Jüdische Auswanderung
- Journal
- Jüdische Auswanderung
- Volume
- 1938. Bestand UB Ffm
- Issue
- Juli 1938
- Date
- 1938-07-01
- Page
- Seite 1 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/6492429-6348854-6349437--481-4920843- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
••^..^V'''>*h--:-wa!^5S^^^*v-■ -\ >::■•■: rV;/^- ■ ff ■- '.' > ':< . ~^--r\'\'"." v .-.. - r--■• V. -"W- •. \ 'C '■■>'•■:'■ V -:V.-- .;.. '• :•' *K '•' Vi. ." ■ . VORWORT Das vorliegende Heft der „Jadischen Auswanderung" behandelt in der Hauptsache die Vereinigten Staaten von Amerika — daneben Cuba und die Philippinen, d. h. zwei Gebiete, die zwar nicht politisch der Souveränität der Vereinigten Staaten unterstehen, wohl aber in starkem Maße ihrer wirtschaftlichen und politischen Einfluß-Sphäre zuzurechnen sind. . . .t>' ' Während sich die Darstellung der zuletzt genannten Gebiete nicht wesentlich von der Schilderung anderer Länder in den früheren Heften der „Jüdischen Auswanderung" unterscheidet, mußte für die Behandlung der Vereinigten Staaten eine wesentlich andere Methode gewählt werden. Die Vereinigten Staaten von Amerika sind nicht nur wirtschaftlich und politisch das weitaus wichtigste aller uberseeischen Länder, sondern sie besitzen vor allem auch für die judische Auswanderung aus Deutschland eine unvergleichliche Bedeutung. Geht doch Monat für Monat in dieses Land eine weit größere Zahl unserer MenschenNals in irgendein anderes Lancl .* '--' ■ * . ' * außer Palästina; und nur hier, in dem gewaltigen Wirtschaftskörper eines Landes, das so groß ist wie ganz Europa und von rund 130 Millionen Menschen bevölkert wird, besteht für Tausende unserer Menschen die Möglichkeit, sich ohne langwierige Umschichtung in ihren bisherigen Berufen zu betätigen —-vorausgesetzt, daß sie die wichtigste Vorbedingung, nämlich eine ausreichende Beherrschung der englischen Sprache, mitbringen und sich im übrigen mit Energie, Anspruchslosigkeit und Anpassungsvermögen dem amerikanischen . Milieu einfügen. —- Infolge dieser Verhältnisse, insbesondere bei den tausendfachen persönlichen Beziehungen, die heute zwischen den Juden.in Deutschland und den Vereinigten Staaten bestehen, sind Ober dieses Land auch mehr Kenntnisse allgemein verbreitet, als Ober irgendein anderes überseeisches Gebiet. Auf der anderen Seite aber bestehen gerade über die Vereinigten Staaten gewisse hartnäckige Irrtümer, die zum großen Teil damit zusammenhängen, daß jene vorerwähnten persönlichen Beziehungen ganz. Überwiegend in bestimmte amerikanische Städte reichen, wie vor allem New York, die anderen Großstädte der Nordostküste und in geringerem Grade auch h - * ' ■"' v^i*'"*"^' „> ^"^j^j "•' . -* ' i-jj'-"' .• ";. ■ V \ f;.'«■ ... _ - « J*,'' ■ * v \\ " * des Mittelwestens. Nur wenige unter den Juden aus Deutschland sind sich der ungeheuren Unterschiede bewußt, die in klimatischer, wirtschaftlicher, kultureller und selbst in politischer Hinsicht .etwa zwischen den Gebieten des Südens und ferneren Westens und denen des Nordens und Ostens bestehen. Gerade über solche .Fragen aber aufzuklären, schien als besonders dringend, weil die künftige Unterbringung und wirtschaftliche Einordnung der Einwanderer aus Deutschland zum großen Teil davon abhängen wird, ob es gelingt, die bisherige Zusammenballung in den wenigen Großstädten zu vermeiden und eine gleichmäßigere Verteilung über das riesige Wirtschaftsgebiet zu erzielen. Sind doch in den Gebieten des mittleren Westens, .'des fernen Westens und nicht zuletzt' des Südens zweifellos noch verhältnismäßig größere Möglichkeiten vorhanden als in den schon entwickelten, wenn nicht sogar überentwickelten Gebieten des Nordostens. Auch die Hilfsbereitschaft der jüdischen Bevölkerung dürfte in jenen, Gebieten noch weniger in Anspruch genommen sein als in jenen Großstädten, in denen schon viele Tausende unserer Menschen betreut und unterstützt werden mußten. Au« all diesen Gründen schien es wesentlich, einmal statt jenes Trugbildes von Amerika, das ans der Verallgemeinerung der New-Yorker Verhältnisse entsieht, wenigstens eine Umrißzeichnung des wirk- ■ , chen Amerika mit all seihen Verschiedenheiten zu geben. ' " ■' ' " -"T-: <K\ v; r * & v >v; ' * ■; i »••» v 1 r;v--..V,.'. V; I j .-, , . . . -j , . ,.»• '■ * •. x i >* . . •' \ —•--'-^L^^ i V . . , ' . . 1 .* . ,