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Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 56

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand UB Ffm
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 56 (sequence 62)
Language
German
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ferner Jiegt am Gesetzentwurf für' 1 Arbeiter- Alters- Vor. ■"▼«; ■- T 7 .. 'V ■ ■ : ■■. * ■ '■i'.i T''.■ . * .T.-j^jmmmm ♦ . i HL Die Wirtachelt 1. Allgemeines Bieber beruhte die Bedentang der columbianischen Volkswirtscheit vor allem auf der Landwirtschaft and dem Bergbau, and es unterliegt keinem Zweifel, daß auch in. diesen Erwerbszweigen noch gewaltige Entwicklungsmöglichkeiten schlummern. Ist es doch für die Ausdehnungsmöglichkeiten der Landwirtschaft bezeichnend, daß nur ein kleiner Teil dos Landes bebaut wird, wahrend ein sehr großer Teil fruchtbar ist und tu seiner wirtschaftlichen Erschließung nichts braucht als Wege, die allmählich gebaut werden. .— Ebenso ist der große natürliche Reichtum des Landes an Gold und Platin, wie an Edelsteinen, Smaragden und nicht zuletzt aa Petroleum erst zum kleinen Teil ausgebeutet. Allein im Jahre 1935 sollen beinahe 700 Gold- und .Silbervorkommen entdeckt worden seil, und zwar in den' verschiedensten Hepartements. Die geologischen Prüfungsstellen des Ministeriums für Industrie studieren augenblicklich die Ergebnisse dieser Entdeckungen, prüfen den Metallgehalt der Erze und errichten Laboratorien, um die wissenschaftliche Grundlage für die weitere Entwicklung zu schaffen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird *ber zur Landwirt» schalt und zum Bergbau als dritter Haupterwerbszweig der columbianischen Volkswirtschaft immer mehr die Industrie treten; denn die Zahl und wirtschaftliche Tüchtigkeit der Bevölkerung, die Grüße und der natürliche Reichtum des Landes — vor allem die seltene Vereinigungvon Kohlen- und Eisenerzlagern in raumlicher Nahe — bieten alle natürlichen Voraussetzungen für ine bedeutende industrielle Entwicklung, / der wirtschaftliche Nationalismüs wird in "olurnbien, wie in andern Landern, auf die Ausnutzung dieser Möglichkeiten rnd die Verdrängung überflüssiger Wareneinfuhr hinwirken. Für die Einwanderung von Juden aus Deutschland könnte gerade eine solche Entwicklung ausgezeichnete Betitigungemoglichkeiten bieten. I 2. Wahrung Wahrungseinheit ist der Goldpeso, der in 100 Centavos geteilt wird. Die gesetzliche Goldparität betragt für den Peso 4,086 RM. Doch wurde 1981 dar Goldstandard verlassen. In Bogota notierten im Dezember 1038 100 -RM. 70,69 Pesos; 1 Peso stand also etwa 1,41 RM. Alkimark waren mit rund 12 «fe . Dlsagio gegenüber diesem Kurs erhältlich. Es besteht eine ziemlich strenge Uevisengesetzgebung. Die*' (Exporteure müssen Aiilfilhigenriniifgiiiigeii einholen und den Erlös Ar bestimmte Ware« der. Staatsbank abliefern. Die Einfuhr und die Verwendung von Devisen zu diesem Zweck maß ebenfalls vorher behördlich genehmigt wmdsa, •» . ■■ •,-'•! ':.'>v'£v;V'.**j5*^*-v-''•«*••; .' -* 3. Die Landwirtschaft * Das Hauptprodukt der 'columbianischen Volkswirtschaft ist der Kaffee, dessen Ausfuhr 1935 etwa 78,6 MilL Pesos einbrachte. Der columbiamsche Kaffee ist von "milderem Aroma als der brasilianische; auch wird die Nachfrage nach diesem von der Ueberproduktion in. Bra- ' silien kaum betroffen. Kaffee ist .das wichtigste Ausfuhrerzeugnis Columbiens; im Jahre 1987 wurden 244200 t im Warte von 98 Millionen Pesos ausgeführt. Die Qualität wird ataaüicherseits Überwacht Da wahrend des ganzen Jahres geerntet wtidea kann, fließt dem Kaffeeproduzenten ein, rsjelmlfllgss, Einkommen zu, und heftige saisonbedingte fVeiaschwankungen fallen fort. ~ Ein anderes wichtiges Produkt der columbianischen Landwirtschaft ,*ind die Bananen, die vorwiegend im tropischen Küstengebiet des Nordostens angebaut werden. Nach dem Kaffee bilden sie den bedeutendsten agrarische» - , Aasfuhrartikel; 1937 betrug sein Exportwert 7 Mill. Pesos. Tabak wird im ganzen Land angebaut, und zwar hauptsachlich , für das - inlandischen Eigenbedarf einer zollgeschützten Tabakindustrie. — Baumwolle wurde bisher nur in geringem Umfang angebaut, in den letzten Jahren' sind hier jedoch große Fortschritte zu verzeichnen. Das Land, speziell das Cauca-TaL gilt für eine Baumwoll- Kultur and. .Industrie als sehr geeignet. Noch aber ist ' iSfOBtt: Wr*?TWi? l- --f' ,'; ( H ' ': i ■ \ , . ' ' ' ":'! . Columbien in Baumwollgeweben, wie in Textilien -überhaupt, von der Eimuhr stark abhJlngig.. (1937 machte der Einfuhrwert der' Woll- und Baumwollgewebe usw. 84,71 Mill. Pesos bei einer Gesamteinfuhr, von 120 MilL Pesos, •».) * j ' Von weiteren Agrarprodukten, «Je in Columbien angebautwerden, sind von Bedeutaaa: K i k an, . 7. uakeXvSü d - f rückte, Weisen and Mais. Für de» elimeiinTsehenBeaarf wird such in steigendem Maße Reis engebaut 193« wurden 104000 t geerntet Nicht unbeträchtlich ist die ViehiucVt; die Zäh» lung von 1936 ergab über 9 Mill. Stück Rindvieh, daneben fast 2 MUi. Schweine, 1 Mill. Pferde usw. Fleisch wird nicht exportiert, dagegen betrug der Wert der ausgeführten Haute und Felle 1937 3,5 MilL Pesos. Erheblich-; Entwicklungsmoglichkeiten dürfte die Wald*- wirtachalt bieten: wachsen doch im Gebiet des Magdalena- Stromes zahlreiche Farbhölzer, Zedern usw.; doch hat ein nennenswerter Export bisher nicht stattgefunden. An Nutzholz deckt Columbien zur Zeit nickt einmal den eigenen Bedarf. Der Gummibaum wichst wild; man hat mit regelrechtem Anbau begonnen.; 4. Bergbau and Industrie Vom Kaffee abgesehen, ist Petroleum die wichtigste Ausfuhrware des Landes. Seine Ausfuhr brachte 1937 rund 35 Mill. Pesos ein. Die ergiebigsten Quellen liegen am Mittellauf des Magdalena-Stromes. Es besteht ein Petroleum-Monopol, das in den Händen der Tropica! Oil Co. liegt' Die Petroleum Produktion betrug _im_ jähre 1937 rund 7000 t — Gold wird in Vielau Departements des Landes gefunden, doch nur mit recht primitiven Methoden abgebaut. Im Jahre 1937 wurden rund. 1870 kg Gold gewonnen; der— Wert der Ausfuhr betrug 32 Millionen Pesos. Als Platin-Produzent steht Columbien heute in der Welt mit an erster Stelle; ha Jahre 1936 wurden rund 1000 kg Platin gewonnen. Der Ausfuhrwert betrug 1987 2,6 Millionen Pesos. Doch scheinen sich die Vorkommen allmählich der Erschöpfung zu nahern; die Exporte gehen zurück. ' Columbien besitzt die einzigen Smaragd-Bargwerke der Welt Diese befinden sich cum Teil im Staatsbesitz. Die Ausfuhr von Smaragden wird streng kontrolliert;' aar die schönsten Stein« dürfen ins Ausland verkauft werden. « - An sonstigen Bodenschätzen besitzt Columbien hochwertige Kohle, besonders in der Nahe von Call, ferner Eisen, Kalkstein usw., so daß in manchen Gegenden anagezeichnete Grundlagen für eine metallverarbeitende Industrie vorhanden sind. Zur Zeit deckt die Industrie des Landes den Bedarf der Bevölkerung im wesentlichen nur bei einigen Genußmitteln und billigen Luxus waren. So bei Biet (ea bestehen 15 Brauereien im Lande), Mineralwasser, billiger Schokolade, bestimmten alkoholischen Getränken, Tabakwaren und Zündhölzern. Solche Industrien werden durch Zolle geschützt Auf anderen Gebieten vermag aber 'selbst der Jeder neu entstehenden Industrie bereitwillig gewahrte Zöllschutz das Laad noch nicht von ausländischer Einfuhr unabhängig zu machen. Solche Industrien, deren Produktion noch durch Einfuhr ergänzt wird, erzeugen u. a. Textilwaren (auch aus Kunstseide), Leder-, Glas-, Schuhwaren, Zement, Seifen Kerzen, Lacke, Keramik, Bürsten und Kartonagen, Stacheldraht, Stahlmöbel usw. — Von Bedeutung sind.auch die auf den agrarischen Landesprodukten aufbauenden Industrien: Kaffee Verarbeitung, Getreide- und Sägemühlen, Zucker» fabriken, Panamahut-Fabriken, Gerbereien, Tischlereien, Limonade-, Fruchtwein- und Fruchtsektherstellung, Fabrikation von Süßigkeiten. .' " v Große Fortschritte machte in letzter Zeit such die chemisch - pharmazeutische Industrie. Ihre?auptprodukte sind: Kölnisch 'Wssser,f Toilettepuder, oiletteseife, Cremes, Haar- und Gesichtswasser usw. . Für die Versorgung der Industrie .mit elektrischer, Energie bieten die Wasserkräfte Columbien ausgezeichnete Möglichkeiten; schon jetzt sind Elek.tri.itätswerke über das ganze Laad verteilt, die billigen Strom erzeugen. Günstig ist für die eolumbianische Industrie auch die, sehr geringe Steuerlast. Die weitere Industrialisierung wird

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