Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 8 (Dezember 1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 252 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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252 No. 8 und Originelles. Eindrucksvoll waren die schwedischen Vorführungen der Pfandfinder aus Lemberg, nach hebräischem Kommando. Ein Hockeymatch Hakoah-Wien gegen Bar Kochba-Berlin, 1 :0, bildete den Schluß des ersten Tages. Das Fest hat wieder einmal bewiesen, daß wir den Vergleich mit allen anderen Turnorganisationen aushalten. Berücksichtigt man die Jugend unserer Bewegung und die Schwierigkeit ihrer Arbeit, so gibt uns das für die Zukunft frohe Zuversicht. Die Fortschritte, die die Turnbewegung seit dem Hamburger Schauturnen gemacht hat, sind enorm. In Basel 1903 etwa 30, in Hamburg 1909 noch nicht 200 Turner, allerdings ohne Ortsvercin. in Berlin zum Kreisturntag 1913 über 500 bei geringem auswärtigem Besuch, und in Wien 1500, darunter etwa 200 Knaben und Mädchen aus dem Wanderbund „Blau-Weiß“. So dokumentiert sich in Zahlen der riesige Aufschwung, den ■ V Friedmann (Wien) beim Weitsprung. die Bewegung in den allerletzten Jahren genommen hat. Nur einer war unter uns, der alle diese Turnfeste mitgemacht hat, Herr Theobald Scholem, der frühere Vorsitzende der Turnersch'aft und des Bar Kochba-Berlin. ★ Daß der Sport in stärkerem Maße bei uns heimisch wird, das zeigte am nächsten Tage das Sportfest mit größter Deutlichkeit. Vor 4 Jahren in Hamburg war der Vivo es Athletikai Club in Budapest der einzige sporttreibende Verein des Verbandes. Auf dem 5. Turntag 1912 sah man sich schon genötigt, den Sport im Programm der Jüdischen Turnerschaft zu berücksichtigen. Waren doch inzwischen in Oesterreich eine Reihe voti jüdischen Athletik- und Fußballvereinen entstanden, hatten doch einzelne Turnvereine, wie der Bar Kochba in Berlin und in Hamburg, eigene Sport-Abteilungen gegründet. Diese jungen Organisationen zeigten nun in Wien die Resultate ihrer Arbeit, die naturgemäß keine Glanzleistungen sein konnten. So lag die Entscheidung in allen Konkurrenzen stets nur zwischen Wien, Budapest