfonds vor«r!!dlich; er hat im Kleinen den Boden „nationalisiert' und damit die Grundlage für eine Ansiedlung geschaffen, die auch de« Armen den Boden nicht vorenthält. Nur so ist aber auch — in einem anderen Sinne — der Boden zu .nationalisieren . d 11. durch die wahre Arbeit der Nation, des jüdischen Volkes, zu gewinnen, ist der lüde nur Besitzer, und ein anderer, z. B. der Araber, der Bearbeiter, so wird aer Boden nicht unser werden. Daher muß der jüdische Landarbeiter geschaffen und gefördert werden. Auch das hat der Jüdische Nationalfonds getan. Er hat auf seinen Farmen Ben Schemen und Hulda die Arbeiter ausgebildet, er hat sie durch Arbeiterhäuser, Ledigenheime, Volksküchen usw. unterstützt, und schließlich ihnen auch durch Ansiedlung in Genossenschaften zur Selbstständigkeit verholfen. ' Dadurch hat er Zentren neuen jüdischen Lebens, besonders auch hebräische Zentren geschaffen. Von welch' ausschlaggebender Bedeutung die Arbeiter (neben -,fj? u in Palä8tina s'nd, beweist vor allem die Tatsache, daß aus ihnen sich die jüdische Wächterorganisation „Haschomer" in Palästina bildete, die mit Heldenmut die jüdische Siedlung verteidigt hat. Ohne diese vom Nationalfonds geleistete Arbeit ist Jie Gewinnuug Palästinas nicht möglich. Schließlich kann man noch in einem dritten 5>inne von der „Nationalisierung des Bodens" sprechen. Und zwar so, daß man darunter die Bearbeitung des Bodens durch die Gemeinschaft versteht, die solche Arbeiten ausführt, die der Einzelne r.icht leisten kann. Dazu gehört vor allem die Aufforstung des Bodens. Die Völker, die keine wahre Beziehung zu Palästina hatten, haben da» Land abgeholzt, es des Schmuckes seintr Wälder beraubt, letzt muß es wieder aufgeforstet werden, um die frühere Fruchtbarkeit zurückzugewinnen. Auch hier hat der Nationalfonds durch die Anpflanzung von Oelbäumen und Fruchtbäumen jeder Art begonnen; auf seinen Farmen waren 38000 Bäume vor dem Kriege angepflanzt. So Hat er auch hier vorbildlich gewirkt für die in Zukunft zn leistende Arbelt. . . _ )al Ay.VfJ" O!8?***" er8'bt gic". daö der Nationalfonds wahrhatt nationale and soziale Arbeit geleistet hat und leisten kann. Ja überhaupt die Arbeit, die die Grundlage ai|er Kolonisationstätigkeit Daher ist es keine kleinliche Arbeit, wenn wir Jjdeü. Gelegenheit mit der Sammelbüchse erscheinen; es ist keine unwichtig« hfÄi di! «rPmn°!b5.r erhalten> Für den Nationalfonds arbeiten und spende». Ä&rek für, die Be«iediung Palästinas tätig sein, und damit an dem großen Werl« z!££SL?A de88e" Anfänge schon vor dem Kriege zu den besten Hoffnungen berechtigten, für das jetzt auch die politischen Möglichkeiten da sind, das aber ttt schaffen nur in unserer Hand liegt, und dessen Gelingen für uns und die Menschhe« von Segen sein wird. Dr. Albert Baer-Berlin. Wie die Reagrilndnng oder Reorganisation «Ines Tnravertfns beginnen mn|. Von Hans Kuhn stud. med. 1. Turnwart des jüd. Turn- und Sportvereins München. T,.,n.,£ül End„c desDK?*Se« harte ich Gelegenheit das" Neuaufbiühen zweier jÜdtocWjf 1 Betneb M^f." Kr,e« »tark gelitten hatte, mitzuerleben, und ** möchte meine dabei gesammelten Erfahrungen der gesamten jüdischen Turnerwelt mitteilen-