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Jüdische Auswanderung · 1938-07-01 · Juli 1938 · p. Seite 54

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Journal
Jüdische Auswanderung
Volume
1938. Bestand UB Ffm
Issue
Juli 1938
Date
1938-07-01
Page
Seite 54 (sequence 62)
Language
German
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Die Aufwendungen für V e r k e h r s Verbindungen machen etwa 6—10 v. H. der Ausgabensumme aus, sie sind naturgemäß in den größeren Städten bedeutender ah in kleineren Orten. Die Fahrpreise der Öffentlichen Verkehrsmittel sind nach vorliegenden Berichte« ziemlich hoch; für Chicago werden 10 eents (mit Umsteigen) T ceots (mit Umsteigen) 10 eents Gewerkschaftliche Lohaalfae «m 15. Mai 1937: Sa Omnibusfahrt - Straßenbahnfahrt Hochbahnfahrt *' Bei Ueberland fahrten hat man mit folgenden Kosten zu rechnen: im Autobus 1,5 bis 2 c, Eisenbahn t c, an PulLmanwagen 3 c je am. Meile (1,6 km). Automobile und ihre Unterhaltung sind Verhältnis roftßig billig. Ueber die Hälfte der 1035 verkauften neuen Wagen kosteten bis 500 Dollar. Benzin soll 21 c Je Gallon (etwa 4 Liter), Oel 15 c Je Liter, ein neuer Reifen 6 Dollar kosten. Garagen sind - nicht nötig; man kann den Wagen auf der Straße stehen lassen (Mit SpezialÖlen friert der Motor auch im Winter nicht ein.) .Unter diesen Umstanden ist es verständlich, daß auch ein großer Teil der Arbeiter- und Angestelltenfamilien ihren eigenen Wagen haben. Mit steigendem Einkommen einerseits und sink ander Größe des Wohnorts anderseits steigt der Anteil' der Familien mit eigenem Wagen; im Durchschnitt mag etwa jede vierte Arbeiter- und Angestelltenfamilie ihren eigenen Wagen besitzen. Für Erholung und Vergnügen verbraucht der Amerikaner etwa 5 v. H. «eines Einkommens. Die Theater sind sehr teuer; Kino sehr billig. Konzertpreise entsprechen den deutschen. Die Public Works Administration veranstaltet mit-arbeitslosen Künstlern als produktive Arbeitslosenfürsorge billige Konzerte und Theateraufführungen. Unter den Ohrigen Ausgaben nimmt der Aufwand für trztliebe Hilfe mit 3 bis 5 v. H. des Einkommens, also etwa 60 Dollar im Jahre, eine hervorragende Stelle ein. Hier-' bei ist zu beachten, daß die amerikanischen Aerzte im allgemeinen viel leichter zu Operationen achreiten als die deutschen, wodurch dem Patienten meist höhere Kosten erwachsen. Ferner ist darauf hinzuweisen, daß es eine allgemeine Krankenversicherung für die Arbeiter und Angestellten noch nicht gibt Für die Körperpflege sind etwa 2 v.H. der Ausgaben, das heißt etwa 2,50 Dollar im Monatr anzusetzen. 2. Lohnand Gehaltverhältnisse .. :;\ •,•„;-' •■■ •■ : ■ ■ ■ < 1. Arbeiter Der durchschnittliche Verdienst der Industriearbeiter der Vereinigten Staaten betrug im Februar 1938 t 2 3,53 in der- Woche, wobei der durchschnittliche Stundenverdienst sich auf 71 c stellte. Wie überall, finden sich auch hier scharfe Unterschiede zwischen den einzelnen Gewerbezweigen; an der Spitze stehen such in den USA. die Metallarbeiter und die (recht straff organisierten) Gruppen der Bauarbeiter und Drucker, wthrend die Textil- und Bekleidungsarbeiter am schlechtesten entlohnt werden. Aua der Falle der Angaben seien einige Ziffern herausgegriffen: Anfertigung von PHOTOKOPIEN . .1« bester Ausfahrung Verkauf von , photokopifr. Apparaten komplett bis 42X30 Hfl. 155.- Hochste Lichtstarke durch ges. gesdi. Neuerung Photokopieren bedeutet eine AUSLANI)Si:\ISTK\Z TBHMflHEv** " /. ';rK Ausbildung kostenlos KiXNT IIKHTZ ■*rlla-4 h»rl»UrBbarc. Huh-utr. «S> v, I Tai. •* •* k ' ' *h4 —'.' '■ Bauarbeiter gelernte (Durchschnitt) Maurer f Zimmerer Maier ^- ' - Bauhilfsarbeiter Buch- und Akzidenzdruck Handsetzer Maschinisten « Backereiarbeiter & 1.« m i*i 0,82 1,16 t* SM *M~ »,T 35,3 »,e 40 m jüdische Backereien im 45,1 ' andere Bäckereien 0,82 41,5 J3^$W"3£'' ' Tatsachliche Wocheaverdienste « im Februar 1938: ■ iMlj Stahlu. Eisenindustrie «1 (ataaii aal nt> Artxitar s 21.21 —*. Automobil industrie 26,13 13,38 Baumwollindustrie (Norden) 21.53 14,53 Chemische Industrie 29,96 19,03 Einwanderer geben ihre Verdienate mit 8 10 bis 18 in der Woche an, was ungefähr dem Existenzminimum des Einzelnen entspricht Zumeist handelt es sich dabei um angelernte Berufe, die sie ergriffen haben, um zunächst überhaupt ( etwas zu verdienen. Die übliche« Stundensätze für ungelernt« Arbeiter (common labor) liegen zur Zeit um 53 c. Die in vielen Staaten gesetzlich festgelegten Mindestlohne pflegen sich um 40 c je Stunde zu stellen. Neben den berufsbedingten Unterschieden in der Hohe der' Lohne - prägt sich auch hier die Verschiedenheit der Struktur der Wirtschaftsgebiete aha. Zum Beispiel betrug der durchschnittliche Wocheaverdienst der Textilarbeitersensit in Neu-Engtand, im 'Juli 1937-18,50 Dollar, in 4 südlichen Staaten aber nur 13,81 Dollar (rund 75 \ H ). Di« Ab- - stufung ist im einzelnen aus folgender Leber sieht zu erkennen: Stundenlohn (Anfangssatze) für weiße, erwachsene männliche ungelernte Arbeiter im Juli 1937: ' Neu-England-S tasten Mittel-Atlantischer Bezirk 55 55 l - . Nord-Ost-Zentralbezirk 56 c , Nord-Weat-Zentralbezirk 52 c Süd-Atlantischer Bezirk 47 e. - Süd-Ost-Zentralbezirk 40 c Süd-West-Zentralbezirk 41 c Gebirgsbezirk 57 c Pazifischer Bezirk 59 c Gesamtdurchschnitt 53 '. c Der Unterschied in der Höhe der Entlohnung wird durch entsprechende Unterschiede in den Kosten der Lebenshaltung etwa ausgeglichen. Während die durchschnittliche Monatsmiete einer Wohnung z.B. im mittelatlantischen Bezirk sieb 1030 auf t 36,84 stellte, betrug sie im Südost-Zentralbezirk nur « 12,21. Zur Erklärung der Lohnstufung muß aber außer der bereits gestreiften Verschiedenheit der Lebenshaltungskosten noch folgendes in Betracht gezogen werden: Neu-England, der mittelatlantische Bezirk, das nordöstliche Zentralgebiet und ein Teil des pazifischen Bezirks sind die Gebiete stärkster Industrialisierung und intensiver Landwirtschaft. -In solchen Gebieten pflegt der Arbeitslohn hoch zu sein. Im Süden hingegen ist die Industrialisierung noch nicht so weit fortgeschritten; die Landwirtschaft wird extensiver betrieben (Baumwollplantagen usw.); dazu kommt die billiger« Arbeit de« Negers, so daß hier 'der Lohndurchschnitt niedrig ist. Die verhältnismäßig hohen Löhne de« westlichen Gebirgsbezirk« spiegeln langsam fortschreitende Industrialisierung bei knapper Bevölkerung. " '■ Ii 2. Angestellt* ' Das Material, da« uns zur Darstellung der Einkonjmensverhaltnisse der Angestellten zur Verfügung steht, ist lange nicht so umfangreich. Immerhin dürfte es ausreichen, um 'ein ungefähres Bild der Verhältnisse zu skizzieren. •* -r» . i •■ - :m ■ i ■'• > .1 / —» f* ftffirfflSMnaaaaa!

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