Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1939. Bestand UB Ffm
- Issue
- Januar 1939
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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r> l machte «eh. fai letzten Jahren eine bezeichnende Umgruppier u n g bemerkbar. Japan rückte gewaltig «er, wie denn die Japaner überhaupt in den "kleinen und inneren Lindern Südamerikas die grüßten Fortschritte machen. Die Einfuhr aus Deutschland, die 1935 auf 60 v. H.' des Vorjahrstandes zurückging, scheint durch die Ausnutzung des Askiverfahreua durch die 'paraguayanischen Importeure sich neuerdings günstiger zu gestalten. Die folgende Tabelle gibt einen Ueberblick über den Handel zwischen Deutschland und Paraguay: Deutschlands Außenhandel mit Paraguay 1937, in 1000 RM 2092 295 3ttB 39 134 IV. Aussichten für Einwanderer Bei der Armut. Bedürfnislosigkeit und geringen der einheimischen Bevölkerung sind die Aussichten fül _. sind unvorstellbar gerin« Für i Konsultationen werden Honorare Von etwa 30 Pf. dort, da die arme Bevölkerung nicht mehr Sehlen kann; oft begnügen sich die Aerzte sogar damit, ihre eigenen Rezeptoren mit geringem. Nutzen abzugeben. — Auf dem flachen Lande finden einzelne Aerzte bei sehr bescheidenen Einnahmen ■ noch ein großes. Arbeitsfeld, doch sind die rechtlichen V rhältnisse •ehr unsicher, da ausländische Aerzte die Erlaub:-' au praktizieren aar an dea Orten erhalten, an denen Aar-«« paraguay- Staatsangehörigkeit nicht vorhanden sied; die Erlaubnis muß jedes Jahr erneuert werden, kostet eine kleine Gebühr und erlischt sofort, wenn Sieh ein einheimischer Arzt attr gleichen E i a f u h r insgesamt 4 473 Davon: Wolle 246 Baumwolle 206 Felle and Haute Rohtabak Ausfuhr insgesamt Davon: Garn aas Baumwolle BaumwoUgewebe . r.-- Papier und Papierwaren Farben, Firnisse, Lacke 78 Sonstige chemische und pharmaz. Erzeugnisse 381 Glas und Glaswaren 84 Bleche und Draht /---.- 125 Maschinen aller Art 285 Werkzeuge und landwirtschaftliche Gerate 186 Sonstige Eisenwaren - 621 Waren aus Kupfer . ' 52 Elektrotechnische Erzeugnisse 108 Sonstige Erzengnisse der Feinmechanik 86 Nach einem Bericht der Deutsch-Südamerikanischen Bank A.-G. besteht insbesondere für folgende deutsche Waren Interesse: Chemikalien, kosmetische und pharmazeutische Produkte; Klemeisecand Stahlwaren, Drahtgewebe; Arzte- und Hoepitalbedarf; Papierwaren. „ 5. Wirtschaftliche Entwicklung Die Aufwärtsentwicklung des paraguayanischen Wirt-' schaftslebens wurde durch den Chacokrieg jäh unterbrochen. Auch nach dem (siegreichen) Abschluß des Krieges ist .noch keine Beruhigung eingetreten, da die Regierung wiederholt wechselte und auch die derzeitige Regierung noch mit inner- , für ihren politischen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Die Entwich* rang hingt davon ab, in welchem Maße die jetzige Regiescheltlich« rung sich als stabil erweisen wird, und ob es gelingen wird, fremdes Kapital ins Land zu ziehen. Ort niederlaßt. Ungleich günstiger als für Einwanderer mit städtischen Berufen sind die Aussichten für Landwirte — weniger im Chacogebiet, an» die große Hitze, der Mangel an Trinkwasser und die Ungezieferplage gewaltige Anforderungen an den Siedler stellen, als vielmehr in dem überaus fruchtbaren, ungezieferfreien und klimatisch begünstigten S Ados ten des Landes, dem «Garten Südamerikas". Freilich werden sieh auch hier nur Naturen durchsetzen, die keine Mühe und Entbehrung scheuen, über eine robuste Gesundheit verfügen und nicht nur reine .Landwirte na europäischen Sinne, sondern auejj^h a n dyzji r kJLieh. «e^_ schickt und «iwKli»nflip genug sind, um sich" in jeder Situation, beim Häuserbau, bei der Möbeltischlerei, beim Boot- oder Wegebau allein zurechtzufinden. Derartige Kolonisten können damit rechnen, daß sie in etwa ein bis zwei Jahren tos Ertrage ihrer Arbeit leben können. Mindestens solange müssen ihre Geldmittel reichen, um sich bescheiden ernähren und um Werkzeuge, Samen, Haustiere usw. kaufen zu können. Für diese Arbeiten kommt aber nur allerbestes Menschenmaterial in Frage, denn die Siedlungen liegen oft weitab von allem Vorkehr, und das Loben in der Einsamkeit, das Fehlen von gute.. Straßen, Telegraph, Telephon and' oft sogar Pool sowie die ungeheuren Entfernungen stellen außerordentliche Anforderungen an den Siedler. Im ganzen kann man sagen, daß Paraguay, besondere im Osten das Landes, für junge, anpassungsfähige Pioniernaturen günstige Bedingungen zur Siedlung bietet; und von den Juden aus Deutschland, die sich zur Siedlung in Paraguay entschlossen haben, ist heute" zum mindesten ein Teil mit seinem Los rocht zufrieden (vgl. hierzu auch die Briefe aaa Paraguay). Endlich sei auch darauf hlngsiii lesen, daß die Regierung aardie Einwanderung von Landwirten wünscht und diesen besondere Vergünstigungen gewährt;-, d» vpn den Einwanderern . persönlichen Gebranch Möbel, Sämereien, Gegenstände, szeuge, landwirt- «sw, können vom Zoll befreit werden. Zahl für Einwanderer mit europäischen Lebensbed ürf nissen i n s t ä d t i - schen Berufen im allgemeinen schlecht. Besonders' Akademiker und unbemittelte Kaufleute können — ungeachtet einzelner Ausnahmen, denen die Gründung einer Existenz geglückt ist — vor der Einwanderung nach Paraguay nur gewarnt werden. Auch für die meisten Handwerksberufe bietet Paraguay zur Zeit kaum noch Möglichkeiten zur Eingliederung, da infolge der für das kleine Land verhältnismäßig starken Zuwanderung in den letzten Jahren viele Berufe schon überbesetzt sind. >. Kaufleute gibt es nv*r als genug, und die Löhne dar kaafmännischen Angestellten sind äußerst niedrig, so daß V Neueinwanderer, zumal wenn sie das Spanische nicht beben- sehen, sehr sehlechte Aussichten haben. Um als «elbstia». - diger Kaufmann tätig zu sein, muß man die spanische Sprache beherrschen, ferner doe Verhältnis*,* kennen und Uber ein gewisses Kapital verfügen, das alle '.iugs, bei der Niedrigkeit der Preise und dem Tiefstend der Valuta, verhältnismäßig bescheiden sein kann; mit 8000 bis 10000 RM. ist man in Paraguay schon ein reicher Maua und findet. mancherlei Betätigungsmöglichkeiten, da Geschäfte oder Beteiligungen fast Für die meisten akademischen Beruf« ist die Lage in dem armen und kaum zivilisierten Lande aussichtslos Ueber di« Möglichkeiten für Aersfe hören v V. Lebenshaltungskosten Paraguay ist für den, der mit etwas Gold einwandert, heute zweifellos eines der billigsten Linder der Welt — infolge des Tiefstandes der Währung und der Niedrigkeit der Preise. Nack einer Aufstellung dar .Jiicem" mußte man im Jahre 1936 für einen Ledigen monatlich ungefähr 8500 parag. Pesos rechnen, .'/' —-—. Nach anderen, mehrfach bestätigten Mitteilungen kamt «in Familienhaushalt in Asunciön mit etwa 60 RM. im Monat (also etwa 6000 Pesos) bestritten werden; auf dem flachen Lande aber schon mit dar Hälfte, d. h. 30 RM. Aller; dings sind in diesen Zahlen Neaaasi'hsfftiBaea von Kleidern, die sehr teuer sind, nicht mit berücksichtigt. Ein Hemd mittlerer Qualität kostet 250—300 Pesos, ein,guter Aaaag nach Mai 4500—5600 Pesos, Schuhe 400—750 Pe lauptetedt selbst herrscht Ueberfluß an .', j '''V",.. f*' ■ '. •.»•!>';•'...Ii; i \ •,' ' folgende*: In dar A ersten, uad die Ist Paraguay demnach für diejenigen, die mit etwas Geld einwandern können, außerordentlich billig, so stellt . weh das Bild wesentlich anders eWfrsobald man die Le- ..... ber.shaltungskosten mit den LöhalMt nad Gehältern vergleicht, die im Lande gezahlt werden. Arbeiter und Angestellte verdienen nur zwischen 60 und 160 parag. Peso» pro- Tag; Handwerker können daa Doppelte verdienen, wenn sie sich niederlassen und auf eigene Rechnung arbeiten. (Mitteilungen der Hicem.) - In Jetstar Zeit war sogar durch Preissteigerung wichtiger ' Waren ein solches Mißverhältnis au den Löhnen and Gehältern eingetreten, daft sine Regierungskoimnission zur Preisüberwachung (solche Waren wie Fleisch, Mehl, Zucker, Reis, Salz, Verb« Kaffee, Milch, Eier, Fett, OeL Kleidungsstäcki, 4 .».