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Jüdische Turnzeitung · 1903-02-01 · 2 (2.1903) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
2 (2.1903)
Date
1903-02-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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36 liehen Turnvereine ausgetreten sind und einen eigenen Verein „Jahn" gegründet hätten. Die Juden schlössen sich nun noch mehr als bisher dem deutsch-freiheitlichen T. V. an, und so wurde der „I. Olmützer jüd. Turnverein" so sehr geschädigt, dass er bis auf weiteres suspendiert werden musste. Von geschätzter Seite geht uns nunmehr die Mitteilung zu, dass der deutsch-,freiheitliche" Turnverein ständig an Mitgliedern verloren hat (in wenigen Monaten traten 120 aus und in den antisemitischen T.-V. „Jahn" über). Nunmehr hat der „Iiberale,; Verein in seiner letzten General-Versammlung beschlossen, sich wieder mit dem „Jahn" zu vereinigen. — Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass damit der Antisemitismus in Olmütz einen offenkundigen Triumph davon getragen hat. Wir können diese Entwicklung der Dinge, mag sie auch im Augenblick die jüdische Turnsache in Olmütz geschädigt haben, nur als einen weiteren Schritt zur Klärung der Sachlage auffassen: uns ist seit jeher ein offener Krieg lieber gewesen als ein fauler Friede. — Nunmehr steht vielleicht doch zu erwarten, dass wenigstens ein Teil derjenigen Juden, welche bisher unter beklagenswerter Verleugnung ihrer Würde sich in dem „deutsch-freiheitlichen" Turnverein zu halten gesucht hatten, die Konsequenz ziehen und dem dortigen jüdischen Turnverein beitreten werden. Die Lage der österreichischen Juden ist wahrlich keine beneidenswerte. In dem unerbittlichen Kampfe der kulturellen, socialen und persönlichen Momente, — das mögen sich die jüdischen Schleppenträger aller derartigen deutsch-,freiheitlichen" Institutionen gesagt sein lassen — darf aber nie und nimmer der kategorische Imperativ der Selbstachtung verloren geben. Der ist ein edlerer und besserer Vertreter deutscher Kultur, der im jüdischen Verein turnt, ein freier Mann unter seinesgleichen, als der, welcher als Aschenbrödel und Handlanger im deutsch-„liberalen" stets bang geduckt auf dem „qui vive" des Antisemitismus zu stehen hat! D. Redakt. Bielitz-Biala. Am 31. Dezember v. J. fand das IV. Stiftungsfest unseres Vereins statt, welches sich eines überaus zahlreichen Besuches erfreute. Der Obmann, Herr Dr. Haas, hielt in schwungvollen Worten die Begrüssung»ansprache. Nach einer vorzüglichen Darlegung des Wertes des Turnens richtete er einen ernsten Appell an die hiesige intelligente Jugend, die körperliche Ausbildung nicht mehr wie bisher zu vernac lässigen, sondern der

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