Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1939. Bestand UB Ffm
- Issue
- Januar 1939
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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Ejn^Aun^Un« durchgeführt werden, «in wartvoBee Staats- Die Japaner beschäftigen «ich tat ihrer Mehrheit mit Ackerbau, und zwar vor allem mit dem Anbau von Baumwolle und GemtUe an der Küste. Die Chinesen werden als die unerwünschtesten Einwanderer betrachtet und ihr« Einwanderung ist gesetzlich beschrankt. Sie widmen sich tan allgemeinen dem Einzelhandel. Sie assimilieren sich und versuchen, sich dem Lesen des Landes aimsjtaasiiii Die Italiener und Spanier lassen sich im allgemeinen nicht dauernd tan Lande nieder und kehren in ihre Heimatländer zurück, wenn sie einhesilmmtae Kapital niwotben Ii ab an Im sIlgametTien treiben nie tat den verschiedenen Provinzen Handel; nur sehr wenige widmen sich der Landwirtschaft Unter den 4006 Angehörigen verschiedener Nationalitäten finden eich eine gewisse Anzahl von Amerikanern und anderen Ausländern, die Vertrater 4er Bergwerksgesellschaften •faüL Man schätzt fltre Zahl auf ungefähr 2800. Der Rest - nämlich etwa 180» - sind Juden. 4. Regierungslqrm und Innenpolitik Die neue Verfassung Penis-wurde am 9. April 1933 erlassen. Die Legislative übt ein auf fünf Jahre gewählte« Abgeordnetenbaus gemeinsam mit einem auf je sechs, Jahre gewählten Senat aus. Die Exekutive liegt beim Präsidenten, dessen Amtsperiode fünf Jahre Währt'..'Ihm stehen ein Wirtschaftsrat und ein von ihm ernanntes Kabinett von 9 Ministern zur Seite. Wahlpflicht ig sind die Männer über 21 Jahre, soweit sie keine Analphabeten sind; Frauen Wahlrecht existiert nur für Munizipalwahlen. Seif Mai 1935 besteht ein ausschließlich aus Militärs gebildetes Kabinett. Präsident Benavides wurde 1986 nach drei- , jähriger Ämtsdauer wiedergewählt; gleichzeitig löste das Parlament sich auf und übertrug dem Präsidenten diktatorische 'Vollmächt;' Religion*-, Denk> and Pressefreiheit sind von des Verfassung zugesichert. Mitglieder „politischer Parteien internationalen Charakters" dürfen kein öffentliches Amt bekleiden. Die Staatsreligion ist .katholisch; neben Uruguay ist jedoch Peru das einzige Land Südamerikas, in dem eine Ehescheidung (bei gegenseitiger Zustimmung) gesetzlich gestattet ist. Im ganzen gilt .die augenblickliche Lage als sehr befriedigend. Die Regierung ist unabhängig Und sorgt für den Wohlstand"und den Portschritt des Landes. Besondere Hochschätzung genießt der Präsident», tili' -* * Man hat aber große Furcht vor der, Einwanderung kommunistischer Elemente und ergreift gegen sie alle Vorsichtsmaßregeln, besonders seit den letzten Unruhen in Brasilien, Uruguay und anderen Ländern. HL Dia Wirtschaft Perus Wirtschaftsleben wird gegenwärtig durch seine Bergbau- und Agrarerzeugung, in gewissem Umfang auch durch seine Waldwirtschaft, bestimmt Perus zukünftige industrielle Entwicklung durfte vor allem „von dar Verbesserung seiner Verkehrsverhältnisse abhängen, die auch die Voraussetzung für die kolonisatorische Erschließung weiter und reicher Gebiete bildet . 1. Landwirtschaft i Bedeutsamstes Agrarprodukt Perus ist die Baumwolle, die hauptsächlich in den Küstentälern kultiviert wird Fünf Hauptsorten werden unterschieden. Etwa 40000 Landarbeiter sind auf den großen Gütern durch die BaumwollWirtschaft beschäftigt, zu denen noch Tausende - von kleinen. Anbauern kommen. Eine etwaige BaumwoUkonjunktur kommt also in Peru nicht nur-wenigen Großunternehmern zunutze. Mit Ausdehnung der Bewässerungsanlagen wachsen die Hektarerträge ständig. Peru hat ab) Baumwollerzeuger eine große Zukunft. - Die Produktion von entkörnter Baumwolle betrug tan Erntei'ahr \ 1936 63 600 t, die von Baumwollsamea in der gleichen •eriode 142 000 C Der Exportwert dar Baumwolle betrug 1630 etwa 01,6 Millionen Soles (1 Sol' — 0,58 RM.). Die Baumwolle bringt etwa ein Viertel dea Wertes der Ausfuhr ein. Die Verarbeitung dea Baamwollsamens ist für Perus Industrie von großer Bedeutung. 8000 t Oel und 28 000 t Oelkuchen betragt die jährliche Produktion. Es bestehen noch bedeutende Möglichkeiten das Anbaus, iaabesondere aber dar industriellen Verwertung derBaumwoll-Urerzeugnisae. Als außerordentlich günstig aind die klimatischen, boden- und produktionskostenmäßigen Voraussetzungen des Anbaus von Rohrzucker, Perus zweitwichtigstem Agrarprodukt, zu bezeichnen. Rohrzucker wird meist im Großbetrieb angebaut. Das Änbaugebiet zieht sichüber dea ganzen Küstenstreifen hin, geerntet wird wahrend dea ganten Jahres. Von insgesamt 409 500 t Produktion im Erntejahr 1636 wurden 328 0001 im Warte von rund 25 Millionen Soles ausgeführt. Bis 1931 mußte Peru Rata in großen Mengen einführen. Seitdem ist es imstande, sich damit annähernd selbst zu versorgen. Die VV e i z e n Produktion reicht nicht aus. den eigenen Bedarf au decken. Durch rationellere Bewirtschaftung "—Versuchsinstitute sind bereits eingerichtet — soll der Ertrag gesteigert werden. Dem Obstbau bietet Peru «ehr große Möglichkeiten, die freilich bisher noch «»ausgenutzt blieben. Die Anwendung moderner gärtnerischer Kultivierungsmethoden könnte europäischen Siedlern große wirtschaftliche und züchterische Erfolge bringen, da. europäisch geschulte, methodisch arbeitende Siedler den Japanern, die, bisher den Obstbau betrieben," überlegen waren. Schon jetzt werden Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, AepfeL Pflaumen, Datteln und besonders schöne Orangen angebaut. Die Reifezeit der südperuanischen vorzüglichen Trauben fällt mit der Keapphertsperiotte dar nördlichen Länder zusammen. Bananen müssen von Ecuador importiert werden, obgleich die peruanische« Küstentäler zu ihrem Anbau geeignet sind. Die Verwirklichung dieser unausgeschöpften Möglichkeiten und die Ausnutzung der schon vorhandenen Obstkulturen könnte einer fruchtverwertenden Industrie und ■ Absatzorganisation zur Grundlage dienen '{Konserven, Marmeladen, Fruchtsafte usw.). Von anderen Produkten seien hier' noch China- -rinde, Koka, Tabak, Kakao und Kaffee genannt; letzterer wird auch in geringen Mengen exportiert. ■Von diesen wie von allen oben genannten Agrar- Rrodukten gilt das gleiche: Anwendung wissenschaftlicher lethoden und Bewässerungsanlagen vermögen ihren Anbau in kaum zu ahnender Weise zu fördern, da im allgemeinen Klima und Boden günstig und Landarbeitskräfte billig sind Zwar sind jetzt schon gute Systeme künstlicher Bewässerung über das Land verbreitet und auch noch im Bau, aber deren Ausdehnung würde nicht nur dem Landbau dienen, sondern auch, durch Schaffung von Weideplätzen und-Futterzucht, ein« weit größere Viehzucht ermöglichen, als es bisher geschehen konnte. Dar augenblickliche Bestand an Rindvieh wird auf 1,9 Millionen Stück geschätzt, an Schafen auf 11 200000, an Schweinen auf 800 000, an Ziagen, Lama«, Alpacaa auf ja 660000, ferner noch je 400000 Pferde, Maultiere und Esel. Häute und Felle werden exportiert (Wart 1986t 8,1 Millionen Soles). Wolle feiner Qualität wird geschoren and exportiert (1986 im Warte von 12,8 Millionen Soles). , Die Kolonisierung des Lande« wird von der Regierung in jeder Weise gefördert K a u t s c h u k - Gewinnung durch Raubbau war einst für das Land von größter Wichtigkeit Heute ist Perus Gummiproduktion auf einen Bruchteil der früheren und damit „zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken.