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Jüdische Turnzeitung · 1903-08-01 · 8 (8.1903) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
8 (8.1903)
Date
1903-08-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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136 No. 8 Das erste und wichtigste dieser Mittel ist, abgesehen von der sozialen Fürsorge für das jüdische Proletariat, die Pflege des Turnens, angefangen von der vermehrten Aufmerksamkeit, die die jüdischen Eltern dem Schalturnen und häuslichen Turnübungen ihrer Kinder widmen sollten, bis zum Vereinsturnen der Männer und Frauen, mit seiner Mannigfaltigkeit, seiner Disziplin, seiner Eigenschaft, soziale Gegensätze zu überbrücken. Dementsprechend geben wir Anleitung fürs praktische Turnen im Verein, aber auch im Hause für den, dem aus irgend welchem Grunde das Turnen im Verein unmöglich ist, wir suchen durch Aufsätze turnerischen Inhalts das Interesse an der Sache in jüdischen Kreisen zu erwecken und rege zu halten, und streben, die edle Turnkunst auch den Juden solcher Länder zugänglich zu machen, wo sie bisher noch gar kein oder ein nur kümmerliches Dasein gefunden hat. Neben dem Turnen sind einzelne Sportzweige, wie Schwimmen, Rudern, Radfahren, Rasenspiele ein wichtiges Werkzeug zur körperlichen Erziehung und erfordern daher unsere Beachtung und Förderung in erhöhtem Masse. Schliesslich haben wir für die Verbreitung wichtiger Lehren der Hygiene einzutreten. Darunter fällt z. B. der Hinweis anf nervenstärkende Berufe, wie Gärtnerei und Ackerbau; auch auf die Fragen des Alkoholmissbrauches, der Schädlichkeit der Verwandtenehen u. a. müssen wir unser Augenmerk richten. Das ist, kurz und knapp, unser Programm, es ist aber auch zugleich das Programm aller derer, denen gleich unsdie Zukunft unseres Stammes am Herzen liegt; Ihr alle habt zu uns zu stehen, gleichgiltig, welcher Partei Ihr angehört, sofern Euch nur diese Liebe mit uns eint. Es ist nicht der schlechteste Teil von Judas Jugend, der alles Edle und Schöner alles Kraftvolle, allen Mut, alle Hoffnung für unsere Zukunft in diese jung und frisch pulsierende Bewegung hineinlegt. Wie wächst doch ein jeder über sich selbst hinaus, der herantritt, an diesem grossen Werk mitzuschaffen, mitzufördern! «Deine Ehren neu zu mehren, Wollen wir zusammenstehn. Unser Streben sei auf Erden: Stark und frei muss Juda werden, Strahlend soll es auferstehn!»

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