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Jüdische Auswanderung · 1938-07-01 · Juli 1938 · p. Seite 83

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1938. Bestand UB Ffm
Issue
Juli 1938
Date
1938-07-01
Page
Seite 83 (sequence 91)
Language
German
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nie. Im Jahre 1098 sagte sich Cuba von der spanischen' Herrschaft los und erklarte sich zur unabhängigen Republik. In ihrem Kampf gegen Spanien wurden die Cubaner durch bewaffnetes Eingreifen der Vereinigten Staaten (aus egoistischen Motiven) unterstützt, und die „Unabhängigkeit", die die Cubaner errangen, war praktisch nahezu ein Kolonie Verhältnis zu Amerika. Die Cubarrisehe Republik hatte sich zwar 1901 eine Verfassung gegeben, wurde aber bis 1902 und von 1906 bis 1900 von Amerika verwehet Die Amerikaner hatten sich insbesondere das Recht zur Intervention vorbehalten (für den Fall, daß innere Unruhen die Gefahr einer Intervention europäischer Machte mit sich brachten) und hatten eine Flottenstation eingerichtet. Erst im Jahre 1936 wurde vom amerikanischen Senat ein neuer Vertrag mit Cuba ratifiziert, in dem das Recht zur Intervention aufgegeben wurde. . Eine wettgehende, zumindest wirtschaftliche Abhängigkeit' Cubas von den Vereinigten Staaten bleibt jedoch weiterhin erhalten: ein neuer Vertrag gewährt den beiden Ländern wesentliche Ermäßigungen der Zölle für die gegenseitige Einfuhr. Der amerikanische Flottenstützpunkt auf-Cuba bleibt bestehen. Im ganzen ist der amerikanische Einfluß in der Politik «twas verschleiert worden. Die gegenwärtig geltende cubaniscbe Verf assung wurde 1936 erlassen; ihre Grundzüge wurden der Verfassung von 1901 entnommen. Die Verwaltung steht einem Präsidenten zu, dem für gewisse Funktionen ein Vizepräsident zur Seite steht. Die Gesetzgebung übt ein Kongreß (mit Repräsentantenhaus und Senat) aus, und die höchste Rechtsprechung ruht in Händen des Obersten Gerichtshofes, der, ähnlich wie in den Vereinigten Staaten, bedeutenden politischen Einfluß und grobe Vollmachten besitzt. (Der gegenwärtige Präsident des Obersten Gerichtshofes ist Federico Edelmann.) — Frauen haben Wahlrecht. Die innenpolitischen Wirren, die 1933 einsetzten, schienen Anfang 1936. mit der Wahl des Dr. Miguel Gomez zum Präsidenten beendet zu sein. Im Dezember 1936 wurde jedoch vom Parlament Und dem Obersten Gerichtshof der Präsident In den Anklagezustaad wegen Verletzung der Verfassung und Beeinträchtigung der Handlungsfreiheit der Abgeordneten versetzt und auch dieser Vergehen für schuldig Befunden. Gomez hat innrrinrhrn dnn Land ■»rlTutrn Prf,i"d»iit i*t heute der damalige' Vizepräsident Laretlo B r u, der, ebenso wie nach einem Minister- Wechsel sämtliche Mitglieder des Kabinetts, beste Beziehungen zum Fahrer der Armee, Oberst B a 11 i s t a, unterhält. .'.*■* ■ . III. Wirtschaft * i ■ 1. Land«irtschaft Der aus Schwemmland bestehende Boden, die tropische Hitze und die Luftfeuchtigkeit bieten zusammen die/geeignete Grundlage für den Anbau von Tropengewflchsen. Obgleich die günstigen Wachstumsbedingungen den Anbau verschiedener Erzeugnisse gestatten, hat sich die cubanische Wirtschaft nur auf wenige Produkte eingestellt, von denen eines das gesamte Wirtschaftsleben der Insel beherrscht: der Zucker. Neben Zucker sind für die cubanische Wirtschaft folgende Bodenprodukte von großer Bedeutung: Tabak, Kaffee, Obst, Gemüse und Henequen (eine Faserpflanze). - . Zucker- •. ' % Cuba ist nach Britisch-Indien der zweitgrößte Hohr zuckererzeuger der Welt. Zirka 16 v. II dar Weltproduktion an Rohzucker kommen aus Cuba. Das Klima Cubas ist wie bestimmt zum Zuckerbau, und die Produktionskosten sind sehr niedrig. Die Zuckerpflanzer, „Colonos" genannt, bewirtschaften zumeist Plantagen von 260 bis 2100 ha Größe. Insgesamt sind etwa 600 000 ha mit Zuckerrohr bebaut. Die technische Ausrüstung der 73 Zuckerfabriken ist erstklassig. Die Zuckerraffinerien werden durch nordamerikanische Gesellschaften betrieben. Nach den Vereinigten Staaten richten sich auch etwa 80 v. H. der Zuckerausfuhr. Die gesamte , Zuckerproduktion betrug im Jahre 1936 2,6 Mül. t; 1936 wurden 2,5 MUt. t Rohzucker ausgeführt, die einen Wert von fast 90 Mill. Dollar hatten. Zucker, Melasse und Sirup bringen 82 v. H. der gesamten Einnahmen Cubas aus der Warenausfuhr ein. '' Während der Depressionsjahre war auch die Lage der eubamachen Zuckerproduktion und -industrie schlecht. Seit 1935 ist eine erhebliche Besserung «ingetreten, denn der Zuckerpreis ist seitdem beträchtlich gestiegen (von Mitte April 1936 bis Mitte April 1937 allein um 28 y. HA). Seit 1937 ist durch Regierungsverfügung die Zuckererzeugung eingeschränkt worden. In enger Verbindung mit der Zuckerindustrie steht die Fabrikation von industriellem Alkohol, der aus Melasse gewonnen wird. Auch die Melasseausfuhr Cubas ist beträchtlich, ie belief sich 1936 auf fast 11 Mill. Dollar. Tabak: Havanna-Zigarren sind die Freude jedes Rauchers. Der würzige, nie beizende Geschmack der feinen Vuelta-Arten hat dem albanischen Tabak einen einzigartigen Platz unter den Tabaksorten geschaffen. ' Ein großer Teil des ia Cuba geernteten Tabaks wird daselbst verarbeitet; rund die Hälfte wird auf der Insel selbst J[ersucht. 44000 ha sind mit Tabak angebaut. Die Tabakausuhr — und damit auch die Tabakproduktion — gingen in den Jahren der-Weltkrise stark zurück. Erst seit 1935 ist auf dem eubanischen Tabakmarkt wieder eine deutliche Tendenz zur Besserung bemerkbar, die 1936 und 1937 allerdings nicht durchhielt. 1936 wurden «her 10,6 Mill. kg Tabak und Tabakwaren im Werte von insgesamt 13,3 Millionen Dollar exportiert. Die Tsbakindustrie Cubas konzentriert sich um die Hauptstadt Havanna. Dort wird der Tabak gelagert, fermentiert, sortiert, zu Zigarren gerollt, in Kisten (aus vorzüglichem einheimischen Zedernbolz) verpackt und schließlich mit der bekannten grünen Banderole versehen, die auf der ganzen Welt die „Echte Havanna" kennzeichnet. Millionen von Zigarren verlassen so alljährlich das Land; über ein Drittel von ihnen geht nach Großbritannien. Kaffee: Vor Jahren war Cuba ein sehr bedeutender Kaffee-Erzeuger; die Konkurrenz der anderen latein-amerikaniseben Länder schränkte aber den Absatzmarkt des eubanischen Kaffees ein. Die Kaffeepflanzer fanden es rentabler, zur Zuckerproduktion überzugehen. Schließlich war es billiger, für.den eigenen Bedarf Kaffee einzuführen. Erst gegen Ende der 20er Jahre, als die Depression auf dem Zuckermarkt einsetzte, gingen ilm kleiueicn' Fat mal wieder dazu flbsrt-rUn Zuckerrohr^- anbau -durch Kaffee zu ersetzen. Bereits 1933 'brauchte kein Kaffee mehr eingeführt zu werden, und seitdem gibt es einen kiekten Ausfuhrüberschuß, der' von Jahr zu Jahr Wächst (1936 im Werte von $ 426913). Bis Ende '1936 hat sich die Lage der eubanischen Kaffeeindustrie weiter gebessert; Cuba zog aus den Kaffeepreisstützungsmaßnahmen der südamerikanischen .Länder Nutzen, erlitt aber große Verluste aus dem Zusammenbroch der brasilianischen Kaffee-Preisstützung im Herbst 1937 und dem darauffolgenden internationalen Sturz der Kaffeepreise. . Obst und Gemüse: Der Boden Cubas eignet sich sehr Bit cum Anbau der verschiedensten Obst- und. Gemüsesorten, a sich aber die Landwirtschaft fast ausschließlich dem Zucker¬ und Tabakanbau zuwandte, blieb der Anbau von Obst und Gemüsen solange vernachlässigt, bis die ungünstige Lage der Zucker- und Tabakmärkte einzelne Farmer wieder zur Umstellung auf Obst- und Gemüsebsu veranlaßte. Die Regierung forderte die Umstellung, indem , sie die Einfuhr ausländischer Nahrungsmittel mit einem hohen Zoll belegte. Daher befindet sich jetzt der Obst- und Gemüsebau Cubas in verhältnismäßig günstiger Lage. » Aach die Ausfuhr dieser Produkte hat in den letzten Jahren zugenommen. Sie finden einen guten Markt in den Vereinigten Staaten, da auf Cuba manche Früchte früher reifen als auf dem Kontinent. Die wichtigsten Obst- und Gemüsesorten sind: Tornati Kartoffeln, Ananas, Orangen, grüner Pfeffer, Lknabohnen ken, entfaserte Bohnen, Grape-f-uits (Pampelmusen), Avocados (auch Alligator-Birnen genannt) und eine Reil rer in Europa unbekannter Früchte. . In engem Zusammenhang mit der Obstkultur steh nur eine kleine Fruchtverwertungä- (Obstsaft- und Kon V

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