Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 1916-1918
- Issue
- Dritte Kriegsnummer (Februar 1918)
- Date
- 1918-02-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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22 No. 3 Cöin. Jüdischer Turnverein. Während des Herbstes hatte unser Verein sehr unter den Kriege Maßnahmen zu leiden. Die Turnhallen waren von der Städtischen Ve>* ’waltung für andere Zwedce beschlagnahmt, sodafl das Turnen der Herre»- siege fast vollständig ausfaHen mußte. Die Damenriege konnte ab und zu turnen, wodurch das Zusammenhalten im Verein gefördert wurde. Wir mußten uns daher fast ausschließlich auf Wanderungen beschränke*, die stets eine rege Teilnahme fanden. Während der jetzigen Wintersaison haben sich die Halienverhältnissa nicht gebessert, sondern eher ve*> schlechter!, sodaß wir nur noch in beschränktem Maße turnen können. Wir haben nun für jeden ersten Sonnabend im Monat gemütliche Abende angesetzt, damit unseren Mitgliedern geistiger Stoff geboten wird und das Zusammenhalten im Verein keinen Schaden leidet. Wie unser erster gemütlicher Abend, der am 3. November stattfand, zeigte, hatten wir mit dieser Anordnung einen vollen Erfolg. Wir haben es vor alle* Dingen für notwendig gehalten, unsere Mitglieder mit jüdischen Dichtem und deren Dichtungen bekannt zu machen, und die Anwesende» folgten diesem Vortrage mit lebhaftem Interesse. Wenn auch die jetzige Zeit dem gegenwärtigen Vereinsleben groie Schwierigkeiten bringt, so Tassen wir doch nicht nach, den inneren ZusaBf* menhang im Verein dauernd zu fördern. Wir sind davon überzeugt, daß wir mit dieser Arbeit, wenn wir wieder einmal Frieden habe* werden, auf vollen Erfolg rechnen können. Frankfurt a. Main. Jüdischer Turnverein. Der Krieg unterbrach mit rauher Hand den Aufschwung untere* Vereins, der sich aus schwierigen Verhältnissen heraus1 zu ansehnliche* Größe entwickelt hatte. Annähernd 60 Mitglieder stehen unter de» Fahnen, und auch der Tod hat seine Ernte unter den Freunden gehalte», Ihr Andenken in Ehren zu bewahren und ftre Treue mit unserer Treu« au besiegeln, ist unser Gelöbnis für die Zukunft. Damenabteilung. Trotz aller Schwierigkeiten ist es geluag®1» den Turnbetrieb in dieser Abteilung unter Leitung von FrL Lotte B*$* voll aufrecht zu erhalten, ja, es war sogar möglich, eine Jugendabteifung zu begründen, und es turnen nunmehr Kinder von 5—15 Jahren in zw» Riegen gemeinschaftlich mit den Damen am Sonntag Vormittag. In unserer Generalversammlung, die am 17. Januar •***!' fand, wurden alle schwebenden Fragen und Zukunftsarbeiten unter hafter Teilnahme der zahlreich erschienenen Mitglieder besprochen. H®!' vorzuheben ist der Beschluß, im Sommer vierwöchentliche Wanderfahrt®* zur Pflege der OeseHigkeit zu veranstalten. Oewandert wird schaftlich mit den Mitgliedern der Herrenabteihing, die das Turne» 6®*"1 infolge des Krieges nicht fortführen konnten. — Der monatliche Mrt* gliedsbeitrag wurde auf 75 Pfennige erhöbt. — Es wurde ferner dt« Einsetzung eines Korrespondenten beschlossen, der der Kreisleitung monatlich Bericht über die Vereinstätigkert zu geben hat. (Allen Vef' inen zur Nachahmung empfohlen. D. R.)