Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 7 (Oktober/November 1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 222 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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222 No. 7 Kursus für schwache Knaben durchführen. Ein ebensolcher Kursus für Mädchen ist in Aussicht genommen. Unsere Ruderabteilung hat sich recht erfreulich entwickelt. Sie nahm an der jüdischen Regatta in Berlin teil, beschäftigte sich aber hauptsächlich auf dem Gebiete des Tourenruderns. Leider hat die Abteilung einen großen Teil ihrer besten Kräfte für das nächste Jahr dadurch verloren, daß sie ihrer Militärpflicht genügen müssen. Besonders erfreuliche Fortschritte macht unsere Fußballabteilung. Sie beginnt die Wintersaison mit drei ausgebildeten Mannschaften und wird sich hoffentlich bei Wettspielen mit verschiedenen anderen Vereinen wie bisher bewähren. Sie fühlt sich stark genug, um den Eintritt in den „Norddeutschen Fußballklub" vorzubereiten. Eine Knabenfußballabteilung ist vor kurzem gegründet worden. Zu dem Kreisturntag in Berlin entsandten wir außer unseren Delegierten eine Riege, die sich an kombinierten Bock-Reck-Geräten betätigte. Gegen die Angriffe des „Zentralvereins“ beteiligten wir uns mit anderen national-jüdischen Vereinen an einer Pnotestversammlung, bei der im Namen des „Bar Kochba“ folgende Erklärung abgegeben ist: „Der jüdische Turnverein „Bar Kochba“ ist nicht zionistisch, wohl aber national-jüdisch, infolge dessen legt er gemeinsam mit den Zionisten gegen die Resolution des Zentralvereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Protest ein, besonders gegen die in den Referaten zum Ausdruck gebrachte Animosität gegen die jüdische Turnbewegung.“ Zu dem Turn- und Sportfest in Wien entsandten wir eine Damenmusterriege. In Gemeinschaft mit dem Herzlklub beteiligten wir uns an dem historischen Kursus von Herrn Dr. Schlössinger. Dank den Bemühungen der Herren Rechtem und Fürstenberg gelang es uns endlich, einen eigenen Sportplatz zu beschaffen. Der Besuch war im allgemeinen ein recht reger, doch wird das Interesse unserer Mitglieder noch viel stärker geweckt werden müssen, um einen regelrechten Sportbetrieb durchzuführen. Am Schlüsse des Sommers hatten wir leichtathletische Wettkämpfe mit dem „Eppendorf-Großborsteler Fußballverein“, dem „Großborsteler Turnverein“ und dem Spielverein „Vorwärts“. Bei den Konkurrenzen belegten wir im Hochsprung den 3. und 4. und im Kugelstoßen den 2., im Weitsprung den 3. und 4. Platz. Den Hundertmeterlauf gewann Herr Herz in 11,4 Sekunden, im Achthundertmeterlauf belegten wir den 2. Platz. Unsere Knaben gewannen das Stafettenlaufen gegen die Schule am Holstenwall. Den Höhepunkt der Veranstaltungen bildete eine durch Großborstel gelaufene Achtzehnhundertmeter-Stafette, die wir in 4 Minuten 35 Sekunden gewannen. Zeigen uns derartige Spiele auch, wie viel wir noch zu leisten haben, so haben wir doch bei unseren ersten Wettkämpfen die jüdischen Farben würdig vertreten. Unsere Wanderabteilung führte regelmäßig zweimal im Monat Wanderfahrten aus. Unter Führung von Herrn FUrstenberg wurde auch eine zweitägige Pfingsttour nach den Mecklenburgischen Seen unternommen, bei der wir gemeinsam mit unseren Berliner Turnbrüdern und -Schwestern wanderten. Seit dem 1. April d. J. geben wir eigene monatliche Mit teil u ngen heraus, die sich mit den internen Angelegenheiten des Bar Kochba befassen und zu einem intimeren Zusammenhalten unter den Mitgliedern ebenso beitragen wie die allgemein beliebten zwanglosen Unterhaltungen- Anschließend an den mit Beifall aufgenommenen Bericht wurde di Bilanz diskutiert, aus der sich weiter eine erfreuliche Abnahme frühere Schulden ergibt. Wir haben einen Ueberschuß von 64,83 M.