Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 11/12 (11.1912)
- Date
- 1912-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 11-12 217 müssen auch alle Mitglieder durch eifriges und pünktliches Erscheinen beitragen, damit die Arbeit des J. T. V. ernst genommen und anerkannt werde. Die Begeisterung nur einiger Mitglieder reicht nicht hin, eine so große Vereinigung dauernd lebensfähig zu erhalten. Wien. I. Jüdischer Turnverein. Am 7. Oktober d. J. fand unsere diesjährige ordentliche Generalversammlung statt. Der Obmann, Herr Dr. Immerslück, erstattete den allgemeinen Rechenschaftsbericht, an den sich die Spezialgeräte über die Kassagebahrung, den Turnbetrieb und das Turn- Reräteinventar anschlössen. Uebereinstimmend konnten die Referenten eine gedeihliche Entwicklung des Vereins konstatieren. Der Turnbetrieb war während des ganzen Jahres ein sehr reger und wurde auch während der Sommermonate in fast unverändertem Umfange aufrechterhalten. Der stärkste Turnbesuch war beim Herrenturnen im März d. J., beim Damenturnen im Februar d. J. zu verzeichnen; die Höchstziffer wies im Herrenturnen der 14. März mit 127 Turnern und im Damenturnen der 12. Februar mit 84 Turnerinnen auf. Die Zöglings-Abteilung ist ebenfalls gegen das Vorjahr bedeutend gewachsen, und der Turnbesuch erreichte mit 56 Zöglingen im März d. J. seinen Höhepunkt. Aber nicht nur numerisch erfuhr der Verein eine Steigerung, sondern auch in turnerischer Beziehung machte er derartige Fortschritte, daß er heute einen der ersten Plätze unter den Wiener Turnvereinen einnimmt. Dieser turnerische Fortschritt kam auch bei den öffentlichen Darbietungen des Vereins zum Ausdruck, von denen die Beteiligung an der Makkabäerfeier der zionistischen Korporationen Wiens durch eine Musterriege am nochreck, das Zöglingsturnen am 27. Februar d. J. und unser großes, am 25. März d. J. in den Sofiensälen abgehaltene Schauturnen erwähnt seien. Den größten turnerischen Erfolg indes konnte der Verein bei dem zu Pfingsten d. J. in Berlin abgehaltenen Verbandsturntage verzeichnen, wo sich die vom Verein delegierten Mitglieder sowohl beim Wetturnen als auch in der Vorturnerstunde rühmlichst hervortaten und es ihnen gelang, beim ersteren den 1. 2. und 4. Preis zu erringen. Während der Frühjahrs- und Sommermonate wurde aui dem Cricketer- Platze Leichtathletik betrieben und auch auf diesem Qebiete wurden schöne Erfolge erzielt, von denen der Sieg des Vereins bei dem anfangs Juni d. J. abgehaltenen Sportmeeting der Hakoah beredtes Zeugnis gibt. Dieser Aufschwung und diese Erfolge des Vereins sind ausschließlich das Verdienst seines unermüdlichen Platzleiters, Herrn Emil Popper, der s'ch mit der größten Hingebung in den Dienst der jüdischen Turnsache stellte und dem für sein erfolgreiches Wirken der beste Dank gesagt sei. Durch Vorträge aus der Jüdischen Qeschichte und Literatur suchte der Verein seine Mitglieder mit denselben vertraut zu machen und durch gesellige Abende einander näher zu bringen. So suchte der Verein in jeder Beziehung dem Programm der Jüdischen Turnerschaft gerecht zu werden, die jüdische Jugend körperlich und sittlich zu kräftigen und sie in jüdischem Geiste heranzubilden. Die vorgenommenen Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Dr. Julius °eer, Obmann; Ing. Theodor Deutsch, Obmannstellvertreter; Dr. Erwin "aas, 1. Schriftführer; Otto Lerner, 11. Schriftführer; Isidor Horowltz, I. Turnwart; Julius Reiß, II. Turnwart; Ing. Emil Deutsch, Zeugwart; Leopold Wessely, I. Kassierer; Siegfried Weiner, II. Kassierer; Dr. Sigmund Fuchs, Isidor Holzer, Frl. Irma Wellwarth, Beisitzer. Dr. Beer. Dr. Haas.