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Jüdische Turnzeitung · 1901-07-01 · 7/8 (7.1901) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
2 (1901)
Issue
7/8 (7.1901)
Date
1901-07-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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No. 7/8. loo. Fünftes Bild. Die Gemeinde Gabelbach. Ilmenau! Welche Fülle von Erinnerungen weckt dieser Klang in uns! Goethe*s Bild steht vor uns; Goethespuren aller Orten. Auf klassischem Boden klimmen wir zum Kickelhahn hinauf; unser Weg ein schwellender, grüner Naturteppich. Doch ehe wir das auf dem Gipfel liegende Goethehäuschen besuchen, in welchem „Wanderers Nachtlied" die ergreifende Stimmung wunderbar wiedergiebt, pochen wir am Gabelbach an, voll Verlangen, die hier oben hausende Waldgemeinde kennen zu lernen, von der schon vordem manche merkwürdige Kunde an unser Ohr gedrungen ist. An den Wänden der gemütlichen Stube des „Gemeindehauses" hängen dicht nebeneinander zahllose Bilder der für diesen Ort bedeutungsvollen Männer, vor allem solche von Scheffel, Goethe, Bismarck. Hier oben ist wahrhaftig kein schlechter Ort zum Scherzen und zum Trinken, das spüren wir bei dem kräftigen Imbiss, den wir hier zu uns nehmen, und der selbst dem hungrigsten und durstigsten Mann durch Qualität und Quantität eine freudige Ueberraschung bereiten muss. Diese eminenten Vorzüge haben sicherlich am meisten die die Gemeinde Gabelbach bildenden „Ortsnachbarn" empfunden, die ah eine lustige Humor- und Zecbgesellschaft, eventuell auch, wenn's nötig ist, mit unbeschränktem Blödsinn, «ich allsonnabendlich nachmittags und abends zusammenfindet, um fern vom Weltgetriebe hier oben ihr Sehnen und Füh!en ausklingen zu lassen. Eigenartige Satzungen, deren einzelne Bestimmungen sogar dem Juristen ein Grausen einflössen, regeln das Leben der Gemeinde und bilden selbst die Quelle heiterster und ausgelassener Interpretation. Als Ehrenschulze fungierte Fürst Bismarck. Von den Beamten im ordentlichen Dienst ist der Gemeindevorsitzende z. Z. Justizrat Schwanitz, der vertraute Freund Viktor von Scheffeli zu nennen; unter den ausserordentlichen Beamten der Gemeindepoet, früher Scheffel, dann Friedrich Hofmann, jetzt Rudolf Baumbach. Professor Oncken ist „Welthistoriker", August Trinrus „Reichshistoriopraph" der Gemeinde. Die Litteratur über Gabelbach ist bedeutend, aber auch die von der Gemeinde selbst herausgegebenen „Gabelbachiana" muss man, wenn man von einer Anzahl allzu lokalen oder auch minderwertigen Gedichten absieht, teilweise zur litteratur zählen. Eine Probe soll den goldigen Humor, der in .Gabelbach seine Heimat hat, wiederspiegeln:

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