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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-12-01 · 8 (Dezember 1913) · p. Seite 272

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
8 (Dezember 1913)
Date
1913-12-01
Page
Seite 272 (sequence 38)
Language
German
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272 No. 8 Mag auch manchmal eine Ausartung Vorkommen und das alles nicht nach dem Geschmack des Klasseneuropäers sein, im Grunde hat der Sport in Amerika doch unendlich viel Gutes gebracht, und es wäre nur zu wünschen, daß er in Europa bald so Gemeingut würde. Bücherschau. Else Croner: Die moderne Jüdin: Wenn man das Loblied des jüdischen Weibes von A. Silbergleit in der „Ost und West“ Nr. 6 las, glaubte man unbedingt, das Buch von E. Croner lesen zu müssen, denn sein Artikel ging von der Besprechung dieses Buches aus und man hoffte dort dieselbe Schönheit und dasslbe Pathos f ü r das jüdische Weib zu finden wie bei Silbergleit. Aber der Rezensent gefiel mir besser als die Verfasserin. Das ganze Buch ist nur auf die Berlinerin zugeschnitten uftd nur mit ihrem Auge das ganze Problem des jüdischen Weibes erschaut. Aber hier schaut sie tief und scharf. Gleich einem Rousseau deckt sie die Schäden der Erziehung der heutigen jüdischen Mädchen auf, geißelt sie das Gebahren der Berliner „W.-Jüdin“ und spendet ihr Lob der wahrhafr jüdischen Frau. Weniger angenehm berührt das Beschreiben des Geschlechtslebens der jüdischen Frauen, und ich für meinen Teil häte es gerade für besonders „jüdisch“ gehalten, darüber zu schweigen, besonders über die Auswüchse, wie sie sich in dem Berliner „W.-Leben“ vorfinden und von dem andere nichts wissen und ihnen hätte das Nichtwissen weniger geschadet als das Wissen. Das Buch ist leicht geschrieben, hat manch schöne Worte, die mar. als Sentenzen benützen könnte, z. B, „Der die Liebe zur Religion verliert, verliert auch die Religion der Liebe“. In krassem Gegensatz zu diesem Buch stehen die „Memoiren der Glückei von Hameln“, die ein wahrhaftes Bild einer jüdischen Frau, d. h. der historischen Jüdin, wiedergeben, deren Gefühlsleben aber mehr in der Religion als in der Liebe gipfelt, auf jeden Fall nicht der Liebe, die E. Croner so gern in ihrem Buche ausmalt. Das Buch bietet Stoff zum Nachdenken und wird immer iür den, der eine Geschichte des jüdischen Weibes schreiben will, ein Zeitdokument bilden, wie es Rousseau in seiner „Sofie“ geschildert hat. Von ihr scheint di* Verfasserin manches abgelauscht zu haben. Das „pour plaire a l’homme' scheint heute auch Hauptziel der Mädchenerziehung zu sein. Im Ganzen ist die Skizze — nur als solche darf es angesehen werden — für r e 1 fe Menschen, nicht aber für die jungen jüdischen Mädchen Berlins, die s° gierig danach greifen und damit das Buch von vornherein schon kennzeichnen. F. 32 Tnrntafeln iür das Keulenschwingen von Dr. R. Gasch. Mit 91 Bildern nach dem Leben gezeichnet von M. Burger. 2. Auflage. (Deutsche Volks- Turnbücher 1./2. Heft.) Preis 50 Pf. 40 Gruppra von Eisenstäbübungen von Wilhelm Auerbach, Oberturnlehrer an der III. Realschule zu Leipzig. Mit 84 Bildern von M. Burger. 2. verbesserte Auflage. (Deutsche Volks-Turnbücher 15./16. Heft.) Preis 50 * *• Die zweite Auflage ist einer gründlichen Umänderung hnterzoge worden. Die nach des Verfassers Ansicht mit Recht betonten neuzeitliche Anforderungen haben in der Neuauflage gebührende Rücksicht gefunde Zweck und Ziel der vorliegenden Uebungsgruppen ist Gewinnung em schönen, straffen Körperhaltung mittels planvoll durchgeführter Beweg» * gen. Die sogenannte „Folgerichtigkeit der Stabübungen“, der die frimß Methodik so großen Wert beilegte, tritt zugunsten der planmäßigen Durc - arbeitung des Körpers zurück.

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