Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 12 (12.1903)
- Date
- 1903-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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226 No. 12 sechsjährige Tätigkeit blicken kann, hervor. Wenn man dem Bericht Glauben schenken darf, ist es dem Vorstand jetzt gelungen, den Schwierigkeiten des vorigen Jahres völlig Herr zu werden. Der lang gehegte Wunsch nach einer Damenabteilung ist in diesem Jahre verwirklicht worden; konnten wir doch schon im Julihefte, wie sich unsere Leser noch erinnern werden, eine anziehende Illustration der neuen Sektion bringen. Bei Beurteilung der turnerischen Leistungen der „Aurora" ist davon auszugehen, dass nicht alle ihre Mitglieder auch zur Turnabteilung gehören; aber auch wenn man diese nur für sich betrachtet, ist die BesuchszifTer der einzelnen Turnabende für unsere Begriffe sehr mässig, sie beträgt in der Männerabteilung nur knapp 18 pro Abend; immerhin stellt sie gegenüber der vorjährigen Zahl von 15 Teilnehmern eine kleine Besserung dar. Die Durchschnittsziffer der Damenabteilung beträgt ein wenig über 10. Viel Mühe hat die Gründung der Schülerabteilung gekostet; es galt, die Bukarester Judenheit davon zu überzeugen, dass das Turnen ein unerlässlicher Bestandteil der modernen Erziehung ist, aber schliesslich gelang auch diese schwierige Aufgabe. — Die Finanzen lassen zu wünschen übrig. Dem hohen Etat von 4454,40 Lei steht das nur minimale Saldo von 121,20 Lei gegenüber. Wir hoffen, im nächsten Jahre einen grösseren Fortschritt der „Aurora" konstatieren zu können. Frankfurt a. O. Turnverein Jung-Juda. Am Sonntag den 19. November sprach der Schriftführer unseres Vereins, Herr J- Nathan über „Jüdische Einwanderer in London". — Redner, der selbst längere Jahre in London gelebt hat, führte in anschaulichen Worten das Elend der Juden des Londoner East-Ends, die zum grössten Teil aus russischen Einwanderern bestehen, aus; er zeigte, wie schwer unsere Stammesgenossen arbeiten müssen, um nur das Notwendigste zur Stillung ihres Hungers zu erwerben, und wie manchem trotz schwerer Mühsal nur ein Nachtlager unter freiem Himmel winkt. Er schilderte uns, wie ungünstig diese Verhältnisse auf die Fortentwicklung eines durch jahrhundertelangen Druck an sich schon körperlich zurückgegangenen Volkes wirken müssen, und wies am Schlüsse seiner Rede auf die segensreichen Wirkungen hin, welche die jüdischen Turnbestrebungen auch bei diesen schwer um ihren Unterhalt kämpfenden Brüdern haben. Sch. München. Jüdischer Turnverein. Am 9. d. M. hielt der hiesige Turnverein „Esra" unter der Leitung seines 1. Vorsitzenden Dr. Straus eine ausserordentliche Generalversammlung ab, die auf Antrag des Vorstandes einstimmig den Beschluss fasste, den bisherigen Vereinsnamen in den zutreffenden „Jüdischer