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Jüdische Turnzeitung · 1912-05-01 · 5 (5.1912) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
5 (5.1912)
Date
1912-05-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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No. 5 87 Stamme treulos und feige, indifferent und verblendet den Rücken kehren, während Taufe und Mischehe an der Tagesordnung sind, soll der V. Jüdische Turntag das Werden einer neuen Jugend verkünden. Und die Ihr ringt und bartgt um die Zukunft unseres Volkes, erlebt mit uns den Jüdischen Turntag. Er wird Euch künden von einer trotzigen, empörten, aufrechten, selbstbewußten, wahrhaft jungen Generation der Judenheit. Ihr könnt, Ihr dürft, Ihr müßt neue starke Hoffnung schöpfen, wenn Ihr den Kongreß unserer Jugend seht; unserer Jugend mit den blitzenden Augen, mit den schwellenden Herzen, die Euch sprechen von einer erlebten Freude und einem erlebten Wollen. Unsere reine, jugendfrische Freude und unser fester, jugendstarker Wille, sie gelten der Arbeit im Dienste des jüdischen Volkes. Und der Gedanke an unsere letzten Ziele uadJPflichten, er verleiht die Weihe und Würde, den Ernst und die Freude," die wir dem V. Jüdischen Turntag. wünschen. In diesem Sinne heißen wir die Delegierten und Gäste des Turntages herzlich willkommen. Möge unsere Tagung ihrer- Aufgabe gerecht werden und der Erfolg dem entsprechen, was die Jüdische Turnerschaft und überhaupt die jüdische Allgemeinheit von ihr erwartet! Henry Unna. Zur Vorturnerstunde. Von Julius Hirsch-Berlin. Mit dem V, Jüdischen Turntag wird eine Verbandsvorturnerstunde verbunden sein. Dieser Veranstaltung kommt ein hoher Weit zu; sie steht in Ihrer Bedeutung nicht hinter den Verhandlungen des Turntages zurück, und Zweck dieser Zeilen ist es, ihre Wichtigkeit uflsern Vorturnern vor Augen zu führen. Auf dem Turntag selbst kommt das eigentliche Turnerische zu kurz; dort beschäftigt man sich fast ausschließlich mit organisatorischen Fragen. Von dem bisher üblichen Schauturnen konnte man nicht viel Neues mit nach Hause nehmen. Die Vereine aber, die den Jüdischen Turntag beschicken, sollen doch auch für ihren turnerischen Betrieb Nutzen ziehen, und ihre Vertreter sollen mit neuen Anregungen In ihre Heimat zurückkehren, um dort den Turnbetrieb neu zu beleben. Soll aber die Vorturnerstunde ihren Zweck erreichen, so muß sie entsprechend vorbereitet sein. Jeder Verein muß seinen Ehrgeiz darin setzen, zu zeigen, weiche Fortschritte seine Vorturner gemacht haben, wie er selbst durch gute Ausbildung seiner Vorturner für den turnerischen Betrieb gesorgt hat. Die Vereine, die noch nicht Uber technisch ausgebildete Vorturner verfügen, sollten es sich auf keinen Fall nehmen lassen, einige ihrer Turner an der Vorturnerstunde teilnehmen zu lassen. Ich kann heute schon mit Sicherheit sagen, daß fast alle Teilnehmer viel Neues in sich aufnehmen werden. Für sehr glücklich halte ich die Verbindung eines Wetturnens mit der Vorturnerstunde. In fast alten Verbandsvereinen ist dieser Beschluß sehr freudig aufgenommen worden, und wir werden unsere besten Turner in edlem Wettstreit um den Sieg kämpfen sehen. Daß dies für alle Vorturner, auch wenn sie nur Zuschauer sind, vielseitig anregend wirken wird, bedarf keiner besonderen Erklärung. Viel verspreche ich mir im besonderen von der verlangten Kürübung an den einzelnen Geräten.

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