Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 5 (5.1901)
- Date
- 1901-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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herausgegeben vom Jüdischen Turnverein „Bar Kochba", Berlin. Redactionsausschuss: Hermann Jalowicz, N., Schönhauser Allee 182a; Max Zirker, N., Krausnickstr. 16. Das Blatt erscheint in der Mitte eines jeden Monats. Alle - Einsendungen, Geldbeträge und Abonnementsbestellungen sind an H. Jalowicz zn richten; auf die Redaction bezügl. Sendungen müssen bei demselben bis zum 5. jedes Monats einlaufen. Abonnementspreis (incl. Porto) fllr Deutschland und Oesterreich-Ungarn jährlich Mk. 2,—, für alle Übrigen Länder Mk. 2,50, einzelne Nummern 20 Pig. Die körperliche Entartung der Juden, ihre Ursachen und ihre Bekämpfung. ährend bezüglich des Wertes oder Unwertes jüdischer Moral V V sich zwei deutlich geschiedene Meinungen gegenüberstehen, nämlich die absprechende der Antisemiten und die auf erfahrungsmässigen Grundlagen fussende, günstige Auffassung der Juden sowie ihrer Freunde, ist bei der Frage über die Entartung der jüdischen Nation, resp. ihre Gleichwertigkeit mit anderen Völkern eine abermalige Spaltung zu beobachten. Nicht nur Gegner jüdischer Eigenart, sondern Juden selbst sprechen und schreiben von einer Degeneration des jüdischen Stammes, welche wiederum von anderen Juden geleugnet wird. Eine Entscheidung darüber, ob das Volk Israel in körperlicher Hinsicht nicht mit seinen »Wirtsvölkern" zu wetteifern vermöge, ob es diesen gleichkomme °der unter ihnen stehe, kann nicht allzu schwer zu treffen sein; und eine ruhige Betrachtung unseres Problems, die sich gleich fern hält von nervös-empfindlichem Nationalstolz wie von blindwütendem Rassenhass — der eine sieht in finsteren unterirdischen Höhlen strahlendes Licht, der andere entdeckt am sonnenhaften Glanz nur dunkle Flecke — muss, denke ich, sicher zum gewünschten Ziele führen. Von eingewurzelten, altersgrauen Urteilen, die ebenso gut altersgraue Vorurteile sein können, brauchen wir uns nicht im mindesten beeinflussen zu lassen. Wir Von Hermann Jalowicz. 5