Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1938. Bestand UB Ffm
- Issue
- Juli 1938
- Date
- 1938-07-01
- Page
- Seite 69 (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
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•y y, ^^^^f*ä<%'- , r'-i'-Jj und »ich, insbesondere «auch seiner wissenschaftlichen Methoden und Ergebnisse wegen, großen Ansehens erfreut. Es hat jetzt etwa 1000 Betten, von denen nur etwa 60 rrivat belegt werden. Von den Jahresausgaben von V<t MilL $ wird nur ein sehr kleiner Teil von den Patienten aufgebracht Etwa 40 «o steuert die Stadtverwaltung bei und 2ö »<o -die Jewish Federation. Die Freibetten sind fast immer voll—hasrtrt und Hunderte von Kranken warten auf Aufnahme. Die Anstalt, mit der ein Landsanatorium für Tuberkulose verbunden ist, beschäftigt mehr als 200 Aerzte, unter denen sich anerkannte Autoritäten befinden; sie steht für unterrichtliche Zwecke außerdem mit der Columbia-Universität in Verbindung. Im übrigen wird aber das Fehlen weiterer jüdischer Anstalten als großer Mangel empfunden, weil einerseits die Ueberalterung steigt, andererseits der jüdischen Bevölkerung standig Gruppen zuströmen, die durch einen harten Lebenskampf verbraucht sind. Der Tuberkulosen -Kürsorge widmen sich ärztliche Fürsorgestellen (medical agencies), die Krankenhäusern in Denver und in Loa Angeles angegliedert sind. 4* Kinderfürsorge Das erste judische Waisenhaus ist 1801 in Charleston, South Carolina, 'errichtet worden, ein Beweis für die Bedeutung, die von der jüdischen Gemeinschaft der Sorge für verwaiste und hilfsbedürftige Kinder stets zugewendet worden ist. Jetzt hat New York City allein fünf Organisationen, die insgesamt 5000 Kinder betreuen. Im ganzen Lande gibt es etwa 100 Organisationen, in deren Obhut sich rund 10 000 Kinder -befinden, von denen nur eine verhältnismäßig kleine Zahl Waisen oder Halbwaisen sind. Die Fflrsorgemethoden haben im Laufe des letzten Jahrhunderts sich außerordentlich fortschrittlich entwickelt. Die jüdischen Gemeinschaften erkennen, daß sie für die ■ ihrer Sorge anvertrauten Kinder umfassend verantwortlich sind, daß sie ihnen' nicht nur alle normale körperliche, geistige .und berufliche Sorgfalt angedeihen lassen müssen, sondern daß sie ihnen einen Ausgleich für die Benachteiligungen zu bieten haben, die ihnen ihr Schicksal auferlegt hat. Nach diesen Gesichtspunkten sind die Erziehungsheime eingerichtet, die /.. B. auch die begabten Kinder in Gymnasien und Berufsausbildungsschulen schicken und ihre Fürsorge nach der Entlassung aus dem Heim fortsetzen. In neuerer Zeit sind Einrichtungen eingeführt worden, die in der allgemeinen Fürsorge Boden gefunden haben: der „cottage plan" und der ,,foster home plan". Der cot tage plan sucht eine Familienatmosphäre dadurch herbeizuführen, daß in kleinen Häusern etwa 20 Kinder verschiedenen Alters und beiderlei Geschlechts untergebracht und von einer Heimmutter betreut werden. Da» erste solche Familienhelm ist in Pleasantville, New York, errichtet worden, weitere in San Francisco, Los Angeles und Cleveland. ■• 'i.:» „Foeter home" heißt Pflegestelle, bedeutet also die Unterbringung des Kindes in einer Familie, in der es wie ein eigenes Kind gehalten werden und aufwachsen soll ein in Deutschland seit langem bekanntes System, das in USA. seit etwa 30 Jahren durchgeführt wird. - # Wieweit es sich in der jadischen KinderfOr&orge durchgesetzt hat, geht daraus hervor, daß 1929 nur 43,3 »» aller betreuten Kinder jn Pflegestellen waren, 1935 dagegen 59,4 °A>, während in der gleichen Zeit dir Anteil der in Erziehungsheimen untergebrachten Kinder von 55 suf 38,7 % gestunken ist. Trotzdem wird nach' wie vor der Anstaltserziehung von vielen Seiten das Wort geredet und Pflegeeltern z. B. der Vorwurf der Gewinnsucht gemacht, während andere die entgegengesetzten Standpunkte einnehmen. Es bestehen also gegenwärtig alle Sorgemöglichkeiten nebeneinander. Daher wird besondere Sorgfalt darauf V •» ' k ■■ - gelegt, die r i cjhr't ige Unterbringung in jedem einzelnen Fall ausfindig zu machen. Einige Gemeinden haben „Clearing Bureaus" (Ausgleichsstellen) für die Verteilung der Kinder eingerichtet. In ihren Ausschüssen kommt allmählich' eine Verständigung zwischen den Anhängern der verschiedenen Erziehungsfprmen zustande. In einer Reihe von Gemeinden erhalten die jüdischen Kinderfürsorgesteilen Zuschüsse von der Regierung für jedes betreute Kind. Außerdem werden wöchentliche staatliche Zuschüsse in Form von Mütterpension e n an Witwen gegeben, damit sie ihre Kinder selbst erziehen können, und nicht selten wird auch in ähnlicher Weise, Aber andere Verwandte, geholfen, wenn beide . Eltern verstorben sind. 6. Fürsorge für Alte Die Altenfürsorge stellt an die Juden keine zu großen Anforderungen. Es gibt etwa 60 Heime mit 6000 Insassen. Sie werden aus Fonds erhalten, die von den ortlichen Federations gesammelt werden. und haben einen Jahresaufwand von etwa 2,3 Mill. 9. Es fragt sich zur Zeit, welchen Einfluß die Altersversicherungen einiger Staaten ausüben werden. , t 6. Zentralisation a) Im Felde der sozialen Arbeit machte sich zuerst die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen geltend, um Doppelarbeit und Mittelverschwendung zu vermeiden und gleichzeitig einen Ueberbliek zu gewinnen, welche Gebiete ungenügend betreut waren. So entstanden an erster Stelle örtliche Zusammenschlösse, die Jewish Federations. (deren erste 1895 in Boston gegründet wurde). Ursprünglich dafür bestimmt, Geldmittel füx ihre angeschlossenen Vereine zu sammeln, entwickelten sie sich zu kommunalen Fürsorgestellen — agencies —, die jetzt fast überall der örtlichen Arbeitsplanung gewidmet sind. Ihre Gesamtzahl wird jetzt auf 70 geschätzt, ihr Etat auf 10 MilL 9. Kritisiert wird ein Msngel an Demokratie bei ihnen, der dadurch entsteht, daß die Mittel vbn einer verhältnismäßig kleinen Zahl begüterter Spender aufgebracht werden. Andererseits wird die Bedeutung ihrer Aufgaben sehr hoch eingeschätzt. Hier muß also'noch ein Ausgleich gefunden werden. Die Federation» sind vielfach den städtischen Community C h e s t s angeochlossen, paritätischen Gemeinschaft*-Sammelstellen der' freien Wohlfahrtspflege, suf deren Entstehung sie einen gewissen Einfluß ausgeübt haben. Ueber die Zweckmäßigkeit dieser Zusammenarbeit sind die Meinungen nicht ganz einheitlich; ein Teil befürchtet davon ein Abflauen des jüdischen Interesses, während andere gerade der paritätischen Zusammenarbeit großen Wert beimessen. ,' b) Zur Sammlung von Mitteln für Oraaajsationen mit überörtlichen Aufgaben sind in gfen letzten zehn Jahren neue Stellen entwickelt worden, die'sich Weif are 'Funds (Hilfsfonds) nennen, und insbesondere in Städten, des Südens und des Mittelwestens verbreitet sind; ihre Gesamtzahl wird jetzt mit 30 angenommen. c) Außerdem ist im Laufe der Jahre eine ganze Reihe nationaler Zusammenschlüsse entstanden, deren Aufgabengebiet sich grundsätzlich auf die gesamte Union erstreckt, und die wir am besten als Spitzenverbände der Wohlfahrtspflege bezeichnen. Hier ist an erster Stelle der National Couneil of Federations and. Weifare Funds zu nennen, der Spitzenverband der soeben besprochenen örtlich domizilierten Vereinigungen. Weiter ist wesentlich die National Conference of Jewish Social Service, die insbesondere theoretisch arbeitet und auf ihren Jahresversammlungen die Probleme der jüdischen Sozialarbeit zu klären und zu vertiefen sucht. Mehr praktischen Aufgaben dient das National Desertion Bureau, das sich der Hilfe für eheverlassene Frauen" widmet. -) -~_ Elnrelunö ZirkelUnterricht aur öurdi gcbllötte unö erfahrene tagltfcbt unb smtrlhsnlfche Itkrkrlftt. ZMet tat ettea Stufta. Teilnahme |eoenelt .mögiidj. Sprechftunöen 9—1, »— s, >• Sonnet»so» o—t Ubr. THE ENGLISH INSTITUTE Mclnektftraße iö (U-Bahn Uhlanöftraße) - Fernfprecher: 921954 Die englifche Schule Berl^ne P*» m