Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Journal
- Jüdische Turn- und Sportzeitung
- Volume
- 20 (1919)
- Issue
- 6 (1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE TURN-u SPORTZEITUNG Organ des Deutschen Kreises der Jüdischen Turnerschaft. Heft 6. 20. Jahrgang Juni 1919. Redaktion und Verlag: Berlin C 2, Anzeigen-Verwaltung, Berlin NW 7, Heiligegeutstr. 52. Fritz MMrbtl, Weltverlag, Dorotheen- Zentrum 1610. - straBe 35. -- Zentrum 4314, 4815. Aufruf. Turner und Turnerinnen! Unser Volk steht an der Schwelle einer neuen Zukunft: Palästina wird jüdisch 1 Die erste Phase unserer politischen Aufgabe ist vollendet, die Friedenskonferenz zu Paris hat den uralten Anspruch des jüdischen Volkes auf sein heiliges Land anerkannt und wird ihn unterstützen. Die zweite, schwierigere Phase beginnt: das Stadium» der Verwirklichung, die Zeit des Aufbaus. Soll nicht der Traum von Jahrtausenden und die bewußte Arbeit vieler Jahrzehnte schmählich Schiffbruch leiden, soll nicht unabsehbares Elend über Millionen von Volksgenossen kommen, die auf die Rückkehr in das gelobte Land warten, so müssen jetzt, in diesem entscheidenden Augenblick, alle Glieder des jüdischen Volkes mithelfen am Aufbau Zions, — alle auch diejenigen, die sich bisher nicht Zionisten nannten. Von den reichen und mannigfaltig verschiedenen Strömungen einer nationalen und lebendigen Diaspora wird der heilige Boden von Erez Israel befruchtet werden. Keiner nat das Recht,' sich bei dieser Arbeit auszuschalten, wenn er sich nicht gleichzeitig vom jüdischen Volke trennen will — kein Einzelner und erst recht keine Bewegung. Die jüdische Turnbewegung in Deutschland hat die Verpflichtung, sich ihre Daseinsberechtigung neu zu erkämpfen, indem sie sich intensiv und ernsthaft dem Aufbau Palästinas widmet. Es genügt nicht mehr, Menschen auszubilden, denen ihr Muskeljudentum nur Anlaß zu einem erhöhten jüdischen Selbstbewußtsein ist, wir müssen die Synthese zwischen Geist u«d Körper, die wir erstreben, dienstbar machen dem großen Ideal, das aUe Schichten des Volkes umfaßt und angeht. An jeden von Euch tritt jetzt *'e Frage heran, ob es ihm nicht persönlich möglich ist, mit eigener Hand an dem nationalen Werke mitzuarbeiten. Dieser Ruf geht besonders an