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Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 8

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand UB Ffm
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 8 (sequence 12)
Language
German
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Seide, chemische and phaymiteutische Erzeugnisse, Stahlwaren, Bleche, Farben unq Lecke, Glas, Zement, Aoiomobil-Reifen und andere Gummi waren, elektrische Birnen, 1 Radioapparate, Grammophonplatten, Eisachranke and \ Kraftwagen. Viele dieser Fabriken sind nur Montagewerkstätten (vor allem im Kraftwagenbau). Daß die argentinische Industrie im großen und ganzen nur die Verarbeitung von Halberzeugnissen vornimmt, geht auch daraus hervor, daß, wie gelegentlich des Zensus von 1935 festgestellt wurde, fast zwei Drittel des Wertes der industriellen Produktion auf Materialkosten entfallen. Dieser Zensus zeigt auch, daß "fast Dreiviertel der industriellen Produktion (dem Werte nach) und 85 v. H. der Arbeiter in und um Buenos Aires konzentriert sind. Daß bei dem industriellen Aufschwung diejenigen Industrien den Vorsprung h'.ben, die hauptsächlich einheimische Rohstoffe verwenden, bedarf keiner weiteren Begründung. Diese Entwicklung zeigt sich besonders in der Textilindustrie und innerhalb dieser bei der .Wollindustrie. Schon im Jahre 1932 wurden zwei- Drittel des Wolltextilbedarfs Argentiniens durch die einheimische Industrie gedeckt Das Einfuhrdrittel besteht, hauptsachlich aus Kammgarn and Kammgarngeweben. Etae der größten and modernsten Wollspinnereien und -wehereien in Buenos Aires ist %i jadischen Händen. Es werden dort 900 Arbeiter, davon ein Drittel Juden, beschäftigt In engem Zusammenhang mit der Entwicklung der Textilindustrie steht eine Reihe von Nebenindustrien der Textilbranche, wie z. B. die Knopfherstellu ng (Horn, Galalith), die. Abfalle und Nebenprodukte der Fleischindustrie verarbeitet Auf der argentinischen Viehzucht bauen sich auch die Gerberel-, Schahand Leder warenindus-trien auf, Industrien, die den Bedarf des Landes fast restlos decken, Für den Aufbau der "Gerbereien ist es ein großer Vorteil, daß Gerbsaure (Quebracho-Extrakt) in Argentinien selbst in großen Mengen gewonnen wird. 1934 gab. «s 200 Gerbereien in Argentinien. Eine der — auch in der Qualität ihrer Produkte — bestentwickelten- Industrien Ist die Schuhindustrie. Aas Leder wurden 1933 14 Millionen Paar Schuhe and Stiefel hergestellt, aus Gummi, Stoff und anderem Material 40 Millionen Paar. 1934 bestanden 491 Schuhfabriken im Lande mit 23000 Beschäftigten. - Von Bedeutung ist auch die argentinische Industrie der Nahrungs- und GennßmitteL (Hierbei sehen wir von den schon dargestellten Fleisch- und Mühlenindustrien ab.) — Gemüse- und Obstkonserven, insbesondere Tomatenprodukte, werden fabrikationsmäßig in vorzüglicher Qualität hergestellt — An anderen Genußmittel industrien sind zu nennen: Tabakwarenfabriken, Brauereien (17 Betriebe im Jahre 1934, die jährlich 129 Millionen Liter Bier produzieren), Mineralwasser- und Likörfabriken, Großbäckereien und Teigwarenfabriken.' Die chemische Industrie ist noch im Anfangsstadium; lediglich Seifen und;,. ParfOmerien werden in größeren Mengen fabriziert Die S e i f e n i n d u s t r i e ist eine der blühendsten des Landes. Ferner werden noch Papier und Pappe (18 Betriebe), Gummiwaren (9 Betriebe), Zündhölzer and Phosphor (25 Betriebe), Glas and Glaswaren (17 Betriebe) und Zement (30 Betriebe) hergestellt Die eigentliche Schwerindustrie ist et» den oben dargelegt»« Granden noch sehr stark im Rückstand, wenn schon eine Reihe von Maschinen and Maschinen-] *w «Heu« GwuAuuwi, im Lande salbst' eine grolle Anzahl von Zubehörteilen, hergestellt wird und im Laads besteht 3. Außenhan Der Wert der Ausfuhr Argentiniens betrug int Jahre 1937 2,3 Mail. Pesos und überstieg damit die Zahl des Hochkonjunkturjahres 1929 beträchtlich. ' Der, Wert der Einfuhr dagegen blieb im Jahre i037 mit 1,6 Mill. Pesos noch wesentlich hinter dem Stande Von 19129 zurück. Argentiniens Aas fahr besteht fäst ausschließlich aus Agrarprpdukten. J ' \ ' "" Die folgende Uebersicht zeigt ihre Zusammensetzung nach größeren Gruppen für das Jahr 1937; Ober die einzelnen Waren sind die Angaben im Abschnitt Landwirtschaft nachzulesen. Die Aasfuhr Argentiniens an Jahre 1937 (Millionen Pesos). Viehwirtschaftliche Erzeugnisse: . Fleisch und lebende Tiere "• 328,1- Wolle, Haute 323,7 Milchwirtsehaftlicbe Erzeugnisse 20,8 sonstige ' 88,6 Ackerbanliche Erzeugnisse: - » ' Getreide und Leinsaat , 1410,8 Mehl und MüUereierzeugnisso 40,8 l Oste n, a. WT^V 38,8 Forstwirtschaftliche Erzeugnisse 48,8 Altesanaere __ÄL Insgesamt 2308,3 '■'•j0 - . „; , * 4 Di* Einfuhr enthalt dagegen hauptsächlich Fertigwaren and Produktionsmittel für die einheimische Industrie, teilweise auch Lebensmittel. Trotz des Aufschwunges der argentinischen Textil-Industrie stehen Textilien noch an erster Stelle Die Hauptlieferanten and Hauptabnehmer Argentiniens sind die europäischen Industriestaaten. Unter den Abnehmern .stand England an erster Stelle;- Deutschland folgte erst an fünfter, nach den Vereinigten Staaten, Holland und Belgien. Dagegen stand Deutschland als Lieferant nach England und den Vereinigten Staaten ah dritter Stelle. .4. Wahrung Die offizielle Währungseinheit ist der Goldpeso (peso öro; abgekürzt,o/s %\ o/s — oro sellado: gemünztes Gold). Seit vielen Jahren jedoch ist die wirkliche Geldeinheit Argentiniens der Papier peso (abgekürzt m/u $; m/n ■— moneda nacional), der in einem festen Verhältnis zum Goldpeso steht Man rechnet allgemein 100 Papierpesos auf 44 Goldpesos. (Will man Goldpesos in Papierpesos umrechnen, so maß man also die Zahl der Goldpesos mit 2,27 multiplizieren). Wie viele andere Länder, mußte Argentinien den Goldstandard verlassen. Es besteht ein System der Währungskontrolle, das durch eine offizielle Währungskommission der Zentralbank ausgeübt wird. ' Die Exporteure müssen den Erlös aus „regelmäßigen" Ausfuhrgeschäften abliefern; der Erlös an* „nkAt-regehnäßiger'' Ausfuhr darf im freien Markt verwertet werden. — Zorn Import ist eine vorherig« Devisengenehmigung notwendig; notwendige Importe werden bevorzugt, wobei auf «Tie gegenseitige Gestaltung des Handelsverkehrs mit dem Ursprungsland der einzuführendes AUSWANDERER lernt Sprachen! Ohne Sprachkenntnisse kein Vorwärtskommen! —r «V

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