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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-10-01 · 7 (Oktober/November 1913) · p. Seite 234

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
7 (Oktober/November 1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 234 (sequence 40)
Language
German
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234 No. 7 Ich begrüße ferner unsre Qäste die Herren Dr. Abeies, Ing. Rudolf Koppel und Dr. Felix Rosenblüth, Berlin, bewährte Mitglieder der Zionistischen Organisation, die durch ihr Erscheinen ihr Interesse an unsrer Arbeit beweisen. Wir haben Euch zusammengerufen, weil es wichtige Dinge zu besprechen gibt und w i r haben es getan, weil unsre Arbeit speziell der Organisation der Jugend gilt, mit der wir bei unsrer gemeinsamen Tätigkeit für das Hebräische Gymnasium in Jerusalem in Kontakt gekommen sind, und deren Tüchtigkeit und Opferwilligkeit wir bei dieser Gelegenheit kennen gelernt haben. Die Leitung der Zionistischen Partei ist mit uns der Ansicht, daß unter den Jugendorganisationen weder die einseitig intellektuellen, noch jene mit couleur-studentischem Gepräge die endgültig richtige Art darstellen. Sie ist im Prinzip für Tätigkeitsvereine, in denen körperliche und geistige Ausbildung sich harmonisch ergänzen. Im Zusammenhang damit stehen unsre Anregungen betreffend die Gründung von Wanderbünden — der jüdische Wanderbund Blau-Weiß in Wien wurde von uns im Monat Februar gegründet und hat bereits 170 Wanderer — und die Errichtung von Geschichts- und Hebräisch-Kursen eigener Art. Ferner wollen wir über die Schaffung einer Jugendzeitschrift beraten, in der jüdische und zionistische Probleme nach unserm Willen besprochen werden können, und die einen Kontakt zwischen Euch und zwischen uns und Euch herstellen soll. Was wir heute zu tun haben, ist nicht leicht und nicht wenig, und wir sind viele, die alle werden sprechen wollen. Darum wollen wir alle auf kleinliche und persönliche Standpunkte verzichten und unsere Aufgabe einzig darin sehen, Nützliches für unsere Sache zu beschließen. Hierauf brachte der Präsident folgendes Begrüßungsschreiben Dr. Max Nordaus zur Verlesung: „Freudigen Herzens begrüße ich den Westösterreichischen Jugendtag, dessen Programm alles in sich begreift, was geeignet ist, jüdische Jugend zu jungen Juden zu erziehen. Zwei Ursachen — eigentlich zwei Anblicke derselben Ursache — sind es, die unsere Jugend dem Judentum entfremden: ihre tiefe Unbekanntheit mit der Vergangenheit ihres Volkes und der Umstand, daß sie alle ihre Wissenschaft vom Judentum aus antisemitischen Quellen schöpft und durch Lektüre, Umgang und Unterhaltung dazu erzogen wird, sich selbst und ihr Volk mit antisemitischen Augen anzusehen. Sie empfindet alle sprezifisch jüdischen Eigenschaften antisemitisch, das heißt als abstoßende, hassenswürdige oder lächerliche Mängel, die man energisch abzustreifen, mindestens zu verbergen bestrebt sein muß, und sie weiß nichts von den aktiven und passiven Großtaten des jüdischen Volkes, die sie selbst jedem Fremden, sofern er sie kennt, ehrwürdig scheinen, seinen eigenen Söhnen aber Begeisterung, “e" wunderung und Stolz einflößen müssen. Der Wanderbund, der die jüdischen Jünglinge an den vertrauten, liebevollen Umgang mit ihren Altersgenossen gleichen Stammes gewöhnt, wird sie lehren, sich und ihre jüdischen Freunde mit jüdischen Blicken zu betrachten, daß heißt, ihre jüdischen Eigenschaften nicht als Makel, den ntan verheimlicht, sondern als Werte, die man hochgesinnt hervorkehrt, zu empfinden. Das wird sie zu aufrechten Juden machen, die sich geben wie sie sind, die nichts Gezwungenes, Aengstliches, Angelerntes an sich haben, und die an sich die Schönheit des Natürlichen und Unbefangenen entwickeln. Der Unterricht in der jüdischen Oeschichte wird sie zu Vollerben einer unvergleichlichen Vergangenheit voll adliger Gesinnung, Charaktergröße, Heldentum und Idealismus machen und ihnen den Besitz sittlicher Reichtümcr

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