Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 1 (Januar/Februar 1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- IRI
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2 No. 1 Das beste dieser Mittel ist unsere Monatsschrift. Während der rem turnerische und sportliche Teil nach besten Kräften ausgebaut und verbessert werden soll, wird der allgemeine, literarische Teil über unseren Verband hinaus der ganzen jiidischnationalen Jugend gehören. Das gemeinsame Ideal, es ist geboren aus denselben Enttäuschugen und Hoffnungen, die gleiche Liebe und der gleiche Haß durchlodert unsere jungen Herzen. Ueber alle Sprachverschiedenheiten und Qrenzpfähle hinweg eint uns der unbeugsame, jugendfrohe und jugendstarke Wille zur Solidarität im charakterbildenden Kampfe für die bessere Zukunft unseres Volkes. Und diese Monatshefte, sic sollen unserem nationalen Sehnen Worte verleihen, sie werden ein getreues Spiegelbild unsererselbst sein, unsere Fehler auszumerzen, unsere Vorzüge zu veredeln. Indem wir diesen neuen Jahrgang eröffnen, wenden wir uns an die gesamte jüdische Jugend. Euch allen, die Ihr jung und jüdisch empfindet, Sind diese Blätter geweiht, als das Organ der jüdischnationalen Jugend. Henry Unna. Unsere Palästinafahrt. Von Dr. Theodor Zlocisti. Unsere Reise ist gesichert! Stolz und froh stehen diese Worte da; und der Qlanz wie von lieben Festen leuchtet in ihnen auf; von Siegesfeiern! Alle, die unser Wanderruf traf, rangen mit ihrer Sehnsucht, mit ihren inneren Pflichten, mit den Bedrängnissen von aussen her. Und wer dennoch unterliegen musste, der staute in sich die Hoffnung auf, daß auch zu ihm einmal — und bald — die Stunde der großen Erfüllung kommen müßte, und seine'eigene Hoffnung setzte sich ihm zu einem Segnen der andern um. die festentschlossen zur Tat bängliche Sorgen niedertraten. Wie oft hörte ich von den „Glücklichen“ sprechen, die ihre Ferien so reich erfüllen konnten. Es klang wie Freude und wie Neid zugleich; und war so eigen untermischt von der Besorgnis, ob „Glück“ nicht Stärke und Selbstvertrauen ist. Als wir die Idee der Rucksackfahrt faßten, da bekamen wir alle einen Schreck vor unserem Planen. Und wir hatten Mühe, mit immer keckere» Phantasien die ernsten Bedenken goldig zu umschleiern. Im Anfang ist die Phantasie! Wirklich? An dieser Stelle ist man (schon aus Gründen der Bildung!) verpflichtet zu „stocken“. Steht nicht doch der Logos am Beginn?! Wir hatten vielleicht in unseren Aengsten eines vergessen: die Logik in der Entwicklung unsererselbst. Palästina ist uns nahe geworden. Alle „Vertiefung“ wäre Verflachung und Verflüchtigung, wenn wir nicht jenes chthonische Urgefühl wiedergefundeu hätten, das die Heimat jüdischer Kraft und jüdischen Geistes zur zentralen Gewalt aller Zukunftsarbeit umgeschaffen. Erst durch Palästina erhält auch die Diaspora nationale Bedeutung. Zu solcher Erkenntnis sind wir mühsälig, fast qualvoll emporgeschritten. Aus solchem Wissen ist das Bedürfen geworden, ein persönliches Verhältnis zum heiligen Lande zu gewinnen; ein irdisches, damit cs wieder die Tragkraft fände fiir die Symbole der Volkserhaltung. * Kosten der Reise. In meiner (überschwänglichen) Art hatte ich die Kosten der ganzen Reise (von München als Abfahrtsort) auf 300.— M. an-