Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 10 (10.1902)
- Date
- 1902-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 10. 172. bildeten Spiele. Eine stattliche Anzahl Gäste hatte unserer Einladung Folge geleistet, die der Feier von Anfang bis zn Ende mit sichtlichem Interesse, und ohne mit ihrem Beifall zu kargen, beiwohnten, unter ihnen auch der Direktor der Realschule, Herr Prof. Dr. Penner nebst Familie, dem wir für sein verständnisvolles und liebenswürdiges Entgegenkommen auch an dieser Stelle herzlichst danken. Die Eröffnung der Mädchenabteilung am 8. Oktober fand, anders als geplant, nicht in der Halle der Luisen- Schule in der Ziegelstrasse, sondern in der Turnhalle Auguststr. 67/68 statt. Die Feierlichkeiten boten im wesentlichen dasselbe Bild wie bei der neuen Frauenabteilung. — In die letztere traten 25, in die Mädchenabteilung 14 Mitglieder ein, und es steht zu erwarten, dass diese nenen Zweigabteilungen des Vereins, gleich seinen bisherigen Institutionen, sich eines kräftigen Emporblühens erfreuen werden. — Abschiedskommers. Für unsere Berlin und den Verein verlassenden Mitglieder Referendar Zirker und cand. med. Blum wurde ein feierlicher Abschiedskommers veranstaltet, an dem sich eine sehr beträchtliche Anzahl unserer Vereinsschwestern und -brüder beteiligten. In teils ernsten teils launigen Worten wies der Vorsitzende Dr. Tuch auf die Verschiedenheit der beiden Scheidenden und ihre Bedeutung für die Eniwickelung unseres Vereinslebens hin. Die Gefeierten lehnten den Dank des Vereines ab, Blum indem er hervorhob, wieviel er dem Verein selber schulde, Zirker, indem er erklärte, er habe in der Arbeit zugleich seinen schönsten Lohn gefunden. An den Kommers schloss sich ein Tanzkränzchen, das die flotten Jüngerinnen und Jünger „Bar Kochbas" bis in die Morgenfrühe beisammen hielt. Was Zirker und Blum uns gewesen, lässt sich nicht mit einigen Worten abthun. Wir verlieren in ihnen zwei der tüchtigsten und energischsten Mitglieder des Bar Kochba, die mit ganzer Kraft und ungeteilter Liebe für die jüdische Turnsache eintraten. So mancher verliert in ihnen auch die i m nahestehenden Freunde, mit denen ihn ein herzliches Treuverhältnis verband. Mögen sie gesund und arbeitsfreudig aus ihren neuen Wirkungskreisen zu uns zurückkehren und die alte Liebe und Freundschaft an alter Stätte erneuern! Wir haben gesungen gescherzt uud gelacht Und ein Tänzchen bis morgens um drei gemacht. Es ward sogar eine Wanduhr versteigert, Und fast niemand hat sich zu bieten geweigert.