Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 9 (9.1903)
- Date
- 1903-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 9 179 A. Jacob das Wort zu einer herzlichen Ansprache, in der er das gemeinsame Interesse hervorhob, das uns Juden verbindet, und schloss mit der Mahnung, nicht zu erlahmen in dieser Arbeit, sondern auf dem Boden, den sich die Turnerschaft geschaffen, kräftig vorwärts zu schreiten. Ein Kommers, von Herrn Dr. M. Levy geleitet, vereinigte nach dem Turnen die Mitglieder. In der neuen Halle wird regelmässig jeden Montag und nunmehr auch jeden Donnerstag Abend von 9 bis lOVa Uhr geturnt. Auch die am 2. Septbr. ins Leben tretende Damen-Abteilung, zu der sich bereits ca. 60 Damen angemeldet haben, wird hier am Montag und Mittwoch turnen. — Unser langjähriges überaus verdienstvolles Mitglied, Schriftwart H. Seligmann, ist plötzlich aus der Turnerschaft ausgeschieden, um einem Rufe nach Hannover zu folgen, wo ihm ein grösseres Feld für seine geschäftliche Tätigkeit geboten wurde. Sowohl auf dem Kommers, von Herrn Dr. M. Levy, wie auch auf dem Turnplatze wurden die grossen Verdienste, die Herr Seligmann sich um die Turnerschaft erworben, gebührend hervorgehoben und ihm der herzlichste Dank der Turnerschaft ausgesprochen. An seiner Statt hat der Turnrat seinen Bruder, Herrn J. Seligmann, als Schriftwart cooptiert. — Am Sonntag, den 9. August, unternahm die Turnerschaft von prachtvollem Wetter begünstigt ihre zweite diesjährige Turnfahrt. Um 3V2 Uhr nachm. fuhr eine stattliche Anzahl von Teilnehmern per Dampfer nach Moorburg und von dort ging es zum Teil über freie Felder, zum Teil durch herrliche Waldungen zur „Majestätischen Aussicht". Nach kurzer Rast und nach einigen wohlgelungenen photographischen Aufnahmen der Mitglieder wurde der Marsch nach dem Endziel „Peter's Höhe" auf dem Kiekeberg eingeschlagen. Hier wurden Turnspiele abgehalten. Gegen Dunkelwerden begann der Rückmarsch, wiederum durch die Waldungen der Haake nach Hausbruch, von wo aus die Rückfahrt nach Hamburg per Bahn angetreten wurde. J. S. Kopenhagen. Gelegentlich seiner kürzlichen Anwesenheit in Kopenhagen brachte Herr Georg Wolff (Bar Kochba-Berlin) über den daselbst bestehenden jüdischen Turnverein Folgendes in Erfahrung: Der Verein ist vor einem halben Jahre von Mitgliedern der Kopenhagener Zionistischen Vereinigung gegründet worden und hat es verstanden, in der kurzen Zeit seines Bestehens das Interesse der 3000 Personen starken jüdischen Bevölkerung für die jüdische Turnidee zu erwecken und zu erhalten; dies ist aber im Hinblick auf die Tatsache, dass in Dänemark der Antisemitismus tatsächlich fast gänzlich unbekannt ist, ein sehr bemerkenswerter Erfolg. Geleitet wird das Männerturnen von einer — Dame, der gepr. Turn- und Schwimmlehrerin Frl. Emilie Mayer; eine Frauenabteilung existiert bisher noch nicht. Während der Ferien ist der