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Jüdische Auswanderung · 1939-01-01 · Januar 1939 · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1939. Bestand UB Ffm
Issue
Januar 1939
Date
1939-01-01
Page
Seite 2 (sequence 6)
Language
German
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von Fehlern und Mißstanden bei der jüdischen Auswanderung selbst. Diese waren zum Teil Issum venneidlich oder verdienen jedenfalls eine mildere Beurteilung. So liegt es z.B. auf der Hand, daß 1 die einseitige Berufsstruktur der Juden in Deutschland, mit ihrem Ueberwiegen der kaufmännischen und intellek- ^^♦aellen Elemente, sich in den jungen überseeischen Staaten als ein Hemmnis bei der Eingliederang erweisen maßteund dätt d» UfnsehacAtOng durch dfe des Alters und der körperlichen Konstitution gewisse Grenzen gesetzt sind. . Aber selbst wenn man all dies in Rechnung stellt, bleibt eine Reihe von Fehlern, die hätten vermieden werden müssen and die vor allem in Zukunft nicht wiederholt werden dürfen, wenn uns nicht auch noch die jetzt vorhandenen Einwanderungsmöglichkeiten zerstört werden sollen. Der verhängnisvollste dieser Fehler ist zweifellos die Zusammenballung großer Einwanderermassen in den Haupt- und Hafenstädten wie Buenos Aires, Rio de Janeiro-, Sao Paolo usw. Immer wieder ist, nicht zuletzt in diesen Blattern, darauf hingewiesen worden, daß der Einwanderer sowohl seinem eigenen Interesse als dem der Gesamtheit dient, wenn er sich von den langst überlaufenen and von einer starken Konkurrenz besetzten Hauptstädten abwendet and in die kleineren Städte oder aal das Land geht. Es liegen die mannigfachsten eindeutigen Zeugnisse aas fast allen Einwanderungslandern vor, in welchem Maße die Gegenströmungen gegen die jüdi- ----sehe Einwanderang dadurch hervorgerufen oder verstärkt weiden, daß Tausende von kaum assimilierten, der , Landessprache meist kaum kundigen Einwanderern sich in. den Hauptstädten — die doch gerade den Stolz der Nation and den Inbegriff ihrer Eigenart darstellen sollen — zusammenballen. Es ist wirklich an der Zeit, daß die jetzt herausgehenden jüdischen Aaswanderer endlich hiervon abhissen and den Mut fassen, dorthin / zu gehen, wo der Einzelne nicht immer wieder anter seinesgleichen im alten Stile weiterlebt, sondern wo er als Pionier neue Stützpunkte der jüdischen Wanderang schaffen kann. — Ein anderer oft genug gerügter Fehler ist die mangelnde Bereitschaft zur Erlernung der Landessprache, die doch erst den Weg zum materiellen Erfolg, zur wirtschaftlichen Einordnung in der neuen Heimat bedeutet, darüber hinaus aber erst das Verständnis für das gesamte Kulturleben eröffnet and die Brücke zum geselligen Verkehr mit den Einheimischen schlägt. ......-•--- Endlich muß mit allem Nachdruck gefordert werden, daß der. Neueingewanderte, der in Deutschland vor der Aaswanderang seine Bereitschaft zu jeder Arbeit and zur Anpassung auch an die schwersten Verhältnisse zu betonen pflegt, sich drüben wirklich mit aller Entschlossenheit auf das neue Leben einstellt and keine unangebrachten Vergleiche mit den früheren Zuständen anstellt. Niemand hat ihn als besonderen ' Kulturträger gerufen, sondern er maß erst durch sein "Leben beweisen, daß er ein nützlicher Bürger seiner neuen Heimat werden kann. Jeder einzige jüdische Aaswanderer muß sich. bewußt sein, daß dje Erweiterung, die Erhaltung oder die Zerstörung der jüdischen Einwanderungsmöglichkeiten in Uebersee mit von seinem Verhalten abhängen. Keine Wanderungspolitik der jüdischen Organisationen kann retten, was durch den' Mangel an Energie und Opfermut des einzelnen Auswanderers zerstört wird — ebenso wie keine Organisation ersetzen könnte, was' der Einzelne mit seiner Begabung, seinem Verantwortungsgefühl und mit'semer Erinnerung an die Tausende von Juden, die nach ihm aas Deutschland auswandern müssen, in Uebersee an neuen Möglichkeiten schafft. ' 4--'1sS^PSBB^r»ar: ■ -l <••' '''liv^iKii^^^'jv >C^^b^hB -—Ja . •(. •>..-:•; . Auswanderer! Berichtet dem Hilfsverein eure Erfahrungen, und meldet Existenzmöglichkeiten im Ausland. Ihr nutzt damit der Allgemeinheit! •te

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