Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 2 (März 1913)
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 58 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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58 No. 2 opfernd wie sonst, nur die Halfreihe war etwas schwach. Nun trat unsere erste Mannschaft in folgender Aufstellung auf den Kampfplatz: Halpern Sträußler Rosenthal Dukes Glasel Mehler Grasgrün Reiß Gansl Schönfeld Horwitz Die Vienna trat mit Ausnahme eines Halis komplett an und hatte sich noch durch den alten internationalen Back Lintschefsky verstärkt. Der Zuschauerraum war mit Gesinnungsgenossen voll, die mit gespanntester Aufmerksamkeit dem Matche folgten. Unsere Hoffnungen waren im besten Falle aui einen knappen Verlust gerichtet. Doch wie erstaunten alle Zuschauer, als sie in der Hakoah einen vollends gleichwertigen Gegner sahen, der in der 2. Halftime infolge seiner Ausdauer überlegen wurde. So konnte unsere brave Hakoah mit 4 : 4 der erstklassigen Vienna ein unentschiedenes Resultat liefern, das Vienna aber blos durch einen Eifmeterstoß ausgleichen konnte, während Hakoah einen Elfmeter verschoß. Spielverlauf: Vienna hatte Ankick und setzt sich durch eine Viertelstunde vor dem Hakoahtore fest, doch kann sie dank der grandiosen Arbeit Halperns, der sich selbst Ubertraf, und durch die sicheren Abwehraktionen Sträußlers und Rosenthals, die ihr erstklassiges Vis-ä-vis bei weitem übertrafen, keinen Erfolg erringen. Erst in der 25. Minute kann sie das erste mal einsenden. Jetzt raffen sich aber unsere Blauweißen auf und ziehen durch einen prachtvoll placierten Schuß Schönfels gleich. Noch vor Halftime kann Vienna zum zweiten male einsenden. Nach Halftime stand das Spiel im Zeichen der Hakoahoffensive, da Vienna das Tempo nicht gut durchstehen konnte. Vorerst kam Vienna durch einen Durchbruch zum dritten Punkt. Eine Minute später ein präziser Center Horwitz und Mehler sendet für Blau-weiß zum zweite Male ein. Bei einem Durchbruch des Mitteltürmers der Vienna diktiert der Schiedsrichter, ein Mitglied der Vienna, einen Elfmeterstrafstoß gegen Hakoah, der das Score der Vienna auf 4 erhöht. Bald darauf wird der Hakoah auch ein Elfmeter zugesprochen, der aber schlecht geschossen wurde. Bald darauf erzielt Orasgrün nach einem prachtvollen Lauf Punkt 3 iür Hakoah, dem Gansl Punkt 4 anschließt. Das Spiel stand bis zum Schluß in Hakoahoffensive. Die ganze Mannschaft verdient zu diesem Erfolge die größte Anerkennung. Wollen wir nun hoffen, daß sich die günstigen Auspizien auch wirklich erfüllen und daß wir bald unsere jüdische Hakoah als erstklassig begrüßen werden können. Ein guter Anfang für die heurigen Meisterschaftskämpfe ist bereits gemacht. Hoffentlich wird das Ende dem Anfänge würdig entsprechen. Leichtathletik: Das Training hat bereits begonnen und wird in Gemeinschaft mit den Turnvereinen eifrig betrieben. Schwerathletik: Diese neue Sektion der Hakoah ist hauptsächlich das Werk des alten Hakoahners Dr. Weiß, der es mit seltener Opferfreude verstand, diese Sektion ins Leben zu rufen. Ihn unterstützte in hervorragender Weise Herr Sigm. Deutsch mit der größten Energie. Diese junge Sektion nimmt erfreulichen Fortschritt und von zu Tag wird das Interesse für diese größer. Schwimmen: Auch diese Sektion nimmt von Tag zu Tag an Mitgliedern zu und wird wohltrainiert in die heurigen Kämpfe treten. Lemberg. J. T. V. „Dror“. Am 2. d. M. fand die jährliche Generalversammlung unseres Vereines statt. Außer dem Präsidenten Dr. Sterner erstatteten Turnwart Kroch Bericht über die Tätigkeit der gymnastischen Fachkomission und Turnbruder Fall über die im Vereine bestehende Scoutabteilung. Präsident Dr. Sterner betonte den rein nationalen Charakter,